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Aus der Stadt Grünen-Kandidat Sven Giegold tritt mit seiner alten Biolehrerin auf
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Spitzenkandidat Sven Giegold tritt mit seiner alten Biolehrerin auf

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00:19 26.05.2019
„VW braucht ein neues Käfer-Projekt“: Sven Giegold, Spitzenkandidat der Grünen bei der Europawahl.
„VW braucht ein neues Käfer-Projekt“: Sven Giegold, Spitzenkandidat der Grünen bei der Europawahl. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Man muss Sven Giegold nicht fragen, ob er die paar Hundert Meter vom hannoverschen Hauptbahnhof zum Kröpcke allein findet. Der deutsche Spitzenkandidat der Grünen für die Europawahl ist in Hannover aufgewachsen und hat an der Herschelschule Abitur gemacht. Wer auch immer also vom Grünen-Landesverband vorgeschlagen hatte, Giegold abzuholen, kennt den 49-Jährigen offenbar schlecht. Der Kandidat hat den Weg zur Abschlusskundgebung der Grünen im Europawahlkampf ganz allein gefunden.

Auszeichnung als bester Redner

Und Giegold wäre nicht der ausgezeichnete Redner, der er ist, würde er diese kleine Anekdote nicht gleich zum Besten geben. Der 49-Jährige wurde gerade erst vom Verband der Redenschreiber deutscher Sprache zum besten Redner im Europawahlkampf gekürt. Giegold begrüßt also seine „Mutti“ im Publikum und holt dann auch noch seine Bio-Lehrerin von damals an der Herschelschule auf die Bühne. Dagmar Graubohm erzählt von gemeinsamen Zeiten in der Umwelt-AG, und Giegold berichtet, wie er für die AG Tümpel und Lurche des BUND Amphibien zählte. In eine bis dahin engagierte, aber recht erwartbare Wahlkampfkundgebung mit den niedersächsischen Kandidatinnen Katrin Langensiepen aus Hannover und Viola von Cramon aus Südniedersachsen kommt mit Giegolds Auftritt jedenfalls Schwung.

Dagmar Graubohm war an der Herschelschule die Biologielehrerin von Sven Giegold. Quelle: Karl Doeleke

Doch es geht natürlich auch um die Europawahl. Giegold argumentiert, Klimapolitik sei gerade in Niedersachsen auch Wirtschaftspolitik. Sollte die Bundesregierung die Mobilitätswende als „Klimabremser in Brüssel“ weiter verhindern, würden „die sauberen Mobilitätskonzepte nur noch aus China und den USA kommen“. Giegold fordert vom VW-Konzern ein neues „Käfer-Projekt“ und meint damit natürlich nicht Insekten, sondern „kleine, effiziente Elektroautos für alle“ – anders als die teuren Gefährte für Reiche, die VW derzeit baue.

Von Karl Doeleke