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Aus der Stadt Teilstück der Jakobistraße soll zur Fahrradstraße werden
Hannover Aus der Stadt

Hannover-List: Teilstück der Jakobistraße soll zur Fahrradstraße werden

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19:48 03.10.2019
Schilder wie hier in der Südstadt in der Straße Große Barlinge weisen auf eine Fahrradstraße hin. Quelle: Moritz Frankenberg
Vahrenwald-List

In der List und in Vahrenwald soll es mehr Schutzstreifen und Wege für Radfahrer geben. Das haben Anlieger in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Vahrenwald-List gefordert. Ihrer Ansicht nach ist vor allem die Verbindung von der Nordstadt über Zieten- und Jakobistraße bis zum Lister Platz für Radfahrer nicht sicher. Sie schlagen Schutzstreifen vor und fordern zudem das Absperren der Gehwege an der Jakobistraße, damit diese nicht länger von Autos zugeparkt werden.

Mehr Poller gegen Falschparker?

Den Bezirksratspolitikern ist das Problem bekannt. Vor einiger Zeit hat die Stadt bereits Teile der Gehwege an der Jakobistraße abgepollert, um Autos fernzuhalten. Diese Maßnahme wird auch für die gegenüberliegende Seite zwischen Voß- und Isernhagenerstraße erwogen. Die Jakobistraße ist zwischen Voßstraße und Lister Platz schon seit einiger Zeit als Tempo-30-Zone ausgewiesen. In diesen Zonen sind Markierungen für Radfahrer grundsätzlich nicht vorgesehen. „Wir wollen das Teilstück aber schnellstmöglich zur Fahrradstraße umwandeln“, betont Thomas Bechinie (SPD).

Umfrage geplant

Die Antwort auf die Parkplatznot indes seien weder Schrägstellplätze noch Tiefgaragen, sagt Bechinie. „Wir haben erkannt, dass wir mehr Angebote machen müssen, damit Bürger auf das Auto verzichten.“ Dafür will der Bezirksrat eine Umfrage starten, bei der die Anwohner die Voraussetzungen nennen sollen, unter denen sie auf das Rad umsteigen würden. Die Bezirksratspolitiker machten aber auch deutlich, dass das Gremium lediglich Anregungen geben kann, die Entscheidung für die einzelnen Schritte zur Umsetzung liegt bei der Verwaltung.

Edenstraße soll sicherer werden

Neben der Einrichtung einer Fahrradstraße in einem Teilstück der Jakobistraße soll auch in der Edenstraße nachgebessert werden. Auch dort sollen Radfahrer in einzelnen Abschnitten Vorrang gewährt werden.

Rund zwei Dutzend Straßen sind in Hannover bereits als sogenannte Fahrradstraßen ausgewiesen. Dort dürfen Radfahrer die gesamte Fahrbahn nutzen, also auch nebeneinander fahren. Autos und Motorräder dürfen nur passieren, wenn ein Zusatzschild dies erlaubt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt für alle Fahrzeuge 30 Stundenkilometer. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, müssen Kraftfahrer die Geschwindigkeit weiter verringern. In Fahrradstraßen gilt die Vorfahrtsregel „rechts vor links“.

Die Stadt hat sich vorgenommen, den Radverkehr zu fördern. Bis 2025 soll sein Anteil am Gesamtverkehr 25 Prozent betragen.

Kommentar: Lobenswerter Ansatz

Von Susanna Bauch

Der Bezirksrat will mehr Fahrräder und weniger Autos in List und Vahrenwald. Dafür soll es mehr Fahrradstraßen und weniger (illegale) Parkplätze geben. Das Grundproblem ist längst erkannt: Es fehlen den Stadtteilpolitikern nicht in erster Linie Parkplätze, sondern vielmehr Anreize für Autofahrer, öfter auf ihr Gefährt zu verzichten und auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Rad umzusteigen.

Fahrradstraßen sollen helfen, diese Alternative attraktiver zumachen. Denn theoretisch hat der Radfahrer auf diesen Abschnitten Vorfahrt, Räder dürfen nebeneinander fahren und von Autos nicht gefährdet werden, außerdem gilt Tempo 30. Leider gilt auch nach wie vor rechts vor links, für diese Vorfahrtsregel müssen Radler also auch auf „ihren“ Straßen bremsen.

In der Jakobistraße sollen nun Radfahrer auf einem Teilstück offiziell Vorfahrt bekommen, im Verlauf Richtung Vahrenwald werden Schutzstreifen in Erwägung gezogen. Gleichzeitig steht auch die Abpollerung weiterer Teile der Gehwege an der Jakobistraße in Aussicht, um illegale Parker fernzuhalten. Gewissermaßen eine Doppelstrategie zugunsten von Fahrradfahrern und nicht zuletzt auch Fußgängern. Bleibt abzuwarten, ob das Projekt auch in der Praxis greift, der Ansatz jedenfalls ist schon mal vielversprechend. Nachbesserungen aber müssen erlaubt sein.

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