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Aus der Stadt Ausstellung zu deutschen Kriegsgefangenen in Japan
Hannover Aus der Stadt Ausstellung zu deutschen Kriegsgefangenen in Japan
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17:53 13.03.2019
Vergessenes Kapitel der Geschichte: Gabriele Andretta, Kikuko Kato und Birgit Honé (v.l.) im Landtag. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Die Geschichte erzählt von einem Stück Menschlichkeit mitten im Krieg: Rund 1000 deutsche Kriegsgefangene waren im Ersten Weltkrieg im japanischen Lager Bando interniert. Die meisten waren in Gefangenschaft geraten, als die Japaner 1914 die deutsche Kolonie Tsingtau in China eingenommen hatten. Ihr Schicksal steht jetzt im Zentrum der Ausstellung „Begegnungen hinter Stacheldraht“, die bis zum 26. März im Landtag zu sehen ist. „Das Kapitel ist in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt“, sagt Landtagspräsidentin Gabriele Andretta, die die Ausstellung mit Europaministerin Birgit Honé und der japanischen Generalkonsulin Kikuko Kato eröffnete.

Lebhafter Kulturaustausch

„Der liberale Lagerkommandant Toyohisa Matsue behandelte die Gefangenen human, es kam zu einem lebhaften Kulturaustausch“, sagt Heike Düselder, Direktorin des Museums Lüneburg, das die Ausstellung konzipiert hat. In Bando, das heute zur Stadt Naruto gehört, durften die Gefangenen Theatergruppen und Sportklubs gründen, sie besuchten Sprachkurse – und sie gründeten einen Gefangenenchor ganz eigener Art. In einem denkwürdigen Konzert führten sie am 1. Juni 1918 Beethovens „Neunte“ zum ersten Mal in Japan auf – bis heute wird der Jahrestag dort groß begangen.

Die Bando-Ausstellung im Landtag

Die Ausstellung zeigt Fotos, Lagerpläne und persönliche Briefe und Habseligkeiten der Gefangenen. Etwa 100 von diesen blieben auch nach Kriegsende in Japan. Bei der Eröffnung waren auch Schüler von der Johnouchi-Highschool in Niedersachsens Partnerpräfektur Tokushima dabei, die derzeit an der Wilhelm-Raabe-Schule zu Gast sind. „Vor 100 Jahren herrschte der Geist der interkulturellen Begegnung“, sagte Schulleiter Martin Thunich. „Wir wünschen uns, dass dieser heute eine Fortsetzung findet.“

Von Simon Benne

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