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Aus der Stadt Im Galopp durch Bothfeld: Polizei Hannover fängt 40 entlaufene Pferde ein
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Polizei fängt 40 entlaufende Pferde ein

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17:23 14.08.2019
Kein Unrechtsbewusstsein: Nach ihrem Einfangen wirken die Pferde so, als sei nichts geschehen. Quelle: Jochen Lübke/dpa
Hannover

Tierischer Großeinsatz für die Polizei Hannover am Mittwochmorgen: Die Beamten haben im Stadtteil Bothfeld rund 40 ausgebüxte Pferde wieder einfangen müssen. Die Islandpferde waren gegen 6.35 Uhr aus ihrer Koppel am Laher Graben ausgebrochen und liefen anschließend über die Straße Im Heidkampe bis hinunter zur Podbielskistraße. Gemeinsam mit der Pferdebesitzerin und Anwohnern gelang es den Beamten nach rund einer Stunde, wieder alle Tiere einzufangen und auf die Weide zurückzubringen. Der Eigentümerin droht nun eine Rechnung für den Polizeieinsatz.

Die Polizei, Pferdebesitzer und Anwohner haben am Mittwochmorgen 40 entlaufende Tiere wieder einfangen müssen. Die Isländer waren von einer Weide in Bothfeld ausgebüxt und durch den Stadtteil gelaufen. Nach etwa einer Stunde standen alle Pferde wieder auf ihrer Koppel.

Die friedlichen Pferde hatten die Lücke im Elektrozaun ihrer Weide ausgenutzt, um ihren Ausflug zu unternehmen. „Sie haben eine große Runde gemacht“, sagt die Pferdebesitzerin der HAZ, ihren Namen möchte die Frau allerdings nicht nennen. „Das war ein gehöriger Schreck am Morgen.“ Zunächst liefen die 40 Isländer über den kleinen Pfad neben dem Laher Graben, von dort unter anderem auf die Straße Laher Heide und schließlich auf die Straße Im Heidkampe. Auf dem gesamten Abschnitt waren nach dem Ausbruch zahlreiche Hufabdrücke zu sehen, außerdem lagen überall Pferdeäpfel verteilt.

Acht Streifenwagen im Einsatz

Die ersten Islandpferde waren einer Spaziergängerin nahe der Lahwiesen aufgefallen, die umgehend die Polizei alarmierte. Als die Beamten eintrafen, machte sich ein weiterer Schwung an Tieren zur Erkundung der Umgebung auf. Die zweite Gruppe trabte gen Süden in Richtung Weidenallee davon. Die Polizisten spannten Flatterband auf dem Feldweg auf, doch die Islandpferde beeindruckte das wenig: Sie machten an der Absperrung kehrt und liefen in anderer Richtung davon. Mit acht Streifenwagen waren die Beamten letztlich im Einsatz, um alle 40 Tiere wieder einzufangen.

23 Pferde auf Bolzplatz eingekesselt

Unterstützt wurde sie dabei von den Pferdebesitzern und Anwohnern. „Ein Kollege konnte ein Tier direkt vor dem Fitnessstudio an der Podbielskistraße einfangen“, sagt Behördensprecher Philipp Hasse. „Eine Anwohnerin brachte ihm dann noch ein privates Halfter von zu Hause vorbei, um das Pferd vorläufig anzubinden.“ 23 weitere Isländer kesselte die Polizei auf einem nahe gelegenen Bolzplatz am Weidkämpe ein. Hasse: „Wir haben rundherum Flatterband aufgehängt.“ Die restlichen Tiere entlang der Straße wurden mit Streifenwagen zurück zur Koppel geführt.

Gegen 8.45 Uhr waren schließlich wieder alle Tiere auf der Weide, das Loch im Zaun wurde umgehend geflickt. Der Grund für den Ausbruch ist allerdings umstritten: Während die Polizei von „mangelhafter Umzäunung“ spricht, will die Pferdebesitzerin davon nichts wissen. „Der Zaun ist zwar schief, aber der hält“, sagt sie. Der dicke Holzpfahl an einer Ecke der Weide war aus dem Boden gerissen, außerdem stand der Zaun zuvor unter Strom. „Da gehört schon einiges dazu, das niederzudrücken“, sagt die Frau.

Rechnung für Polizeieinsatz droht

Dass dann aber alle 40 Tiere durch die Lücke schlüpften, sei nachvollziehbar: „Wenn einer geht, dann alle“, sagt die Besitzerin. „Sie haben einen großen Freiheitsdrang.“ Nachdem alle Pferde wieder auf der Weide waren, ging es an die Reparatur des Zaunes. Mit vereinten Kräften wurde ein neuer Eckpfosten eingesetzt und der Elektrozaun neu gespannt. Im Anschluss wurde auch die restliche Absperrung kontrolliert. Die Tiere standen schon direkt nach dem Einfangen wieder friedlich auf der Weide und wirkten nicht so, als seien sie noch kurz zuvor durch den halben Stadtteil galoppiert.

Trotz des Berufsverkehrs blieben Unfälle glücklicherweise aus, über generelle Sachschäden ist zurzeit ebenfalls nichts bekannt. Sollten dennoch geparkte Autos in Mitleidenschaft gezogen worden sein, bittet die Polizei unter Telefon (0511) 109 33 17 um Hinweise. Ungeachtet der Zweifel der Pferdebesitzerin an der Ausbruchsursache wollen die Ermittler ihr das Einfangen der Pferde in Rechnung stellen. Wie Hasse mitteilt, sei der Fall „zur internen Prüfung an das zuständige Dezernat weitergeleitet“ worden. Es sei zudem nicht das erste Mal gewesen, dass ein Pferd von dieser Koppel ausgebüxt sei. Zur Höhe der drohenden Kosten kann Hasse allerdings noch keine Angaben machen.

„Die Tiere sind pfiffig“

Zufällig vorbeikommende Sportler nahmen den polizeilichen Großeinsatz am Morgen mit Humor: „Das kommt hier bei den ganzen Weiden häufiger vor“, sagte Läufer Manfred Hebler. „Bei uns stand auch schon mal eins im Garten.“ 40 auf einen Schlag seien dann aber doch etwas Neues. „Keine Ahnung, wie die das angestellt haben“, sagte sein Laufkollege Siegfried Schildmacher. „Aber die Tiere sind pfiffig.“

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Von Peer Hellerling

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