Hannover: Neustart nach der Corona-Pause: Das gilt an den Schulen
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Hannover: Neustart nach der Corona-Pause: Das gilt an den Schulen

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16:00 25.04.2020
Leerer Klassenraum in Hannover: Halbierung der Klassen soll für ausreichend Abstand sorgen. Quelle: Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Welche Hygieneregeln gelten bei der Wiedereröffnung der Schulen?

Als das Land hat gemeinsam mit den Schulträgern und dem Landesgesundheitsamt einen Rahmenhygieneplan entwickelt, der die bereits bestehenden Hygienepläne der Schulen ergänzen soll, wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Freitag erläutert hat. Die Schulen sollen demnach dafür sorgen, dass die Schüler den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten und auf regelmäßiges Händewaschen achten. Außerdem gelte: Wer krank ist, bleibt zu Hause. Körperkontakt wie Umarmungen oder Händeschütteln sollten unbedingt unterbleiben – auch wenn das nicht immer einfach sei, wie Tonne einräumte. Die Lehrer sollten die Hygieneregeln mit den Schülern besprechen, sagte der Minister.

Gibt es eine Maskenpflicht für Schüler?

Nein. Schüler könnten einen Mund-und-Nasenschutz in den Pausen tragen, im Unterricht sei er nicht erforderlich. Die Halbierung der Schulklassen solle dafür sorgen, dass es in den Klassenräumen ausreichend Platz zwischen den Schülern gebe.

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Gilt die Maskenpflicht, die ab Montag gilt, auch in Schulbussen?

Ja.

Müssen Lehrer eine Maske tragen?

Nein. Lehrer, die zu Risikogruppen gehören, könnten weiter im Homeoffice arbeiten.

Was geschieht, wenn die Schüler die Mindestabstände nicht einhalten können – etwa auf Schultoiletten oder in engen Gängen?

„Solche Situationen kann ich nicht ausschließen“, sagte Tonne. „Das System kann nicht in Stein gemeißelt sein.“ Gegebenenfalls müsse nachgebessert werden.

Weil die Klassen geteilt werden, wird immer nur die Hälfte der Klasse in der Schule unterrichtet, die andere Hälfte lernt zu Hause. Werden diese Arbeiten bewertet?

Grundsätzlich werde das Lernen zu Hause nicht bewertet, sagte Tonne. Diese Regelung, die seit Schließung der Schulen im März gilt, hat weiter Bestand. Allerdings könnten Schüler ihrer Arbeiten, die zu Hause entstanden seien, als fachspezifische Leistungen benoten lassen. Das Lernen zu Hause könne den Unterricht in der Schule nicht ersetzen, betonte Tonne. Es sei ein Element, um den Schulbetrieb wieder hochzufahren.

Wie viel und wie lange sollen die Kinder zu Hause lernen?

Die Aufgaben für zu Hause sollen laut Tonne dem Alter und Entwicklungsstand angepasst werden. Als Faustregel gelte: Erst- und Zweitklässler sollten etwa anderthalb Zeitstunden zu Hause arbeiten, Dritt- und Viertklässler sollten Aufgaben für zwei Zeitstunden täglich bekommen, Schüler von den fünften bis zu den achten Klassen für drei Zeitstunden und die neunten und zehnten Klassen für vier Zeitstunden.

Grundschüler beim Homeschooling: Der Umfang der Aufgaben orientiert sich am Alter. Quelle: imago images/Jochen Tack

Bislang ist die Rede davon, dass kein praktischer Sportunterricht mehr erteilt werden soll. Gilt das auch für das Sport-Abi?

In diesem Punkt habe das Land seine Verordnung noch einmal überarbeitet, sagte Tonne. Jetzt gilt: Alle sportpraktischen Prüfungen, die vor der Schließung abgenommen wurden, werden gewertet. Noch fehlende Teile der praktischen Prüfung werden nach den geltenden Hygienbedingungen abgenommen – Körperkontakt sei also nicht erlaubt.

Wie steht die Landesregierung zu Forderungen, die Sommerferien zu verkürzen oder sonnabends zu unterrichten?

Beide Vorstöße lehnt Tonne ab: Für ihn stelle sich die Frage Ausweitung der Schulpflicht auf den Sonnabend nicht. Auch die Diskussion über eine Verkürzung der Sommerferien will er nicht führen.

Viele Eltern wünschen sich mehr Betreuung für kleine Kinder – kann das Land ihnen eine Perspektive bieten?

Niedersachsen will von Mitte Mai an die private Betreuung von Kindern in Kleingruppen erlauben. Dann könnten Eltern, die ihre Kinder ohnehin zu Hause betreuen, als Nachbarschaftshilfe die Kinder von Freunde, Bekannten oder Verwandten mit beaufsichtigen, kündigte Tonne an. Erlaubt sein sollen Gruppen mit einer Größe bis zu fünf Kindern einschließlich der eigenen. Außerdem müsse es feste Betreuer geben, die die Kinder immer am selben Ort beaufsichtigen, zudem dürften die Kinder in der Gruppe nicht wechseln. So sei es nicht erlaubt, dass ein anderes Kind nachrücke, wenn eines aus der Gruppe krank werde. Die genauen Regeln will das Land in den kommenden Tagen mit den Städten und Gemeinden erarbeiten und am 7. oder 8. Mai vorstellen. Es solle sich um ein „niederschwelliges Angebot“ handeln, sagte Tonne.

Sind weitere Lockerungen in den Kitas geplant?

Alle zwei Wochen bewerteten Bund und Länder die Entwicklung der Infektionszahlen, sagte Tonne, danach werde entschieden, ob die Beschränkungen für Kindertagesstätten weiter gelockert werden könnten. In der nächsten Wochen würden die neuesten Zahlen analysiert „danach entscheiden wir: Welche Änderungen können wir daraus für die Kitas ableiten?“ Er wisse, dass den Eltern das Thema unter den Nägeln brenne, sagte der Minister. „Sowie ein Signal kommt, dass Lockerungen vertretbar sind, werden wir das in Niedersachsen umsetzen.“ Auch das Arbeiten im Homeoffice bedeute ja nicht, dass damit die Betreuung der Kinder gesichert sei.

Wie stark ausgelastet sind die Notgruppen in den Kitas?

In diesem Punkt sieht Tonne noch Luft. Seit Lockerung der Voraussetzungen für einen Platz in der Notbetreuung seien die Anträge in den Kitas nur mäßig gestiegen: Zu Beginn der Kita-Schließungen im März seien 2,5 Prozent der Kindern in Notgruppen betreut worden, derzeit seien es 3,2 Prozent; die Gruppengröße sei im Schnitt von 2,7 Kinder auf 2,9 Kinder gestiegen. Tonne hält einen Anteil von 8 Prozent für vertretbar.

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Von Michael B. Berger und Stefan Knopf

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