Hannover: Schüler wiegen Essensreste – um weniger wegzuwerfen
Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Schüler wiegen Essensreste – um weniger wegzuwerfen
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Schüler wiegen Essensreste – um weniger wegzuwerfen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
14:19 16.01.2020
Projekt „Lebensmittelwertschätzung in der Schulverpflegung“: Barbara Otte-Kinast besucht die Elsa-Brändström-Schule. Quelle: Rainer Droese
Anzeige
Hannover

In Deutschland fallen jährlich etwa zwölf Millionen Tonnen Lebensmittelabfall an. Allein im Außer-Haus-Verzehr werden 1,7 Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. Dagegen möchte die Elsa-Brändström-Schule in der Südstadt nun etwas unternehmen: Gemeinsam mit neun anderen Schulen nimmt sie am Projekt „Lebensmittelwertschätzung in der Schule im Rahmen der Schulverpflegung“ der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen teil.

Eine Woche lang werden Schülerinnen und Schüler nun die Tellerreste des Mittagessens abwiegen und notieren. Außerdem können sie Gründe angeben, warum sie ihre Mahlzeit nicht aufgegessen haben. Denn: Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, Strategien zur Vermeidung von Lebensmittelresten zu entwickeln.

Anzeige

Schüler machen Vorschläge

Schulleiterin Annette Wullstein freut sich über das Projekt, denn so könnten ihre Schüler ihr Essverhalten reflektieren und die Konsequenzen begreifen. Dass dieser Prozess bereits eingesetzt hat, haben einige Schüler im Rahmen einer Dialogrunde mit Niedersachsens Ernährungsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) bewiesen. Auf die Frage, was Lebensmittelverschwendung für die Schüler und Schülerinnen bedeutet, antwortete der 17-jährige Moritz Wedemeyer prompt: Er persönlich halte es für problematisch, dass Menschen viele Lebensmittel direkt am Tage des Verfallsdatums wegschmeißen. Vieles könne man noch eine Woche später essen, so der Schüler.

Otte-Kinast: Gesellschaftliches Umdenken besser als Gesetze

Und auch Tim Zirzow hat sich mit der Thematik beschäftigt. Der 13-Jährige findet es falsch, dass aus Supermärkten heraus so viele Lebensmittel im Abfall landeten. Als jedoch eine mögliche gesetzliche Regelung als Lösung vorgeschlagen wurde, hielt die Ministerin dagegen. Sie halte nicht Gesetze für die optimale Lösung der Lebensmittelverschwendung, sondern es müsse ein gesellschaftliches Umdenken geben. Menschen müssten wieder lernen, richtig mit Lebensmittel umzugehen, so die gelernte Hauswirtschafterin.

In ihrer Ansprache nannte die Ministerin die Schüler und Schülerinnen mutige Vorreiter und echte Vorbilder. Ähnlich wie die Schüler hält auch sie das gesetzlich festgeschriebene Mindesthaltbarkeitsdatum für eines der größten Probleme bei der Lebensmittelverschwendung.

Lesen Sie auch

Von Florentine Pramann

Anzeige