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Aus der Stadt Ministerpräsident Stephan Weil zu Gast in seinem Wahlkreis
Hannover Aus der Stadt

Hannover-Sahlkamp/Bothfeld: Ministerpräsident Stephan Weil zu Gast in seinem Wahlkreis

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11:14 09.09.2019
Scheut den Kontakt mit den Tieren nicht: Stephan Weil bei seinem Rundgang über den Stadtteilbauernhof. Quelle: Laura Ebeling
Sahlkamp/Bothfeld

Es ist Oberbürgermeisterwahlkampf – und die Kommunalpolitiker geben sich in den Stadtteilen die Klinken in die Hand. Wenn aber der Ministerpräsident mit dem SPD-Kandidaten Marc Hansmann im Schlepptau seinen Wahlkreis inspiziert, dann ist das doch etwas Besonderes. Der letzte Besuch von Stephan Weil (SPD) beim Stadtteilbauernhof im Sahlkamp ist lange her. „Es ist schön wiederzukommen und zu sehen, was sich alles getan hat“, sagte Weil und ließ seinen Blick über das Gelände schweifen. „Sie haben aber mittlerweile mehr Fläche, oder?“, schaute er Angelika Bergmann, Leiterin und Geschäftsführerin des Stadtteilbauernhofes, fragend an. Diese verneinte. „Wir hatten seit 1999 schon immer rund einen Hektar, jetzt ist er nur mehr bebaut“, erklärte sie und führte Weil weiter über den Bauernhof.

Weil lobt Konzept der „Eselfreunde“

Bei seiner Tour durch seinen Wahlkreis besuchte der Ministerpräsident unter anderem die Freie Waldorfschule Bothfeld, das Stadtteilhaus Klein-Buchholz (ambulante Pflege) und eben den Stadtteilbauernhof. Bergmann stellte Weil die verschiedenen Programme des Bauernhofes und die Tiere vor. Außerdem gingen sie gemeinsam durch den Naturkindergarten „Eselfreunde“, in dem seit Ende 2017 22 Kinder in einer Gruppe betreut werden. Dabei werde analog zum Waldkindergarten darauf geachtet, dass die Drei- bis Sechsjährigen fast den ganzen Tag draußen sind. Den Umbau habe der Trägerverein solidarisch-präventiv-attraktiv-tatkräftig-sozial-Einrichtung (Spats) der Selbsthilfe im Sahlkamp aus Spenden finanziert. „Das ist tolles Konzept“, lobte Weil.

Angelika Bergmann, Leiterin und Geschäftsführerin des Stadtteilbauernhofes, (vorne links) führt Ministerpräsident Stephan Weil über den Stadtteilbauernhof. Quelle: Laura Ebeling

Brauchen 40.000 Euro für Personal

Für ihn war außerdem interessant, ob Bergmann mit vielen Einbrüchen zu kämpfen habe. „Bis jetzt hatten wir nur zwei“, erzählte sie. „Wir haben den Hof mit den Leuten aus dem Stadtteil zusammen aufgebaut, daher läuft es bis jetzt gut.“ Was allerdings gar nicht gut laufe, teilte sie Weil und Hansmann im anschließenden Gespräch mit. Das NaDu-Kinderhaus, der Nachbarschaftsdienstladen und der Stadtteilbauernhof bräuchten insgesamt 40 000 Euro für die Finanzierung der Personalkosten. „Wir möchten mit dem Geld keine zusätzlichen Leute einstellen, sondern nur den Status-quo halten“, erklärte Claudia Lutz vom Nachbarschaftsdienstladen.

„Der Leuchtturm für den Stadtteil“

Auch die Bezirkspoltiker der SPD bekräftigten die Bitte. „Dieser Stadtteil funktioniert nur so gut, weil sich alle von Spats über das Maß hinaus engagieren“, betonte Kirstin Heitmann. „Der Stadtteilbauernhof ist der Leuchtturm für den Stadtteil.“ Auch Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg verstand die Sorgen der Verantwortlichen von Spats: „Die wissen manchmal gar nicht, was die Zukunft bringt.“ Auch diese ewige Sucherei nach Sponsoren und Spendern sei kein Zustand. Da es eine typische kommunale Angelegenheit sei, könne Stephan Weil nicht auf Landesebene eingreifen. Allerdings hatte er eine Idee. Im Rahmen vom Förderprojekt Schule PULS bekommt die Grundschule Hägewiesen Fördergelder und/oder mehr Lehrer vom Land Niedersachsen. Da die Grundschule ohnehin schon mit dem Stadtteilbauernhof zusammenarbeite, könnten diese Beziehungen intensiviert werden, sodass der Bauernhof davon auch profitiere. „Arbeiten Sie gemeinsam dazu ein Konzept aus“, empfahl Weil.

Der Stadtteilbauernhof

Mit mehr als 50 Tieren und einem Hektar Land lernen sechs- bis 14-Jährige während der „Offenen Tür“ das Leben auf dem Bauernhof besser kennen. Die Kinder können montags, dienstags, donnerstags und freitags von 14.30 bis 18 Uhr einfach vorbeikommen und Spaß haben. Dabei verfolgt der Stadtteilbauernhof, Rumpelstilzchenweg 5, seit der Gründung vor 20 Jahren ein spezielles Prinzip – erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Die Kinder sollen lernen, nicht nur zu konsumieren, sondern dass hinter vielen Produkten harte Arbeit steckt. Nach dem Stallausmisten, darf dann zum Beispiel auf dem Pferd geritten werden.

Für Schulklassen und Kindergartengruppen gibt es vormittags zwischen 10 und 13 Uhr die Möglichkeit, Veranstaltungen rund um die Nutztierhaltung und Verarbeitung von Naturprodukten zu buchen. Weitere Informationen bekommen Interessierte online unter www.stadtteilbauernhof-hannover.de oder unter der Telefonnummer (0511) 6044703. Interessierte können zudem unter SPATS e.V. - Stadtteilbauernhof / Sparkasse Hannover / IBAN: DE 62 250 501 80 0000 123 145 / BIC: SPKHDE2HXXX spenden. elg

Von Laura Ebeling

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