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Aus der Stadt Streit mit Vermieter: Polizei fahndet nach Brandstifter
Hannover Aus der Stadt Streit mit Vermieter: Polizei fahndet nach Brandstifter
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00:16 21.12.2018
Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer an der Kronenstraße absichtlich gelegt wurde.
Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer an der Kronenstraße absichtlich gelegt wurde. Quelle: Peer Hellerling
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Hannover

Der Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus am Freitag in der Oststadt ist offenbar auf Brandstiftung zurückzuführen. Die Polizei fahndet seit dem Wochenende nach dem Mieter, in dessen Wohnung das Feuer ausgebrochen war. „Gegen ihn ist Haftbefehl erlassen worden“, bestätigte Behördensprecher Philipp Hasse am Dienstagmorgen entsprechende HAZ-Informationen. Der Mann soll das Feuer demnach gelegt haben, weil er Streitigkeiten mit dem Vermieter hatte. Bereits während des Brandes hatte die Polizei nach dem 51-Jährigen gesucht. Doch damals wollten die Beamten bloß ausschließen, dass er sich noch im brennenden Haus befand.

In einem Mehrfamilienhaus in der Oststadt von Hannover ist am Freitagmorgen ein Brand ausgebrochen. Eine Wohnung im dritten Stock des Gebäudes stand in Flammen, Nachbarn berichten, zuvor habe es einen lauten Knall gegeben.

Erst später entdeckten die Ermittler nach HAZ-Informationen in der Wohnung des Gesuchten im dritten Stock geraume Mengen Brandbeschleuniger. Das würde auch den Knall erklären, den Nachbarn gegen 5 Uhr unmittelbar vor Ausbruch des Feuers gehört hatten. Durch die Wucht der Explosion waren Teile der Heizung und Glassplitter in den Hinterhof des Gebäudes geschleudert worden. Menschen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden, die 24 Mieter des Hauses an der Kronenstraße sind allerdings zurzeit obdachlos.

Das Mehrfamilienhaus wurde noch am Wochenende von der Kriminalpolizei beschlagnahmt und der Eingang versiegelt. Gegen den 51-Jährigen wird nun wegen vorsätzlicher Brandstiftung ermittelt. Wo sich der Mieter momentan aufhält, ist nicht bekannt. Am Montag durften die übrigen Bewohner das unbewohnbare Haus erstmals wieder betreten, um ihren Besitz herauszuholen.

Etwa acht Stunden benötigte die Feuerwehr am Freitag, um die Flammen zu löschen. Während des Einsatzes stürzte zudem die Decke zwischen dem zweiten und dritten Stock des Hauses ein, weshalb der Brand zeitweise nur von außen bekämpft werden konnte. Der Schaden durch Flammen, Rauch und Löschwasser wird seitens der Polizei auf etwa eine halbe Million Euro geschätzt. Nach Angaben der Stadt kamen alle Bewohner des Hauses vorübergehend bei Verwandten und Freunden unter.

Alle Feuer absichtlich gelegt

Damit sind alle großen Brände vom vergangenen Wochenende auf Brandstiftung zurückzuführen. Das Feuer in einem Wohnkomplex in Ahlem am Sonnabend wurde demnach von einem 30-jährigen Mieter gelegt, er räumte die Tat noch am Einsatzort ein. Nur Stunden später brannten zwei Kinderwagen und ein Dreirad im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses in Linden-Süd, das Feuer war von Unbekannten gelegt worden. Darüber hinaus zündeten Brandstifter in der Nacht zu Sonnabend eine Laube und einen Schuppen in einer Mühlenberger Kleingartenkolonie an.

Von Peer Hellerling