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Aus der Stadt Jugendlicher tritt 47-Jährigen Rolltreppe hinunter
Hannover Aus der Stadt Jugendlicher tritt 47-Jährigen Rolltreppe hinunter
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17:05 03.01.2019
Auf dieser Rolltreppe soll einer der Jugendlichen dem 47-Jährigen in den Rücken getreten haben, sodass dieser herunterstürzte und sich schwere Verletzungen zuzog. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Brutaler Übergriff mitten in der City: Mehrere Jugendliche haben am Mittwochabend gegen 18 Uhr einen Mann am Kröpcke attackiert. Einer der Angreifer trat dem 47-Jährigen dabei auf einer Rolltreppe sogar in den Rücken, sodass das Opfer hinunterstürzte und schwere Verletzungen erlitt. Kurz zuvor hatte der Mann mitbekommen, dass die Jugendlichen in einen Streit mit einem 37-Jährigen verwickelt waren. „Dabei schlugen sie auf das Opfer ein“, sagt Polizeisprecher André Puiu. Der Mann erlitt dabei leichte Verletzungen.

Als der 47-Jährige auf dem Kröpcke Zivilcourage zeigte und dem Mann zur Hilfe kommen wollte, richtete sich die Wut der Jugendlichen unvermittelt gegen ihn. Jetzt wollten die griechischen Jugendlichen auch den Passanten verprügeln. Zwar konnte der Fußgänger zunächst noch quer über den Platz in Richtung der U-Bahnstation flüchten, allerdings nahm ein Angreifer die Verfolgung auf. „Dieser holte ihn etwa mittig der Rolltreppe am Mövenpick ein und trat dem 47-Jährigen mit voller Wucht in den Rücken“, sagt Puiu. Der Getroffene stürzte und blieb schwer verletzt auf der Ebene der Niki-Promenade liegen. Puiu: „Der Mann erlitt eine Schulterfraktur und wurde in eine Klinik gebracht.“

Üstra-Mitarbeiter erkennen Täter wieder

Nach der brutalen Attacke flohen die drei Jugendlichen in unterschiedliche Richtungen, doch die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein und konnte sie relativ schnell fassen: Ein 51-Jähriger, der während des Übergriffs gerade über den Kröpcke ging und den Zwischenfall mitbekam, konnte den Ermittlern eine gute Täterbeschreibung geben. „Mit Unterstützung der Üstra konnten die Beamten die drei Flüchtigen im Alter von 15, 16 und 18 Jahren festnehmen“, sagt Puiu. Mitarbeitern waren die Verdächtigen aufgefallen. Gegen die Jugendlichen wird nun in zwei Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Die Polizei stellte zudem Videoaufzeichnungen aus den Überwachungskameras in Tatortnähe sicher, um zu klären, welcher der drei Verdächtigen dem 47-jährigen Deutschen in den Rücken getreten hatte. „Die Untersuchungen werden noch mehrere Tage andauern“, sagt Puiu. Alkohol beziehungsweise Drogen spielten offenbar keine Rolle, es wurden keine Blutproben entnommen. Nach Abschluss der ersten polizeilichen Maßnahmen übergaben die Beamten die beiden Minderjährigen wieder in die Obhut ihrer Erziehungsberechtigten, der 18-Jährige wurde entlassen. Gegen sie alle lagen keine ausreichenden Haftgründe wie etwa Fluchtgefahr vor. Die Ermittlungen gegen die drei jungen Männer dauern an.

Grund für Schlägerei unklar

Völlig unklar ist momentan noch, weshalb die drei Angreifer überhaupt zuerst den 37-Jährigen und dann den Helfer attackiert haben. Möglicherweise könnte dem Ganzen ein Streit oder ein Raub vorausgegangen sein. Nach Angaben des 51-jährigen Unbeteiligten, der alles aus der Distanz verfolgt hatte, soll der 47-Jährige versucht haben, die Auseinandersetzung zu unterbinden. Allerdings ist noch nicht geklärt, ob der Helfer beispielsweise nur laut gerufen habe oder auch dazwischen ging. „Die Vernehmung des Opfers steht noch aus“, sagt Puiu.

Warum sind die Jugendlichen wieder frei?

Einer der drei Jugendlichen tritt sein Opfer brutal die Fahrtreppe hinunter – und trotzdem sind alle drei schon kurze Zeit später wieder auf freiem Fuß. Die Polizei aber ist an strikte Regeln gebunden und müsste für Untersuchungshaft das Einverständnis eines Richters einholen.

Zwei der mutmaßlichen Täter sind 15 und 16 Jahre alt – bei Minderjährigen ist die Hürde für Untersuchungshaft allerdings besonders groß. Der dritte ist zwar 18 Jahre alt, wahrscheinlich würde bei ihm aber das Jugendstrafrecht angewandt. Die Strafprozessordnung fordert einen dringenden Tatverdacht und einen entsprechenden Haftgrund. Flucht-, Verdunklungs- oder Wiederholungsgefahr wären Argumente, mit denen Richter eine Untersuchungshaft anordnen können – offenbar sind diese Aspekte aber nicht gegeben. Darüber hinaus scheint es derzeit völlig unklar zu sein, welcher der Verdächtigen den Tritt ausgeführt hat. Und so dürfen alle drei trotz der Tat ihre Freiheit genießen.

Von Peer Hellerling

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