Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Spatenstich für Mutter-Kind-Zentrum: Hier entsteht Niedersachsens größte Geburtsklinik
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Krankenhäuser Friederikenstift und Henriettenstift bauen Auf der Bult die Geburtsklinik Henrike

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:51 22.11.2019
So soll das Mutter-Kind-Zentrum aussehen. Quelle: Animation Henrieke Hannover
Hannover

Auf dem Gelände des Kinderkrankenhauses Auf der Bult entsteht in den nächsten dreieinhalb Jahren das größte Mutter-Kind-Zentrum in Niedersachsen, das auch zu den größten bundesweit gehören wird. „Heute starten wir ein einzigartiges Projekt. Ein Zentrum mit einer Qualität und Kapazität, die es so kein zweites Mal gibt“, sagt Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann beim ersten Spatenstich am Freitag. Dazu haben sich die Diakovere-Häuser Henriettenstift und Friederikenstift zusammengeschlossen. Das zeigt sich auch im neuen Namen der Klinik, der aus den Vorgängern zusammengefasst wird: Henrike heißt das Mutter-Kind-Zentrum in Hannovers Süden.

Das Zentrum soll Geburtshilfe und Neugeborenenzentrum unter einem Dach vereinen und wird direkt an das bestehende Krankenhausgebäude Auf der Bult angebunden. Rund 62 Millionen Euro soll das Vorhaben kosten. Die Geburtsstationen an den jeweiligen Standorten in Kirchrode und der Calenberger Neustadt schließen und werden Auf der Bult zentralisiert. Das Henrietten- und das Friederikenstift verlegen insgesamt 67 Betten in das neue Zentrum.

Auf 8650 Quadratmetern Neubaufläche sollen bis Mitte 2023 insgesamt 35 Patientenzimmer, eine moderne Neugeborenenmedizin, Intensivstation sowie neun Kreißsäle und ein OP-Trakt entstehen. 18 Betten soll die neonatologische Intensivstation erhalten, die sich um die Behandlung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen kümmert. Außerdem entstehen Familienzimmer, in die sich junge Eltern mit ihrem Nachwuchs zurückziehen können.

Hohe Geburtenzahlen machen Neubau nötig

Spatenstich für das Mutter-Kind-Zentrum auf der Bult. Quelle: Frank Wilde

Als Grund für den Bau des Zentrums nannte Reimann unter anderem die gestiegenen Anforderungen: Laut Statistik haben die Geburtenzahlen in den vergangenen zehn Jahren in der Region Hannover um 30 Prozent zugenommen. Im vergangenen Jahr lag die Geburtenrate in der Stadt pro 1000 Frauen bei 49,7 – das entspricht 5530 Geburten. Durch die Schließungen der Entbindungseinrichtungen im Nordstadtkrankenhaus Hannover und in der Paracelsus-Klinik Langenhagen war die Belastung der Geburtsstationen in den vergangenen Jahren gestiegen.

Die Arbeiten beginnen am Montag. Zunächst müssen die Bereiche Intensivstation, Tagesklinik, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Neugeborene vorerst umziehen. In diesem Zuge wird auch der Haupteingang des Kinderkrankenhauses verlegt. Im Anschluss beginnt der Aushub auf dem ersten Bauabschnitt.

„Wir werden in modernen und familienfreundlichen Räumlichkeiten Platz für mehr als 4000 Geburten im Jahr anbieten“, sagte Stefan David, Vorsitzender der Diakovere-Geschäftsführung. Hannovers Bürgermeister Thomas Hermann (SPD) nannte den Bau „eine Aufwertung für den Medizinstandort Hannover“.

Land beteiligt sich mit 45 Millionen Euro am Neubau

Die Baukosten für das neue Mutter-Kind-Zentrum betragen rund 62 Millionen Euro. 40 Millionen Euro zahlt die Diakovere, 22 Millionen Euro das Kinder- und Jugendkrankenhaus. Mit 45 Millionen Euro Fördergeld beteiligt sich das Land – rund 31 Millionen entfallen an die Diakovere und 14 Millionen an das Krankenhaus. Zwischen 2019 und 2022 investiert Niedersachsen mit dem Bund und den Kommunen eine Milliarde Euro in Krankenhäuser.

Nach der Zusammenlegung zur Henrike-Klinik bleiben im Stadtgebiet noch die Medizinische Hochschule (Buchholz-Kleefeld) und das Vinzenzkrankenhaus (Kirchrode). Außerdem gibt es mehrere Geburtshäuser. Im Umland sind die Kliniken Gehrden, Großburgwedel und Neustadt am Rübenberge zuständig.

Für die familienfreundliche Ausstattung des Zentrums soll eine Spendenkampagne organisiert werden. Den Anfang machte Hans-Christian Biallas, Präsident der Klosterkammer Hannover, mit einem Scheck über 150.000 Euro.

Geburtenrate in der Region Hannover auf hohem Niveau

Zwischen 2012 und 2017 ist die Zahl der Geburten in der Region Hannover kontinuierlich gestiegen – 11.244 Kinder kamen im vorvergangenen Jahr zur Welt. Trotz eines leichten Rückgangs um 30 Geburten 2018 bleibt die Zahl auf einem hohen Level. In Burgwedel (+24 Prozent), Seelze (+12,1 Prozent) und Gehrden (+10 Prozent) stiegen die Geburtenzahlen von 2017 auf 2018 sogar im zweistelligen Bereich. Der jüngste Geburtenzuwachs in Seelze hat dazu geführt, dass in der Stadt erstmals seit 2004 die Zahl der Geburten wieder über der Zahl der Todesfälle liegt. Die Stadt Seelze verzeichnet damit 2018 als einzige Stadt in der Region Hannover einen positiven natürlichen Bevölkerungssaldo. 2016 und 2017 konnte nur die Landeshauptstadt ein positives Bevölkerungssaldo vorweisen: 2016 gab es 206 Geburten mehr als Todesfälle. Im Jahr darauf waren es 102.

Lesen Sie auch

Von Manuel Behrens

Wie dreht man eine Verfolgungsszene? Was geschieht mit Filmfahrzeugen nach dem Dreh? Wie teuer ist eine Aston Martin DB 5? Diese und weitere Fragen beantwortet Hochschuldozent Siegfried Tesche am Montag, 25. November, in einem Vortrag über die Fahrzeuge des berühmten Geheimagenten James Bond.

24.11.2019

Ein Mann aus Lehrte hat am Donnerstag eine Frau belästigt und sie bis zum Hauptbahnhof Hannover verfolgt. Der Stalker lief dem 21-jährigen Opfer sogar bis in die Polizeiwache hinterher. Der 27-Jährige gehört zu einer polizeibekannten Großfamilie, die Mitte Oktober einen 17-Jährigen mit dem Tode bedrohte.

22.11.2019

Justiz, Polizei und Fachverwaltungen aus Hannover, Laatzen und Langenhagen wollen noch stärker zusammenarbeiten – um auffällige oder straffällige gewordene Jugendliche besser betreuen zu können und ein Abgleiten in die Kriminalität zu verhindern.

22.11.2019