Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Grundschule Mengendamm möchte nicht viele Roma-Kinder aufnehmen
Hannover Aus der Stadt Grundschule Mengendamm möchte nicht viele Roma-Kinder aufnehmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 11.03.2019
Etwas versteckt hinter einem Garagenhof befindet sich die Notunterkunft, in der die Roma-Familien leben. Quelle: Samantha Franson
List

Die Grundschule Mengendamm fühlt sich mit der Aufnahme aller Romakinder aus der neuen Notunterkunft für obdachlose Familien in der Podbielskistraße 115 überfordert. Grundschulleiter Andreas Kathmann schlug in der jüngsten Sitzung des Bezirksrates vor, die Kinder zu gleichen Teilen an der Grundschule Mengendamm und an der Grundschule Brüder-Grimm unterzubringen. Erfahrungen anderer hannoverscher Grundschulen hätten gezeigt, dass es nicht zuträglich sei, wenn sehr viele Kinder aus Romafamilien an einer Schule wären.

Zehn Kinder sind im Grundschulalter

Wie berichtet hatte die Stadt die Obdachlosenunterkunft Alte Peiner Heerstraße in Lahe geräumt, nachdem öffentlich bekannt geworden war, dass dort Romafamilien unter menschenunwürdigen Umständen leben. Die Romafamilien wurden daraufhin in der Notunterkunft in der Podbielskistraße untergebracht. Einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der CDU-Fraktion im Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide zufolge lebten in Lahe neben 12 Erwachsenen auch 23 Kinder zwischen 9 Monaten und 16 Jahren. 14 Kinder sind nach städtischen Angaben im schulpflichtigen Alter, zehn davon im Grundschulalter. Bislang besuchten sie alle die zuständige Schule des Schuleinzugsbezirkes, die Grundschule Gartenheim.

Umzug der Roma-Kinder kam für Grundschule überraschend

Kathmann wies darauf hin, dass die Adresse der neuen Notunterkunft –Podbielskistraße 115 – bis vor anderthalb Jahren noch dem Schulbezirk der Grundschule Brüder-Grimm zugeordnet gewesen sei. Er sei zudem verwundert darüber, dass die Schule nicht im Vorfeld darüber informiert worden sei, dass die Romakinder in die neue Notunterkunft ziehen würden. Die Stadt habe relativ zügig, nämlich innerhalb von zwei Tagen gehandelt, nachdem bekannt geworden sei, unter was für schwierigen Umständen die Romafamilien in der vorherigen Unterkunft in der Alten Peiner Heerstraße lebten, sagte Bezirksbürgermeisterin Irma Walkling-Stehmann in der Sitzung des Bezirksrates. Die Unterkunft werde sukzessive mit weiteren obdachlosen Familien belegt, die anderen Familien gehörten ihren Informationen zufolge allerdings nicht zum Kreis der Sinti und Roma, sagte Walkling-Stehmann. Es mache Sinn, die Kinder auf mehrere Grundschulen zu verteilen. Ein Stadtteil wie die List könne prinzipiell auch Kinder aus solchen, oft eher schwierigen Verhältnissen gut vertragen: „Andere Stadtteile haben es schwerer“, sagte Walkling-Stehmann.

Besichtigungstermin ist Anfang März

Die neue Unterkunft in der Podbielskistraße 115 C-F kann nach Angaben der Stadt am kommenden Donnerstag, 7. März, zwischen 16 und 18 Uhr bei einem Tag der offenen Tür“ besichtigt werden. Um 17 Uhr stehen Mitarbeiter der Stadtverwaltung im Gemeinschaftsraum für Fragen zur Verfügung. Die Modulbauanlage hat 130 Plätze und 18 Notschlafplätze. Es sollen ausschließlich Familien untergebracht werden. Betreiberin ist die Living Quarter GmbH.

Von Jutta Rinas

Demonstranten aus Göttingen protestierten im Dezember 2017 gegen den AfD-Parteitag im Congress Centrum in Hannover. Ein Student wurde dabei verletzt – was auch die Polizeidirektion als übermäßigen Einsatz von Gewalt ansieht und weitere Fehler einräumt.

11.03.2019

Nach Protesten von Eltern und Schulen rückt die Stadt von ihrem Plan ab, Sozialarbeiterstellen an fünf Grundschulen zu streichen. Nun muss das Geld anderweitig eingespart werden.

11.03.2019

Eine neue Ermittlungsgruppe soll sich künftig bei der Polizeidirektion Hannover um alte, ungelöste Fälle kümmern. Die sogenannte Cold Case Unit besteht aus sieben Kripobeamten und hat gerade ihre Arbeit aufgenommen.

11.03.2019