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Aus der Stadt Kontrollzonen an Bahnhof und Steintor: 2400 Überprüfungen in zwei Monaten
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Hannover: Kontrollzonen an Hauptbahnhof und Steintor -2400 Überprüfungen in zwei Monaten

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20:40 17.08.2019
Die Polizei hat im Juli eine Kontrollzone im Steintorviertel eingerichtet und ihre Präsenz erhöht. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Die Polizeidirektion Hannover hat auf HAZ-Anfrage erstmals Zahlen zu ihren beiden neu eingerichteten Kontrollzonen am Hauptbahnhof und Steintor herausgegeben. Seit Juni dürfen dort Menschen ohne weiteren Anlass überprüft werden, die Maßnahme ist eine Folge der vielen Straftaten und der hartnäckigen Drogenszene. In den ersten beiden Monaten kontrollierte die Polizei demnach bereits mehr als 2400 Menschen, nahm Dutzende fest und sprach Hunderte Platzverweise aus.

Seit dem 7. Juni wurden allein in der Kontrollzone hinter dem Hauptbahnhof im Zusammenhang mit dem Konzept „bahnhof.sicher“ 916 Menschen überprüft – das sind im Schnitt 13 Personen pro Tag. Am Steintor und Marstall gilt die Kontrollzone seit dem 10. Juli, dort wurden im Rahmen dieses Konzeptes seitdem sogar schon 1504 Menschen überprüft – durchschnittlich 40 pro Tag. Um die Präsenz in dem Viertel zu steigern, wurden vorerst bis Ende September zusätzliche Polizisten für den Steintoreinsatz zur Verfügung gestellt.

41 Festnahmen, 29 Haftbefehle, 879 Platzverweise

Die Wirksamkeit der neuen Kontrollzonen verdeutlichen auch die Festnahmen und vollstreckten Haftbefehle: Am Hauptbahnhof wurden binnen zwei Monaten neun vorläufige Festnahmen durchgeführt und zehn Haftbefehle vollstreckt – darunter unter anderem die Festnahme dreier Dealer nahe der Drogenhilfestation „Stellwerk“ Ende Juli. Hinzu kommen 20 Ingewahrsamnahmen und 482 Platzverweise. Im Steintorviertel waren es seit 10. Juli 32 Festnahmen, 19 vollstreckte Haftbefehle, 46 Ingewahrsamnahmen und 397 Platzverweise.

Und: Die Überprüfungen und Festnahmen sind in beiden Kontrollzonen wahrscheinlich sogar noch höher: „Die Daten ergeben sich ausschließlich aus den Maßnahmen der beiden Präventionskonzepte“, sagt Polizeisprecher André Puiu. Darin seien Personenkontrollen und Festnahmen innerhalb der Zonen im Rahmen der täglichen Polizeiarbeit beispielsweise nach Diebstählen oder Schlägereien noch gar nicht mitgezählt.

Problemzonen Hauptbahnhof und Steintor

Das Gebiet rund um den Hauptbahnhof und Raschplatz bildet mit jährlich mehr als 3000 Straftaten einen Einsatzschwerpunkt. Das Konzept „bahnhof.sicher“ ist eine Kooperation von Landes- und Bundespolizei, Stadt, Protec sowie Bahn-Sicherheit. Seit zwei Monaten gibt es 24 Stunden am Tag gemeinsame Patrouillen, deren Hauptaugenmerk auf der Trinker- und Drogenszene liegt. Am Steintor und Marstall gibt es ebenfalls ein erhebliches Drogen- und Gewaltproblem. Neben Schwerpunktkontrollen wird unter anderem täglich zwischen 13 und 6 Uhr Streife gegangen, auch in Zusammenarbeit mit dem städtischen Ordnungsdienst.

Polizei, Stadt, Bahn-Sicherheit, Üstra und Protec kooperieren seit Mitte Juni beim Konzept „bahnhof.sicher“ am und im Hauptbahnhof. Quelle: Tim Schaarschmidt

Zudem leitete die Polizei bereits 70 Drogenverfahren rund um den Hauptbahnhof ein und entdeckte Rauschgift – am häufigsten Cannabis, Kokain, Crack und Heroin. „In jeweils einem Fall wurden auch Amphetamin und Metamphetamin festgestellt“, sagt Puiu. Dazu beschlagnahmten die Polizisten ein Butterfly- und vier Einhandmesser, alle nach dem Waffengesetz verboten. Am Steintor waren es binnen eines Monats sogar 66 Drogendelikte zumeist wegen Cannabis, aber unter anderem auch LSD. Hinzu kamen zwei Einhandmesser, ein Teleskopschlagstock und ein Pyro-Gegenstand – letzterer allerdings bei der Demo gegen das geplante Abschiebezentrum am 10. August.

Mehr Polizeipräsenz zeigt erste Wirkung

Noch möchte die Polizei aber nicht von einem Erfolg der Kontrollzonen sprechen: „Es ist zu früh für eine Aussage“, sagt Puiu. Allerdings werde am Steintor und Marstall bereits „weniger polizeilich relevante Klientel festgestellt“. Wahrscheinlich dürfte sich die Drogenszene jedoch nur einen neuen Ort suchen. Ob die Kontrollzonen deshalb ausgeweitet werden müssen, ist offen. Um Trends zu erkennen, müsse laut Puiu ein längerer Zeitraum betrachtet werden. Derzeit seien aber „keine Anpassungen oder Ausweitungen“ geplant.

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Von Peer Hellerling

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