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Aus der Stadt Sturmtief „Bennet“: Flugzeuge kämpfen gegen die Windböen
Hannover Aus der Stadt Sturmtief „Bennet“: Flugzeuge kämpfen gegen die Windböen
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21:48 04.03.2019
Ein Flugzeug landet in deutlicher Schräglage bei starken Sturmböen auf dem Flughafen Langenhagen. Quelle: Raphael Knipping/dpa
Hannover

Die Feuerwehren der Region Hannover sind seit Montagmorgen wegen diverser Gewitter- und Sturmschäden im Einsatz. „Es gab mehrere abgebrochene Äste, umgestürzte Bäume und lose Dachziegel“, sagte Hannovers Feuerwehrsprecher Michael Hintz am Abend. So mussten die Retter gleich zweimal mit einem Feuerwehrkran anrücken, um schwere Stämme von Autos und einem Dach zu hieven. Auch im Umland waren die Rettungskräfte gefordert: In mehreren Kommunen stürzen Bäume um, an anderen Orten schlugen Blitze ein. Sturmtief „Bennet“ zog demnach bis zum Abend vom Südwesten in Richtung Nordosten über die Region hinweg. Auch die Bahnstrecke zwischen Hannover und Wolfsburg war stundenlang gesperrt, weil ein Baumstamm die Gleise blockierte.

Sturmtief „Bennet“ ist am Montag über die Region Hannover hinweggefegt und hat zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen geführt. Allein in der Landeshauptstadt stürzten mehrere Bäume um, zwei von ihnen mussten mit einem Feuerwehrkran geborgen werden.

Laut Hintz verzeichneten die Retter in der Landeshauptstadt bis zum frühen Abend rund 25 Einsätze. „Glücklicherweise wurde niemand verletzt“, sagte er. Dafür mussten die Feuerwehrleute allerdings in zwei Fällen mit schwerem Gerät anrücken: Bereits am Morgen hatte „Bennet“ einen 25 Meter hohen Laubbaum in Linden-Mitte gefällt. Der Stamm landete an der Posthornstraße auf dem Fahrzeug eines Handwerkerbetriebs sowie auf einem grauen VW Golf. „Darüber hinaus beschädigte der Baum eine Straßenlaterne“, sagte Hintz. In Isernhagen-Süd wiederum stürzte ein ebenfalls 25 Meter hoher Nadelbaum auf ein Haus im Eichholz, auch dort wurde ein Kran eingesetzt. Für das Bergen und Zersägen der beiden Stämme benötigte die Feuerwehr jeweils knapp zweieinhalb Stunden.

Erst ab etwa 13 Uhr ließ das Einsatzaufkommen nach, dennoch beschäftigte das Sturmtief die Retter bis in den Abend. Hintz: „Der Großteil der Vorfälle ereignete sich im östlichen Bereich Hannovers.“ Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte vor starkem Gewitter und Sturmböen bis in die Abendstunden gewarnt. Die Wettermessstation am Flughafen Langenhagen verzeichnete zu Spitzenzeiten Windböen von fast 100 Stundenkilometern.

Umgestürzte Bäume und Blitzeinschläge im Umland

Im Umland war unter anderem die Wedemark betroffen. Dort gab es binnen sieben Stunden rund zehn Sturmeinsätze, in Burgwedel wiederum stürzte eine 50 Jahre alte Douglasie auf ein Schullandheim und zerstörte dessen Giebel – verletzt wurde auch dort niemand. In Alt-Laatzen wehte der Sturm mittags Dachziegel von einem Mehrfamilienhaus, bei Ronnenberg schlug ein Blitz in eine Eiche ein und der Baum musste von der Feuerwehr gelöscht werden. Die Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) Niedersachsen meldete darüber hinaus mehrere umstürzte Bäume im Kreis Celle und dem Heidekreis. Es kam dort zu mehreren Unfällen.

So wirbelt Sturmtief Bennett durch die Region

Umgestürzte Bäume, beschädigte Dächer – der Sturm hat in Hannover und der Region einigen Schaden angerichtet.

Ronnenberg: Blitz schlägt in alter Eiche ein

Burgwedel: 50 Jahre alte Douglasie fällt auf Schullandheim

Uetze: Enno-Züge fallen aus

Burgdorf: „Bennett“ fällt mehrere Bäume im Stadtgebiet

Laatzen: Hildesheimer Straße wegen herunterfallender Dachziegel gesperrt

Seelze: Feuerwehr räumt Baum von der B 441

Neustadt: Sturm lässt einige Bäume umknicken

Wunstorf: Bäume und Dach beschädigt

Barsinghausen: Baum fällt auf Osterfeldstraße

Herrenhäuser Gärten schließen vorzeitig

Doch auch abseits der Feuerwehr hatte Sturmtief „Bennet“ Auswirkungen auf das Leben in der Region. Die Stadtverwaltung von Hannover musste ab 13 Uhr sowohl den Großen Garten als auch den Außenbereich des Berggartens in den Herrenhäuser Gärten für den Rest des Tages schließen. Im Gegenzug blieben aber die Berggarten-Schauhäuser bei kostenlosem Eintritt geöffnet. Am Flughafen wiederum hatten die Piloten mit den teils heftigen Böen zu kämpfen und mussten die Landebahn mitunter in Schräglage ansteuern. Insgesamt konnte „Bennet“ dem Flugbetrieb aber nichts anhaben: „Es gab keine Flugausfälle oder Verspätungen“, sagte Sprecher Sönke Jacobsen auf HAZ-Anfrage.

Verspätungen bei der Bahn

Wegen eines umgestürzten Baumes bei Uetze-Dollbergen gab es bis zum Nachmittag erhebliche Beeinträchtigungen auf der Bahnstrecke zwischen Hannover und Wolfsburg. Davon waren sämtliche Verbindungen auf der Ost-West-Achse zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen betroffen. Die Züge wurden über Braunschweig umgeleitet, es kam zu Verspätungen. Gegen 17.20 Uhr hob die Deutsche Bahn die Sperrung wieder auf. Das Unternehmen rechnete jedoch aufgrund der DWD-Mitteilung damit, dass Sturmtief „Bennet“ noch bis in den späten Abend zu Problemen führen kann.

Eine Störung gibt es auch auf der Strecke Hannover-Bremen, da bei Verden ein Baum in die Oberleitung gestürzt ist. Ein Bahnsprecher riet Reisenden vor Antritt der Fahrt auf der digitalen Bahntafel nachzusehen, ob die Strecken befahrbar sind. Zwischen Braunschweig und Salzgitter wurde wegen eines umgestürzten Baumes ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Orkanböen: Brocken-Bahn stellt den Betrieb ein

Die Schmalspurbahn zum Harz-Gipfel hat den Betrieb wegen der Orkanböen auf dem Brocken eingestellt. Kurz nach 11.30 Uhr fuhr die letzte Bahn vom Brocken nach Schierke zurück, wie ein Sprecher der Harzer Schmalspurbahnen sagte. Ob die Dampfloks am Dienstag wieder auf den Gipfel fahren könnten, war unklar. Die übrigen Linien durch den Harz waren trotz des Sturms zunächst in Betrieb.

Von Peer Hellerling und Stefan Bürgel

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