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Aus der Stadt Kobaltabbau für Akkus: Amnesty kritisiert Arbeitsbedingungen in Minen
Hannover Aus der Stadt Kobaltabbau für Akkus: Amnesty kritisiert Arbeitsbedingungen in Minen
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18:37 31.03.2019
Amnesty International und die Gesellschaft für bedrohte Völker haben anlässlich der Hannover Messe vor dem HCC demonstriert.
Amnesty International und die Gesellschaft für bedrohte Völker haben anlässlich der Hannover Messe vor dem HCC demonstriert. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

Sie sind zwar nur etwa 20 Teilnehmer, aber sie haben eine klare Botschaft: Die Aktivisten von Amnesty International haben am Sonntagnachmittag vor dem HCC verbindliche menschenrechtliche Standards beim Abbau des Metalls Kobalt gefordert. Grund für ihren Protest war die im Kongresszentrum feierlich eröffnete Hannover Messe, die am Montag beginnt. „In den Minen gibt es Kinderarbeit, die Arbeitsbedingungen sind schlecht und es gibt keinen Umweltschutz“, sagte André Ohnhold von Amnesty International Hannover. Teilweise würden Privatleute beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo ihre eigenen kleinen Minen graben.

„Wenn es der Industrie egal ist, woher das Material kommt, wird sich daran nichts ändern“, sagte Ohnhold. Während ihrer Aktion rollten die Teilnehmer ein großes 3D-Motiv des spanischen Streetart-Künstlers Eduardo Relero aus, auf dem afrikanische Kinder zu sehen sind, die unter der Erde Elektroautos abbauen. Laut Ohnhold gebe es bislang keine verbindlichen Standards seitens der Industrie oder Staatengemeinschaft, unter welchen Bedingungen Kobalt abgebaut werden darf. „Es geht nur über öffentlichen Druck, damit die Lieferwege streng überwacht werden“, sagte er. So hätten zuletzt beispielsweise BMW und Apple nach Protesten eingelenkt und würden seither darauf achten, aus welchen Quellen sie das Metall beziehen.

Schweden soll Rechte der Sami respektieren

Neben Amnesty richtete die Gesellschaft für bedrohte Völker ihren Protest wiederum gegen Schweden, dem diesjährigen Partnerland auf der Hannover Messe. Die Skandinavier würden zwar mit immer mehr Windparks ihr „grünes Image pflegen“. Allerdings würden die Anlagen „für viele der indigenen Sami im Norden des Landes zu einer konkreten Gefahr“, sagten die Aktivisten. Der Windkraft-Ausbau werde zur Gefahr für die Rentierherden des Volkes, ebenso der systematische Abbau von Eisenerz. „Die schwedische Wirtschaft kann nur wirklich smart und grün werden, wenn sie die grundlegenden Menschenrechte der Sami respektiert.“

Von Peer Hellerling