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Aus der Stadt Schmalstieg will Straße nach Helmut Schmidt benennen
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Schmalstieg will Straße nach Helmut Schmidt benennen

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11:03 11.02.2020
Inbegriff des Elder Statesman: Helmut Schmidt im Jahr 2005. Quelle: Ulrich Perrey/picture alliance/dpa
Hannover

Von Uslar bis München haben Städte Straßen nach ihm benannt, in Hamburg trägt gleich ein ganzer Flughafen seinen Namen. In Hannover jedoch lässt sich nicht absehen, ob je eine Straße nach dem 2015 verstorbenen Altkanzler Helmut Schmidt benannt wird.

Fast vier Jahre nach den ersten Debatten um eine mögliche Namensgebung fordert der frühere Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg jetzt, endlich Nägel mit Köpfen zu machen: „Die Stadt wäre gut beraten, rasch eine würdige Straße nach Helmut Schmidt zu benennen“, sagt er. Etwaige Bedenken wegen Schmidts Rolle als Oberleutnant der Wehrmacht seien „absurd“. Zudem habe der SPD-Kanzler viele Verbindungen zu Hannover gehabt, sagt Schmalstieg. Schmidt war immer wieder bei Messen und Parteitagen in der Stadt gewesen und hatte schon als junger Mann mit seiner späteren Ehefrau Loki die Marktkirche besucht.

SPD-Chefs verweisen auf Bezirksräte

Im Jahr 2016 gab es erstmals heftige Debatten um eine mögliche Helmut-Schmidt-Straße. Einige SPD-Kommunalpolitiker zeigten sich mit Blick auf Schmidts Vergangenheit im Krieg reserviert – und ernteten prompt einen Sturm der Entrüstung. „In dieser Weise darf man nicht mit dem Andenken von Helmut Schmidt umgehen“, monierte unter anderem Altkanzler Gerhard Schröder.

Unter Genossen: Herbert Schmalstieg 1981 mit Helmut Schmidt. Quelle: Udo Heuer

Hannovers SPD-Vertreter ruderten schließlich zurück, die CDU hatte ohnehin Zustimmung signalisiert. Doch geschehen ist seither wenig, sieht man einmal davon ab, dass „Helmut-Schmidt-Straße“ einer von aktuell rund 150 Vorschlägen für den künftigen Namen der bisherigen Hindenburgstraße ist - neben Biene-Maja-Straße und Chewbacca-Allee.

Auf Anfrage erklären die neuen SPD-Chefs Adis Ahmetovic und Ulrike Strauch sowie SPD-Fraktionschef Lars Kelich jetzt zwar unisono, die Benennung einer Straße nach Schmidt liege „nach wie vor im Interesse der SPD“; ihre Fraktion habe schon 2016 Schmidts Verdienste gewürdigt. Die Achtung vor Schmidt findet ihre Grenzen allerdings in der „Achtung der Hoheit der Bezirksräte“. Laut Kommunalverfassung sind diese für Straßennamen zuständig. Daher könne man keine konkrete Straße vorschlagen, erklärt Hannovers SPD-Spitze.

Kein Vorschlag von Onay

Auch Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) erklärt, Schmidt sei zweifelsfrei eine prägende Persönlichkeit gewesen, nach der man eine Straße benennen könne. Einen eigenen Vorschlag jedoch will auch er nicht machen: „Falls ein Bezirksrat oder der Rat die Benennung einer Straße oder eines Platzes nach ihm initiiert, kann ich mir vorstellen, dass dafür ein Ort an eher zentraler Stelle gefunden wird“, sagt er unbestimmt.

SPD im Wahlkampf: Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg 1976, vor einem Helmut-Schmidt-Plakat. Quelle: Herbert Rogge

Dass prinzipiell die Bezirksräte zuständig sind, sei zwar „formal richtig“, sagt Schmalstieg. Der Rat könnte das Thema jedoch aufgreifen und sich mit zuständigen Bezirksräten verständigen, sagt er. Schließlich sei es auch gelungen, in Hannover Straßen nach Schmidts Amtsvorgängern Konrad Adenauer und Willy Brandt zu benennen. „Und Helmut Schmidt hat viel für Deutschland getan.“

Schmalstieg stellt am 21. April, 19.30 Uhr, mit Autor Reiner Lehberger das Buch „Die Schmidts“ über Helmut und Loki Schmidt in der Buchhandlung an der Marktkirche vor. Karten (10 Euro) gibt es dort oder unter (05 11) 30 63 07.

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