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Aus der Stadt Gift in Schnapsflaschen: Underberg über Vorfall „nicht erfreut“
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Pflanzenschutzmittel in Underberg-Flaschen: Firma über Vorfall „nicht erfreut“

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18:55 04.11.2019
Die Firma Underberg hat sich wegen der Suche nach drei Schnapsfläschchen in Hannover zu Wort gemeldet. Quelle: picture-alliance / dpa/dpaweb
Hannover

Die Nachricht über drei in Hannover gestohlene „Underberg“-Flaschen, die statt Magenbitter mit dem hochgiftigen Pflanzenschutzmittel Parathion gefüllt sind, hat den Schnapshersteller in Rheinberg (Nordrhein-Westfalen) erreicht. Auf seiner Webseite veröffentlichte das Unternehmen nun eine Stellungnahme. Den Hersteller erfreue es natürlich nicht, „mit einem Pflanzenschutzmittel in Verbindung gebracht zu werden“. Unterberg finde es sogar „fast paradox“, da für die Schnapsproduktion „ausschließlich Kräuter in Bio-Qualität“ plus Wasser und Alkohol verwendet würden – „sonst nichts“.

Lesen Sie auch: Giftiger Inhalt: Polizei Hannover warnt vor herumliegenden Underberg-Flaschen

Hoffen auf „ein gutes Ende“

Die Firma Underberg hat auf ihrer Webseite einen langen Hinweis zur Suchaktion der Polizei veröffentlicht. Quelle: Underberg.com

Die Familie Underberg frage sich zudem, „warum man ein verbotenes Pflanzenschutzmittel zu Hause aufbewahrt“ und die kleinen 0,02-Liter-Fläschchen für die Lagerung zweckentfremde. „Immerhin zeugt es aber von der Integrität des Einbruchsopfers“, dass der Mann die Polizei über das Parathion informiert habe. „Wir hoffen auf ein gutes Ende“, heißt es in der Stellungnahme. Bei original in Strohpapier eingewickelten Schnapsflaschen könne laut Underberg aber weiter „bedenkenlos“ zugegriffen werden.

Polizei erhält zahlreiche Hinweise

Vergangene Woche waren Diebe in ein Einfamilienhaus am Nibelungenweg in Badenstedt eingebrochen. Dabei erbeuteten sie einen Tresor, in dem die drei kleinen Schnapsflaschen gelagert waren – gefüllt mit Parathion (E 605).

Das seit 2001 in der EU verbotene Pflanzenschutzmittel ist auch als Schwiegermuttergift bekannt und für Menschen tödlich. Bereits geringe Mengen können bei Hautkontakt oder durch Einatmen schwerste Gesundheitsschäden verursachen. Die Polizei prüft, ob wegen des Besitzes des Gifts auch gegen das Einbruchsopfer ermittelt wird.

Die Polizei Hannover hat inzwischen zahlreiche Hinweise auf herumliegende Schnapsflaschen erhalten. „Allerdings waren es immer nur leere Fläschchen“, sagt Behördensprecherin Antje Heilmann auf HAZ-Anfrage. Die Hinweise seien aus dem gesamten Stadtgebiet eingegangen, „das ist auch völlig in Ordnung“.

Heilmann teilt in dem Zusammenhang aber noch einmal mit, dass die Beamten vor allem um Anrufe zu verschlossenen oder angebrochenen Underberg-Flaschen bitten. Die Polizei ist erreichbar unter Telefon (0511) 109 27 17.

Alle aktuellen Polizeimeldungen

Die aktuellsten Polizeinachrichten aus Hannover lesen Sie hier in unserem Ticker.

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