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Aus der Stadt Getötete Sexarbeiterin Silke B.: Polizei sucht mit Flyern nach Tatverdächtigen
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Tote Sexarbeiterin Silke B. - Polizei geht von Tötungsdelikt aus und sucht mit Flyern nach Verdächtigem

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17:36 21.09.2021
Die Polizei sucht in Hannover-Stöcken mit Flyern nach Hinweisen zur Tat an der Flemesstraße.
Die Polizei sucht in Hannover-Stöcken mit Flyern nach Hinweisen zur Tat an der Flemesstraße. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Im Fall der Sexarbeiterin Silke B., die am Sonntagabend leblos in ihrer Wohnung in Hannover-Stöcken aufgefunden wurde, ermittelt die Polizei wegen eines Tötungsdelikts. Das teilte die Polizeidirektion Hannover am Dienstag nach der Obduktion der 53-Jährigen mit. Eine Fremdeinwirkung sei sicher. 

Ein besorgter Nachbar (46) hatte B.’s Leiche gegen 22.30 Uhr in deren Einzimmerwohnung an der Flemesstraße entdeckt. Sie war gefesselt. Dass B. versehentlich bei sexuellen Handlungen ums Leben kam, könne ausgeschlossen werden, teilt Janique Bohrmann von der Polizeidirektion Hannover mit. Weitere Angaben machte die Behörde aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Mit diesem Flyer sucht die Polizei nach Hinweisen. Quelle: Franson

Die Sexarbeiterin hatte in dem Mehrfamilienhaus ein Wohnungsbordell betrieben. Eine entsprechende Anzeige war auf einschlägig bekannten Internetplattformen unter einem Pseudonym zu finden.

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Foto und Zeugenaufruf werden verteilt

Die Polizei hat derweil die öffentlichen Ermittlungen intensiviert: Seit Dienstagnachmittag verteilen Beamte des Kriminaldauerdienstes (KDD) Flyer mit einem Foto von Silke B. sowie einem Zeugenaufruf. Die Zettel werden in Briefkästen gesteckt und an Passanten in der Flemesstraße und den umliegenden Straßen verteilt, so Behördensprecherin Bohrmann.

Ermittler sichern im Haus an der Flemesstraße Spuren. Quelle: Christian Elsner

Nachdem die Obduktion ergeben hat, dass ein Fremdverschulden vorliegt, wird die Wohnung von B. weiter auf Spuren untersucht. „Wir gehen davon aus, dass sie viel Besuch hatte“, sagt Bohrmann. Deswegen werde die Unterkunft besonders gründlich auf Rückstände anderer Personen geprüft.

Freundin hatte B. gewarnt

Eine Freundin der Getöteten soll B. immer wieder dazu aufgefordert haben, eine Kamera in der Einzimmerwohnung anzubringen – um festzuhalten wer dort ein- und ausgeht. Dem sei die 53-Jährige nicht nachgekommen. „Sie hatte einen großen Kundenkreis an Freiern“, sagt die Frau, die anonym bleiben möchte. Die Sexarbeit sei ihre Haupteinnahmequelle gewesen. „Ich habe ihr immer wieder gesagt, dass sie sich einen anderen Job suchen soll“, so die Bekannte.

B. hatte alleine in Hannover gewohnt, nachdem sie vor etwa fünf Jahren aus Walsrode in die Stadt gekommen war. Wie die Bekannte sagt, hinterlässt B. eine heranwachsende Tochter. „Die beiden wollten zusammenziehen“, sagt die Freundin. „Und jetzt ist Silke tot.“

Die Polizei verteilt in der Flemesstraße in Hannover-Stöcken Flyer. Quelle: Samantha Franson

Polizei nimmt Hinweise entgegen

Zeugen, die Hinweise zu verdächtigen Personen an der Flemesstraße am Sonntag zwischen 18 Uhr und 23 Uhr geben können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer (05 11) 109 55 55 bei der Polizei zu melden.

Von Manuel Behrens