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Aus der Stadt Viel Sport und eine „richtig schöne Ehe“ – seit 99 Jahren lebt Ilse Sonntag in Groß-Buchholz
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Ilse Sonntag lebt seit 99 Jahren in Groß-Buchholz

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16:33 03.11.2019
99 Jahre: Ilse Sonntag aus Groß-Buchholz hat viel zu erzählen. Quelle: Hans Peter Wiechers
Groß-Buchholz

99 Jahre sind eine lange Zeit. Da kommt viel zusammen. So viel, dass man gar nicht so recht weiß, worüber man als Erstes erzählen soll. Ilse Sonntag, die jetzt mit 40 Gästen ihren 99. Geburtstag feierte, erzählt besonders gern von ihrer Familie und ihrem Zuhause – Buchholz.

Eigentlich ist sie aus Buchholz nie rausgekommen, abgesehen von ein paar Reisen. Die erste große Reise ging nach Berlin zu den Olympischen Spielen. 1936 war das. Die 16-Jährige schaffte es gemeinsam mit sieben Freundinnen aus dem Buchholzer Turnverein ins Beiprogramm des sportlichen Großereignisses. Als „Hüpfdohlen“, wie Bekannte noch heute liebevoll spötteln. Monatelang hatten sie im Verein geübt, bis die Vorführung mit den Springseilen perfekt war. Die Wochen in Berlin seien wunderschön gewesen, erinnert sich Ilse Sonntag.

Auf einem Turnfest lernt sie ihren späteren Mann kennen

Auf einem Turnfest ein Jahr später in Buchholz hat sie dann ihren späteren Mann kennengelernt. Ihre Familie wollte sie eigentlich mit einem Berliner verheiraten, der „ein Auge auf sie geworfen hatte“. Aber da Ilse immer schon einen starken Willen hatte, hat sie sich in dieser Liebesangelegenheit durchgesetzt. Sie traf ihre Wahl – und verhinderte nebenbei den Abschied aus Buchholz.

Die „Hüpfdohlen“: Ilse Sonntag (auf dem Bild ganz links) und ihre Freundinnen vom Buchholzer Turnverein. Quelle: Hans Peter Wiechers

Die Urgroßeltern waren Bauern in der Masch

Bereits die Groß- und die Urgroßeltern lebten dort. Letztere hatten sich als Bauern auf Brachland vor Hannover niedergelassen, was ihnen den Namen Gartenkosaken einbrachte. Ilse Sonntag kann sich noch gut daran erinnern, wie sie als Kind den Opa auf dem Kutschbock zu den Feldern in die Maschwiesen begleitete.

Fragt man die 99-Jährige, wie sie es geschafft hat, weitgehend gesund so alt zu werden, antwortet sie ohne Zögern: „Ich hatte eine richtig schöne Ehe und zwei Kinder.“ Auch die Arbeit als kaufmännische Angestellte in einer Vertriebsfirma – 40 Jahre lang war sie berufstätig – hat ihr immer gefallen.

Mitglied in vier Vereinen

Nicht nur ihr Mann, auch viele ihrer Freundinnen sind mittlerweile verstorben. Früher traf sie sich mit 15 guten Bekannten regelmäßig zum runden Tisch, heute sind sie nur noch zu viert. In vier der zahlreichen Vereine im Stadtteil ist sie noch heute Mitglied, wenn auch nicht mehr so aktiv wie früher.

„Damals konnte man die Türen offen lassen“

Buchholz sei ihr fremd geworden, sagt sie. Sie vermisst die Freundschaften, auch die Ehrlichkeit früherer Zeiten. „Man konnte damals die Türen offen lassen.“ Vor zwei Jahren hat Ilse Sonntag ihre Wohnung aufgegeben und ist in ein Seniorendomizil in der Nähe gezogen. Notgedrungen. Eigentlich wollte sie bleiben, wo sie geboren wurde: in der Schierholzstraße. Aber die 40 Stufen in die dritte Etage wurden dann doch zu viel.

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