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Aus der Stadt Supermärkte setzen auf lokale Erzeuger
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Hannover: Supermärkte setzen auf lokale Erzeuger - zum Beispiel Rewe mit Bier vom Gutshof Rethmar

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18:46 04.07.2019
Lokales Bier für den lokalen Supermarkt: Brauer Matthias Digwa (links) aus Sehnde-Rethmar vermarktet sein Bier im Rewe-Markt von Marcel Peters (rechts) in Altwarmbüchen – und dank der Rewe-Lokalitätsbeauftragten Alissa Nechwatal künftig in etlichen weiteren Märkten. Quelle: Conrad von Meding
Hannover

Regional erzeugte Produkte nehmen immer größere Bereiche in den Regalen der Lebensmittelmärkte ein. Edeka zählt nach Unternehmensangaben bereits 430 Lieferanten in Niedersachsen, bei Rewe sind es 273 – Tendenz steigend. Dabei geht es inzwischen nicht mehr nur um Großproduzenten, sondern zunehmend auch um Kleinsterzeuger. Aktuelles Beispiel: Rewe nimmt Biere aus der familiengeführten Gutshofbrauerei „Das Freie“ in Sehnde-Rethmar ins Programm auf. Das Konzept erfordert aber viel Kooperationswillen bei Anlieferern und Marktbetreibern.

Gutshofbier künftig in 15 Rewe-Märkten

Gutshofbrauer Matthias Digwa hat den Sprung ins Supermarktregal über einen Kontakt zum Altwarmbüchener Rewe-Kaufmann Marcel Peters geschafft. Testweise hat Peters Anfang 2018 fünf verschiedene Biersorten aus der Kleinbrauerei in sein Sortiment aufgenommen. Digwa liefert die Getränke meist selbst in den 15 Kilometer entfernten Markt, mal drei Kisten, mal vier, je nach Saison. Weil alles gut klappte und die Kundennachfrage stimmt, hat er Alissa Nechwatal informiert. Nechwatal ist Lokalitätsbeauftragte bei der Lebensmittelkette. Mit einem eigens eingerichteten Team soll sie dafür sorgen, dass bei Rewe lokale Spezialitäten stärker verbreitet werden. „Regionalität ist ein großes Thema“, sagt sie. Digwas Biere werden künftig in 15 Rewe-Märkten in und um Hannover verkauft, bis Hildesheim geht der Radius.

Edeka mit Bienen-Webcam am Honigregal

Auch bei Edeka kennt man den Charme des Regionalen. Das Unternehmen hat dem Wedemärker Milchbauern Hemme einst den Weg in die Supermarkregale geebnet. Strikte Vorgabe: Was als regional gestempelt wird, darf maximal aus 30 Kilometern Entfernung kommen. Immer wieder gibt es neue Aktionen. Im Wunstorfer Marktkauf, der zur Edeka-Gruppe gehört, verkauft ein regionaler Imker Honig, der Bienenvölker auf dem Dach platziert hat – mit einer Webcam können die Kunden am Honigregal den Bienen beim Ausfliegen zuschauen.

Auch bei Rewe gehörten Eier und Honig zu den meistgefragten Lokalerzeugnissen, sagt Nechwatal: „Die gibt es in fast jedem Rewe-Markt in der Region.“ Aber auch Fleisch vom hannoverschen Betrieb Paul Violka, Grillsoßen vom „Saucenladen“ aus der Wedemark, Kekse und Obst, vereinzelt sogar lokal erzeugtes Popcorn sind im Programm.

Hohe Qualität – aber die hat ihren Preis

„Regional erzeugte Produkte sind meist von besonders hoher Qualität“, wirbt Nechwatal. Sie seien meist handwerklich hergestellt, würden immer auf kurzen Wegen geliefert und seien deshalb besonders frisch. Weil sie in Kleinserien gefertigt werden, sind sie oft teurer als Konkurrenzprodukte, was dem Billigkurs der Supermärkte zuwiderläuft. „Wir schauen uns natürlich die Einkaufspreise an“, sagt die Lokalitätsbeauftragte, „aber wir drücken die Erzeuger nicht im Preis.“ Schließlich habe man ein Interesse daran, sie wirtschaftlich stabil zu halten.

Dafür bekommt der Marktbetreiber im Gegenzug ein Produkt mit eigener Geschichte ins Sortiment – und die hat oft Charme. Bei den Gutshofbieren aus Rethmar geht sie so: Matthias Digwas älterer Bruder Christoph hatte von einem USA-Aufenthalt den Spaß am Bierbrauen mitgebracht. „Mit Omas Einkocher haben wir damals in der Küche selbst gebraut, dabei aber viel weggeworfen, bis der Sud irgendwann gelang.“ Zu Weihnachten 2014 wünschten sich die Brüder einen 50-Liter-Braukessel, 2015 wurde erstmals Bier in der familieneigenen Gutshofgaststätte ausgeschenkt. Es muss geschmeckt haben. Inzwischen braut „Das Freie“ 50.000 Liter im Jahr, zwei zusätzliche Gärtanks für den Rewe-Auftrag sind bestellt, ein Braumeister und künftig wahrscheinlich ein Azubi sorgen für die richtige Gärung.

Sogar ein Broyhan-Bier im Sortiment

Von Pils über Pale-Ale bis Weizen reicht das Sortiment, auch ein Biker-Bier mit 2,9 Prozent ist dabei, der Preis liegt mit 1,99 Euro für eine 0,33-Flasche fast doppelt so hoch wie bei einem Markenbier aus Großproduktion. Eine Besonderheit ist das Broyhan, gebraut nach einem dem ältesten hannoverschen Bier nachempfundenen Rezept, das für seinen Kräutergeschmack und seine Haltbarkeit bekannt war. Es kommt im Dreiviertelliter-Steinzeugkrug und hat mit 9,75 Euro einen stolzen Preis. Bei Rewe können die Kunden jetzt entscheiden, ob es ihnen die Summe wert ist.

Von Conrad von Meding

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