Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Versuchte Entführung in Linden: Was wir wissen und was wir nicht wissen
Hannover Aus der Stadt Versuchte Entführung in Linden: Was wir wissen und was wir nicht wissen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:58 14.02.2019
Die versuchte Kindesentführung in Hannover hat zahlreiche Reaktionen und Gerüchte produziert. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Ein Unbekannter soll am Donnerstag, 7. Februar, in Linden-Nord versucht haben, einer Mutter den Kinderwagen samt dreijährigem Sohn darin zu entreißen. Die Entführung konnte nur knapp verhindert werden, die Polizei sucht inzwischen nach dem Mann. Bei Facebook und Whatsapp sorgt der Vorfall seit dem Auftauchen einer Warnung für viel Aufsehen.

Was ist passiert?

Ein älterer Mann soll am 7. Februar an der Bennostraße gegen 15.30 Uhr am Kinderwagen einer jungen Mutter gezerrt haben. Darin lag der dreijährige Sohn, sie kamen gerade von einer nahegelegenen Kindertagesstätte an der Herbartstraße. Nur weil die 24-Jährige und ihre Schwiegermutter (62) den Kinderwagen festhielten, scheiterte der Gesuchte mit seinem Vorhaben und floh. Die Polizei ermittelt wegen einer versuchten Entziehung Minderjähriger. Die Beweggründe des Mannes sind unklar.

Anzeige

Wie sieht der Mann aus?

Die Polizei sucht nach einem etwa 50 Jahre alten Mann, der zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß sein soll. Er hat zudem zottelige, graue Haare. Nach dem gescheiterten Entfühungsversuch stoppte ein älterer, silberner VW neben dem Gesuchten, dieser stieg auf der Beifahrerseite ein und der Wagen fuhr Richtung Stärkestraße davon. Hinweise erbittet die Polizei unter Telefon (0511) 109 39 20.

Was sagt die Kita des Kindes dazu?

Der Vorfall soll auf dem Heimweg passiert sein, kurz nachdem die Mutter ihren Sohn von der Awo-Kita an der Herbartstraße abgeholt hatte. Nach HAZ-Informationen soll die 24-Jährige dort bereits am Morgen nach dem Vorfall berichtet haben, dass ein möglicherweise verwirrter Mann den Kinderwagen etwas ruppiger angefasst habe. Von einer versuchten Entführung sei keine Rede gewesen.

Was steht in dem Facebook-Post?

Der Beitrag zeigt einen Zettel, der in einem Fenster in Linden-Nord klebt. Darauf ist zu lesen, dass es angeblich am 7. Februar zwei Vorfälle gegeben haben soll. Demnach konnten bloß Passanten durch ein Eingreifen verhindern, dass der Unbekannte das Kind entführen konnte. Wer den Zettel geschrieben und zudem erst eine Woche später in Linden-Nord aufgehängt hat, ist offen.

Wie viele Übergriffe gab es wirklich?

Der Polizei liegt ein Fall von versuchter Entführung vor. Gleichzeitig widersprechen die Beamten ausdrücklich anders lautenden Aussagen im Internet und bei Whatsapp, dass es bis zu vier solcher Taten gegeben haben soll. Die restlichen drei seien nichts weiter als Gerüchte.

Was macht die Polizei?

Die Ermittler nehmen den Vorfall „sehr ernst“, sagt Behördensprecher Mirco Nowak. Die Streifenwagenbesatzungen seien nach Bekanntwerden umgehend sensibilisiert worden und sollen nun nach dem Verdächtigen im Stadtteil Ausschau halten. Möglicherweise könne in den kommenden Tagen mehr zu den Vorwürfen gesagt werden.

Lesen Sie hier mehr über den gesamten Fall.

Von Peer Hellerling