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Aus der Stadt SEK tritt versehentlich dreimal die falschen Türen ein
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Hannover: SEK tritt bei Drogenrazzia versehentlich dreimal die falschen Türen ein

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00:18 14.05.2019
Mit solch einer Ramme öffnete die Polizei bei der Drogenrazzia am Mittwoch fälschlicherweise auch die Türen zu drei falschen Wohnungen. Quelle: Christian Elsner
Hannover

Panne bei der groß angelegten Drogenrazzia am Mittwoch: Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) haben bei der Durchsuchung von 57 Wohnungen in drei Fällen die falschen Türen erwischt. Wie das Landeskriminalamt (LKA) am Sonnabend bestätigte, hatten sich die Ermittler in drei Fällen in der Adresse geirrt. Laut Sprecher Matthias Eichler seien stets „melderechtliche Unstimmigkeiten“ die Ursache gewesen. Mindestens eine der Wohnungen befand sich in Hannover, zu den beiden weiteren macht das LKA keine weitergehenden Angaben. Zuerst hatte die „Neue Presse“ über die Verwechslung berichtet.

Mit einem Großaufgebot von 450 Beamten ist die Polizei in Hannover und dem Umland gegen einen Drogenring vorgegangen – darunter auch in Langenhagen, Wunstorf und Neustadt. Bei der Razzia durchsuchten die Ermittler insgesamt 57 Wohnungen und ein türkisches Café.

Verdächtiger hatte sich nicht umgemeldet

In der Oststadt verschaffte sich das SEK mit einer Ramme gewaltsam Zutritt zu einer Wohnung, in der einer der Verdächtigen früher gewohnt hatte. „Ohne melderechtliche Ummeldung ist es zu einem hausinternen Tausch der Wohnungen gekommen“, sagt Eichler. Bei dem lautstarken Vorrücken splitterte unter anderem Glas der Eingangstür der unschuldigen Familie. Erst als die Beamten in den falschen Räumen standen, wurden sie sich der peinlichen Verwechslung bewusst. Im Anschluss habe das SEK aber rasch die richtige Wohnung des Verdächtigen im Haus ausfindig machen können – und verzichteten laut Eichler wegen der vorangegangenen, bereits sehr lauten Aktion auf ein erneutes gewaltsames Eindringen.

Die groß angelegte Razzia am Mittwoch richtete sich gegen einen Drogenring, der offenbar von Hannover aus im gesamten Umland Rauschgift verkaufte. Der 28-jährige Hauptverdächtige mit türkischem Pass soll seit Juni 2016 mindesten 2,5 Tonnen Drogen auf dem Postweg aus den Niederlanden und Spanien erhalten haben. Der Verkaufswert beträgt laut Polizei mindestens 2,6 Millionen Euro. Das Zentrum des Drogenrings lag offenbar im familiären Café des Hauptverdächtigen am Vahrenheider Markt. Zudem lagen 45 der 57 durchsuchten Wohnungen in dem Stadtteil. Neben dem 28-Jährigen wurden mittlerweile fünf weiter Verdächtige gefasst. Bei der Razzia stellten die Beamten unter anderem 20 Kilogramm Marihuana, fast zwei Kilogramm Kokain, 165.000 Euro Bargeld, Schmuck und acht scharfe Schusswaffen sicher.

Die Polizei hat bei ihrer groß angelegten Drogenrazzia am Mittwoch mehrere Kilogramm Drogen, 165.000 Euro Bargeld, Schmuck und acht scharfe Waffen samt Munition sichergestellt. Die Ermittler bezeichnen es als „gelungenen Schlag“ gegen die Rauschgiftkriminalität. Am Freitag wurde der Fund im Landeskriminalamt präsentiert.

Polizei entschuldigt sich noch vor Ort

Nach Angaben von LKA-Sprecher Eichler komme die Polizei für die Reparatur der drei fälschlicherweise eingetretenen Türen auf: „Die Behebung der Schäden erfolgt für die Betroffenen grundsätzlich kostenneutral.“ Darüber hinaus hätten sich die Beamten noch vor Ort „ausdrücklich bei den betroffenen Personen persönlich entschuldigt“. Abschließend betont Eichler, dass solche Ermittlungspannen nicht die Regel seien, sondern nur bei Ungereimtheiten passieren – etwa, wenn der Gesuchte sich nicht ordentlich ummeldet. Eichler: „Die Verwechslungen sind Ausnahmen.“

Von Peer Hellerling

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