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Aus der Stadt Welfenspross heißt Welf August von Hannover
Hannover Aus der Stadt Welfenspross heißt Welf August von Hannover
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18:30 17.04.2019
Ekaterina und Ernst August von Hannover im Januar im Theater am Aegi, kurz vor der Geburt ihres zweiten Kindes. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Es ist ein vorsichtiger Bruch mit der Familiengeschichte – und doch zugleich eine Rückbesinnung auf deren Ursprünge: Seit fünf Generationen tragen alle Chefs des Welfenhauses den Namen Ernst August. Der erste Sohn von Ekaterina und Ernst August von Hannover, der am 14. März im Henriettenstift in Kirchrode zur Welt kam, wird jedoch nur mit einem Bein in dieser Familientradition stehen: Seine Eltern haben ihm den Namen Welf August gegeben. Das hat das Sekretariat des Welfenhauses der HAZ gegenüber jetzt offiziell bekannt gegeben.

Ein Welf findet sich bereits ganz weit oben im Stammbaum des Adelshauses: So hieß der Ahnherr der Familie, der vermutlich ein Graf aus Bayern war. Er starb um 825, und es ist überliefert, dass er zwei ausnehmend liebreizende Töchter gehabt haben soll. Auch ein Großonkel des Erbprinzen nannte seinen Sohn Welf. Diesen zog es jedoch in den wilden Siebzigern mit Frau und Kind ins indische Poona, wo er im Aschram des Bhagwan auf Sinnsuche ging. Er nannte sich fortan nicht mehr Welf, sondern Vimalkirti („Makellose Glorie“) und erlag 1981 bei der Morgengymnastik einem Schlaganfall.

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Der kleine Welf August ist bereits das zweite Kind des jungen Paares. Ebenfalls im Henriettenstift kam vor gut einem Jahr seine große Schwester Elisabeth zur Welt. Welf August (Nachname: Prinz von Hannover Herzog zu Braunschweig und Lüneburg Königlicher Prinz von Großbritannien und Irland) hat das Licht der Welt in Zeiten heftiger Familienquerelen erblickt: Sein Großvater Ernst August, der als „Prügelprinz“ zu zweifelhaftem Ruhm gekommen ist, fordert von seinem Sohn die Marienburg zurück – und er bestreitet, dass sein Enkel Welf August erbberechtigt ist. Der Senior hat schließlich der Ehe seines Sprösslings mit der russischen Modeschöpferin Ekaterina den Segen versagt, der nach dem Hausgesetz von 1836 angeblich nötig gewesen wäre, wenn die Kinder nachfolgeberechtigt sein sollen. Aber um derlei Zwistigkeiten muss sich der Säugling jetzt noch nicht kümmern.

Von Simon Benne

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