Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Realschüler der Werner-von-Siemens-Schule treffen polnische Jugendliche
Hannover Aus der Stadt

Hannover-Oststadt: Realschüler der Werner-von-Siemens-Schule treffen polnische Jugendliche

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:25 03.09.2019
Sind inzwischen Sechstklässler und nach wie vor begeistert von ihrer Austauschwoche mit polnischen Jugendlichen (v.l.): Blerentina, Medine, Aldrin, Emre und Alina von der Werner-von-Siemens-Schule vor einem Zebramobile der polnischen Schüler. Quelle: Tim Schaarschmidt
Oststadt

„Wenn man sich mag und gut versteht, geht die Zeit ganz schnell vorbei.“ Besser als Aldrin (11) kann man das vorrangige Ziel von Austauschprogrammen und Jugendbegegnungen eigentlich gar nicht auf den Punkt bringen.

Kurz vor den Sommerferien waren rund 20 Schüler der Werner-von-Siemens-Realschule, damals noch Fünftklässler, fünf Tage lang im Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal an der deutsch-polnischen Grenze zwischen Görlitz und Zittau gewesen und haben sich dort mit einer altersgemischten Gruppe polnischer Schüler getroffen.

Von den Erlebnissen zehren die Kinder aus Hannover bis heute. „Es war sehr schön“, sagt Blerentina (11). Besonders das gemeinsame Basteln von Zebramobiles hat ihr gefallen. Die Zebras, die die deutschen Kinder gestaltet haben, haben die polnischen Schüler mit nach Hause genommen. Das von den polnischen Schülern gebastelte Mobile hat jetzt einen Ehrenplatz in der Realschule am Welfenplatz.

Aldrin (li.) und Emre stellen ein Plakat vor. Quelle: Maike Mucha

Kommunikation auch ohne gleiche Sprache

Die Bastelaktion habe zusammengeschweißt, meint auch Aldrin. „Vorher haben wir Jungs uns schon beim Fußball gezofft und die Mädchen haben mal rumgezickt, aber danach haben wir uns super verstanden“, erzählt der Elfjährige. Dabei war das gar nicht so einfach, denn die einen sprachen kein Deutsch, die anderen kein Polnisch, und so geübt in englischer Konversation sind ja Fünftklässler noch nicht. Englischlehrerin Maike Mucha lobt aber, wie gut sich ihre Schüler geschlagen haben. „Ich bin sehr stolz auf sie.“ Zur Not habe man sich eben mit Händen und Füßen verständigt, sagt Aldrin. „Man muss nicht die gleiche Sprache sprechen, Kommunikation geht auch so“, sagt Mucha.

Die Bastelaktion hat die Kinder zusammengeschweißt. Quelle: Maike Mucha

Acht Schüler in einer Unterrichtsgruppe

Anhand von Plakaten haben die Realschüler erklärt, wie man in Hannover so lebt, welche Sehenswürdigkeiten es dort gibt und wie das Schulleben funktioniert. „Die polnischen Lehrer sind strenger“, meint Alina (11). „Wenn die schimpfen, hat das mehr Konsequenzen.“ Die deutsche Schülerin mit polnischen Wurzeln hat manchmal übersetzt, wenn Hände und Füße nichts mehr nutzten. Die Austauschpartner kamen nicht aus einer Großstadt wie Hannover, sondern aus einem Dorf südlich von Krakau. „Da macht man keine Klassenausflüge“, hat Emre (13) gelernt, „da macht man Schulausflüge.“ Unterrichtet würde nicht in großen Klassenverbänden, sondern in kleineren Gruppen von vielleicht acht Schülern.

Das Zwischenmenschliche wirkt nach

Medine (11) haben die Ausflüge in den Wald gut gefallen. Die Begegnungswoche, die vom deutsch-polnischen Jugendwerk gesponsort wurde, stand unter dem Thema „Sorgsamer Umgang mit Energie und Natur“. Marienthal war zu Expo-Zeiten eine Vorzeigekommune für den Umgang mit regenerativen Energien. Noch mehr als das Inhaltliche wirkt das Zwischenmenschliche nach. „Ich habe meine Handynummer mehreren polnischen Schülern gegeben“, erzählt Aldrin, „wir selbst durften ja keine Handys mitnehmen.“ Dem Kontakt habe das keinen Abbruch getan, sagt Aldrin, „Wir telefonieren immer noch, auch wenn wir manchmal nicht wissen, wie wir etwas sagen sollen.“

Tolle Gemeinschaft: Die Austauschgruppe. Quelle: Maike Mucha

Leonard Soppa, der bis zu den Sommerferien noch an der Werner-von-Siemens-Schule unterrichtet hat und davor Leiter der inzwischen ausgelaufenen Lotte-Kestner-Schule war, kann solche Begegnungen von zwei Schülergruppen an einem unabhängigen Ort nur empfehlen. Das deutsch-polnische Jugendwerk unterstütze diese Programme ausdrücklich.

Lesen Sie auch:

Das müssen Eltern von Erstklässlern in Hannover wissen

Das bringt das neue Schuljahr

Das ist erst der Anfang: So geht es für die neuen Erstklässler weiter

Schulbeginn in Hannover: Auf diese Fragen sollten Eltern die Antwort kennen

Von Saskia Döhner

Bislang unbekannte Brandstifter haben in Groß-Buchholz einen geparkten Kleintransporter angezündet. Es wurde niemand verletzt. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 10.000 Euro und sucht Zeugen.

03.09.2019

Nach einem Familienstreit ist ein 24-jähriger Mann in Hannover-Ricklingen in seinem Auto mit hohem Tempo auf eine 21-jährige Frau zugefahren. Sie konnte sich nur durch einen Sprung zur Seite retten.

03.09.2019

Auf dem Stadtfelddamm in Groß-Buchholz hat ein Sattelzug einen Radfahrer erfasst. Der 70-jährige Mann wurde schwer verletzt. Die Polizei sucht nun Zeugen für den Verkehrsunfall.

03.09.2019