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Aus der Stadt Schuss in der Gorch-Fock-Straße: Opfer stirbt im Krankenhaus
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Hannover-List: Schuss in der Gorch-Fock-Straße: Opfer stirbt im Krankenhaus

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16:40 01.10.2019
Am Sonntagabend war in der List der 43-jähriger Mahmoud S. angeschossen worden. Am Dienstag ist er seinen Verletzungen erlegen. Quelle: Christian Elsner
Hannover

Der 43-jährige Mann, der am Sonntagabend im hannoverschen Stadtteil List auf offener Straße angeschossen wurde, ist an den Folgen seiner Verletzung gestorben. Die Polizeidirektion Hannover hat am Dienstag eine Mordkommission eingerichtet, die den Vorfall in der Gorch-Fock-Straße aufklären soll. Mahmoud S. war in der Straße gegen 21 Uhr angeschossen worden. Die Mordkommission „Gorch Fock“ sucht nach einem Mann, der den Schuss abgefeuert haben soll. Zeugen hatten ausgesagt, der Täter habe südländisch ausgesehen, aber hochdeutsch gesprochen. Er ist zwischen 1,70 Meter und 1,80 Meter groß und schlank und hat kurze dunkle Haare.

Motiv der Tat weiter unklar

Was hinter dem Anschlag stecken könnte, ist derzeit vollkommen unklar. „Wir fangen jetzt damit an, zu überprüfen, womit das Opfer sein Geld verdient hat, in welchen Kreisen sich der Mann bewegt hat, um die Hintergründe der Tat klären zu können“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Eine Obduktion der Leiche sei inzwischen angeordnet worden.

Kripo ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung

Auch die Angehörigen des Opfers sind ratlos. „Er wollte am Sonntagabend nur kurz aus dem Haus, so, wie er das schon hundert Mal gemacht hat“, sagt eine Verwandte. Mahmoud S., der aus dem Libanon stammt, hat mit seiner Frau und den vier Kindern im Hinrichsring gelebt. Die Wohnung liegt nur wenige hundert Meter vom Tatort in der Gorch-Fock-Straße entfernt. Nach Angaben der Hinterbliebenen sollen dort am Sonntagabend zwei bis vier Männer dem 43-jährigen Familienvater aufgelauert haben. „Die Aussagen der Zeugen sind unterschiedlich“, sagt ein Angehöriger. Die Unbekannten sollen zunächst mit Mahmoud S. in Streit geraten sein. Dann soll sich ein Handgemenge entwickelt haben. Im Verlauf der Prügelei soll einer der Männer eine Waffe gezogen und abgedrückt haben. Die Kugel traf den 43-Jährigen in den Oberschenkel. „Wichtige Blutgefäße sind dabei verletzt worden, er hat schnell viel Blut verloren“, sagt ein Angehöriger.

Wer lauerte dem Familienvater an der Bushaltestelle auf?

Die Täter sollen in unterschiedliche Richtung davon gelaufen sein. Ob sie in der Nähe einen Fluchtwagen versteckt hatten, ist unklar. Mahmoud S. brach auf der Straße zusammen. Anwohner versorgten den Verletzten, bis der Rettungswagen vor Ort war. Auf dem Weg in die Medizinische Hochschule musste der 43-Jährige wiederbelebt werden. Noch in der Nacht wurde S. notoperiert. „Am Montag ist er noch einmal operiert worden, aber er hat es leider nicht geschafft“, sagt eine Verwandte. Die Hinterbliebenen beschäftigt seit Sonntagabend nur eine Frage: Warum haben die Männer Mahmoud S. an der Bushaltestelle in der Gorch-Fock-Straße aufgelauert? Warum trug mindestens einer eine Schusswaffe bei sich? Der 43-Jährige war unmittelbar vor seinem Tod arbeitssuchend. Vorher hatte er im Sicherheitsgewerbe Geld verdient, war unter anderem Ladendetektiv in einem Supermarkt und Türsteher. Hat jemand am Sonntag eine alte Rechnung mit Mahmoud S. aus dieser zeit begleichen wollen?

Polizei fährt regelmäßig Streife durch die Siedlung

Die Nachricht vom gewaltsamen Tod des Familienvaters hat sich in der Hochhaussiedlung schnell herum gesprochen. „Ich kannte ihn vom Sehen, er hat immer freundlich gegrüßt“, sagt ein Nachbar. Die Betreiber des kleinen Supermarktes in der Siedlung sind geschockt: „Wie kann so was bei uns passieren? Hier gibt es so viele Kinder“, sagte eine Verkäuferin. Am Tatort deutet am Dienstag nichts mehr darauf hin, dass dort vor wenigen Tagen ein schweres Verbrechen verübt worden ist. Die Polizei hat ihre Präsenz in dem Viertel deutlich verstärkt. Regelmäßig fahren jetzt Streifenwagen die Straßen der Siedlung ab.

Die beiden Ersthelfer, die sich am Sonntag am Tatort um den blutüberströmten Verletzten gekümmert hatten, bis der Rettungswagen vor Ort war und die als Zeugen gesucht wurden, haben sich inzwischen gemeldet. Die Kripo sucht dennoch weitere Hinweisgeber, die rund um die Gorch-Fock-Straße verdächtige Personen oder Autos beobachtet haben. Die Ermittler sind unter der Nummer (0511) 1 09 55 55 zu erreichen.

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Von Tobias Morchner

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