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Aus der Stadt Schufa untersucht Daten von 220.000 Volksbank-Kunden in Hannover
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Schufa untersucht 220.000 Volksbank-Kunden

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14:29 29.01.2020
Filiale der Hannoverschen Volksbank. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Eine kurze Mitteilung ließ Ralf Solisch aufschrecken. „Hannoversche Volksbank eG hat eine neue Anfrage gestellt“, stand in einer Mail, die Solisch von der Schufa bekommen hat. „Da bin ich hellhörig geworden“, sagt der 56-Jährige aus Burgdorf. Denn schließlich wolle man nicht unbedingt gern mit der umstrittenen Wirtschaftsauskunftei zu tun haben, die die Kreditwürdigkeit von Bürgern überprüft. Solisch hat sich bei der Schufa registriert und erhält gebührenpflichtige Informationen über seine bei der Schufa verwalteten Daten.

Solisch kam die ganze Angelegenheit komisch vor. Er rief sofort bei der Volksbank an und merkte gleich, dass er nicht der erste Anrufer war, der nachfragte. „Die Dame am Telefon wusste sofort, worum es geht. Und sie sagte mir auch, dass schon einige angerufen hatten“, berichtet Solisch. Eine Erklärung für die Abfrage der Volksbank bei der Schufa habe er aber nicht erhalten.

Schufa hat Abfrage angeboten

Hintergrund der Aktion: Die Volksbank erhofft sich Informationen, auf welchem Weg sie am besten mit ihren 220.000 Kunden in Kontakt treten sollte – per E-Mail, per Telefon, per Brief oder auf anderem Weg. Dabei sollen die Informationen der Schufa helfen. Denn nach Angaben von Schufa-Pressesprecher Ingo A. Koch verfügt die Schufa über umfangreiche Daten über Bankkonten, Kreditkarten oder zum Rechnungskauf. Gespeichert sind zum Beispiel auch Handyverträge oder Auto-Leasingverträge. Die Volksbank könnte daraus beispielsweise ableiten, dass es keinen Sinn ergebe, einer Kundin Briefe zu schicken, wenn sie besonders häufig das Internet nutze, meint Volksbank-Sprecher Marko Volck.

Auch Schufa-Pressesprecher Koch betont, dass es ausschließlich darum gehe, den besten Weg zum Kunden zu erfahren. Die Datenauswertung der Schufa für die Volksbank habe keinerlei Einfluss auf die Bonität der Volksbank-Kunden, darauf weist Schufa-Sprecher Koch ausdrücklich hin.

Die Schufa habe die entsprechende Datenabfrage der Volksbank angeboten. Die Bank mache das zum Wohl ihrer Kunden, denn so wisse man, wie die eigenen Kunden, und zwar ausschließlich diese, am besten zu erreichen seien, erläutert der Sprecher. Allerdings sei die Bank davon überrascht, dass die Schufa die dort registrierten Kunden über die Recherche benachrichtigt habe. Die Kunden der Volksbank seien über die Datenabfrage informiert worden und hätten auch widersprechen können, betont Koch. Es seien ausschließlich die im Unternehmen vorhandenen Daten genutzt worden.

„Meine Daten hätten nicht benutzt werden dürfen“

Sobisch ist jedenfalls sauer auf die Volksbank. Nach eigenen Angaben hat er seit mehreren Jahren weder ein Konto noch irgendeine andere Beziehung mit der Bank. Deshalb hätten seine Daten nicht benutzt werden dürfen.

Wer wissen will, welche Daten die Schufa über sich gesammelt hat, kann das über die Internetseite meineSchufa.de erfahren.

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