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Aus der Stadt Tausende Hannoveraner bekommen langsameres Internet
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Langsameres Internet für Tausende Mieter

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00:16 24.05.2019
100 Megabit statt 444? Viele Mieter sind sauer über die Reduzierung – auch wenn die Anbieter Besserung versprechen. Quelle: picture alliance / dpa
Hannover

In Tausenden Haushalten Hannovers steht eine technische Umstellung bevor: Ab Juli 2019 beziehen sie ihr Kabelfernsehen sowie meist auch Internet und Telefon nicht mehr vom regionalen Anbieter Antec oder dem Marktführer Vodafone/Kabel Deutschland, sondern von der hannoverschen Telekommunikationsfirma Htp. Bei einigen, die sich an schnelles Internet gewöhnt haben, gibt es Verärgerung: Antec hatte bisher eine Netzgeschwindigkeit von bis zu 444 Megabit pro Sekunde geboten, Htp dagegen kann derzeit nur 100 garantieren. „Die Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung sieht vor, dass die Verbindungen schneller werden – stattdessen wird es in Hannover jetzt langsamer“, ärgert sich ein Mieter.

Heimkehr und Hanova wählen neuen Anbieter

Die größte Wohnungsgesellschaft der Stadt, Hanova, bestätigt den Wechsel zu Htp in einigen Wohnquartieren zum Sommer, auch die Wohngenossenschaft Heimkehr will nach einer dreijährigen Testphase nun mit allen ihren 5500 Wohnungen Htp-Kunde werden. „Es gibt neuerdings mehr Wettbewerb auf dem Markt“, sagt Heimkehr-Vorstand Sven Scriba: „Davon, dass mit Htp jetzt ein dritter Anbieter vorhanden ist, profitieren unterm Strich alle Kunden.“ Während Einzelverträge für Kabelfernsehen normalerweise rund 20 Euro im Monat kosten, schließen Wohnungsgesellschaften oft Kombiverträge für alle Mieter ab – aktuell liegt der Preis bei rund 5 Euro im Monat – auch ein Ergebnis des härter werdenden Wettbewerbs.

Doch die Angebote sind verschieden. Während es viele Mieter bei Antec gewohnt waren, eine große Zahl an Kabelfernsehprogrammen automatisch in hochauflösender HD-Qualität zu bekommen, muss man bei Htp ein Zusatzpaket buchen, um Privatsender in HD zu sehen. Es kostet nochmal rund 5 Euro im Monat. Besonderen Ärger aber gibt es um das Tempo im Internet.

100 Megabit pro Sekunde als garantierte Rate

Htp-Geschäftsführer Karsten Schmidt bestätigt, dass andere Unternehmen mit höheren Datenraten werben. „Aber diese bis-zu-Angaben sind meist nur theoretische Werte“, sagt Schmidt: „In der Praxis werden sie kaum erreicht, wenn viele Menschen im Haus gleichzeitig surfen.“ Htp dagegen biete eine garantierte Datenrate von 100 Megabit. Man habe bis zu jedem Haus, das zum 1. Juli angeschlossen wird, Glasfaserverbindungen gelegt und könne so sicherstellen, dass das hohe Tempo gewährleistet werde.

Bei der Hanova ist laut Sprecher Frank Ermlich zunächst nur für etwa 1000 Wohnungen ein Rahmenvertrag mit Htp geschlossen worden. Man wolle sich nicht von einzelnen Anbietern abhängig machen und verteile daher die Aufträge auf verschiedene Firmen. Der Vertrag der Wohnungsgesellschaft, der für alle Mieter bindend ist, gelte aber nur für den Kabelfernsehempfang. Jeder Mieter könne frei einen neuen Internet- und Telefonanbieter wählen, auch wenn er vorher bei Antec einen Kombivertrag für TV, Internet und Telefon hatte.

Htp will bis Jahresende schnelleres Internet bieten

Allerdings nutzt Htp den Koax-Breitbandanschluss für das Kabelfernsehen, wie es in der Branche üblich ist. Wer ein schnelles Internet bei einem Konkurrenzanbieter buchen will, muss daher auf die herkömmliche Telefon-Kupferverbindung ausweichen, die eher für langsame Datentransfers geeignet ist. Htp-Geschäftsführer Schmidt verspricht aber, dass auch sein Unternehmen voraussichtlich bis Jahresende deutlich schnelleres Internet in Hannover anbieten könne. „Wir haben mit allen Mietern, die sich bei den Wohnungsgesellschaften beschwert haben, Kontakt aufgenommen“, sagt er. Bisher habe man in allen Fällen das Problem lösen können.

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