Hannover: Jüdisches Fest - Laubhütte steht jetzt neben der Marktkirche
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Aus der Stadt Darum steht jetzt eine Laubhütte auf Hannovers Marktplatz
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Hannover: Jüdisches Fest - Laubhütte steht jetzt neben der Marktkirche

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09:30 21.09.2021
„Orte der Freude“: die Eröffnung der Laubhütte auf dem Marktplatz.
„Orte der Freude“: die Eröffnung der Laubhütte auf dem Marktplatz. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Der Himmel ist durch die Decke zu sehen, und das soll auch so sein: „Das Gebäude darf nur eine temporäre Struktur haben, es ist bewusst nur für wenige Tage errichtet“, sagt Rabbiner Shlomo Afanasev. Dennoch ist das Zelt mit dem Blätter- und Bambusdach, das jetzt zwischen Marktkirche und Altem Rathaus steht, etwas besonderes: Zum ersten Mal wurde hier anlässlich des jüdischen Laubhüttenfestes eine richtige Laubhütte errichtet.

Temporäre Sturktur: Rabbiner Afanasev vor der Laubhütte neben der Marktkirche. Quelle: Katrin Kutter

„Traditionen näher bringen“

Überall in der Welt feiern jüdische Menschen das auf Hebräisch Sukkot genannte Fest, indem sie Hütten aus Zweigen und Blättern errichten. Dort essen und wohnen sie eine Woche lang mit Freunden und Nachbarn. „Die Hütten sollen Orte der Freude sein“, sagt Rabbiner Afanasev. Die Tradition erinnert an die Zeit des biblischen Auszugs aus Ägypten, in der die Israeliten in Laubhütten lebten. Anlässlich des 1700-jährigen Jubiläums jüdischen Lebens in Deutschland werden in diesem Jahr bundesweit rund 40 Laubhütten im öffentlichen Raum aufgebaut.

Michael Fürst vom Landesverband jüdischer Gemeinden lobte die enge Verbundenheit mit Christen und Muslimen. Quelle: Katrin Kutter

„Wir sollen damit den Menschen unsere Traditionen näher bringen“, sagt Marina Jalowaja, Vizepräsidentin des Landesverbandes jüdischer Gemeinden. In der Hütte (Hebräisch: Sukka) auf dem Marktplatz gibt es Obst und Wein, von der Decke baumeln Äpfel und Bananen. In den kommenden Tagen steht sie Besucherinnen und Besuchern jeder Konfession offen, die sich hier über das Judentum informieren und von den Früchten kosten können.

Bis Freitag steht das Laubhütten-Zelt neben dem Alten Rathaus. Quelle: Katrin Kutter

„Es ist toll, dass es in Hannover einen großen Zusammenhalt zwischen jüdischen, muslimischen und christlichen Menschen gibt“, sagte Michael Fürst, der Präsident des Landesverbandes, bei der Eröffnung. „Damit wird jüdisches Leben im Herzen der Altstadt sichtbar“, sagt Ursula Rudnick vom Verein Begegnung – Christen und Juden.

Die Laubhütte ist bis Freitag täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Simon Benne