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Aus der Stadt Trickbetrüger haben 2019 in Hannover schon 250.000 Euro erbeutet
Hannover Aus der Stadt Trickbetrüger haben 2019 in Hannover schon 250.000 Euro erbeutet
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16:06 11.04.2019
Trickbetrüger haben mit ihrer Masche, sich als Polizisten oder Handwerker auszugeben, in diesem Jahr bereits eine Beute von mehr als 140.000 Euro erzielt. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Trickbetrüger haben in Hannover seit Monatsanfang bereits vier Mal erfolgreich Senioren überrumpelt und Geld sowie Schmuck im sechsstelligen Bereich erbeutet. Dabei gehen die Diebe meist nach gleichem Muster vor: Sie geben sich als Polizisten oder Handwerker aus und nutzen die Arglosigkeit ihrer Opfer. Der jüngste Vorfall ereignete sich nun am Mittwoch im Stadtteil Kirchrode. Dort erbeuteten die Unbekannten Schmuck im Wert von mehreren Tausend Euro. Die Ermittler schlagen nun Alarm: Seit Jahresbeginn konnten Trickbetrüger nach Schätzung der Polizei in Hannover bereits eine Viertelmillion Euro erbeuten.

In Kirchrode gaben sich ein Mann und eine Frau gegenüber einem älteren Ehepaar an der Elly-Beinhorn-Straße als Mitarbeiter eines Kabelunternehmens aus. Zunächst behauptete die Diebin, der Fernsehanschluss in der Wohnung müsse überprüft werden. Das Ehepaar ließ die Unbekannte herein, kurz darauf sei der Mann hinzugestoßen – er führte die angeblichen Arbeiten durch, während der Rentner in Anwesenheit der Komplizin im Wohnzimmer am Fernseher die Kanäle 1 bis 40 durchschalten sollte. Wenig später verließen die angeblichen Techniker die Wohnung, erst danach stellte das ältere Ehepaar das Fehlen des Schmucks fest.

140.000 Euro Beute allein im April

Allein im April erbeuteten Trickbetrüger, die an Haustüren klingelten, in vier Fällen Tausende Euro teuren Schmuck und 140.000 Euro Bargeld. „Bei den falschen Handwerkern handelt es sich um Betrüger, die ihre Opfer quasi überrumpeln“, sagt Polizeisprecherin Isabel Christian. Am 3. April fiel eine 80-Jährige aus Waldhausen auf einen angeblichen Stadtwerke-Mitarbeiter herein, drei Tage später hatten zwei Trickbetrüger bei einem älteren Mann in Limmer Erfolg. Der dritte Fall binnen einer Woche ereignete sich am vergangenen Dienstag in Ricklingen: Dort gaben sich zwei Männer als Polizisten aus, die einen 89-Jährigen besonders dreist hereinlegten: Sie warnten den Mann vor angeblichen Trickbetrügern im Stadtteil.

85 Taten seit Jahresbeginn

Laut Christian registrierte die Ermittlungsgruppe Trick seit Jahresbeginn 80 Fälle, bei denen sich die Betrüger an der Haustür als Handwerker ausgaben. In puncto falscher Polizisten „verzeichnen wir seit Anfang des Jahres fünf Taten“. Nach Angaben der Beamten sei aber die Zahl der Trickbetrüger, die sich am Telefon als Polizisten ausgeben, ungleich höher. Christian: „Dabei holt anschließend lediglich ein Kurier die Beute ab.“ Die genaue Zahl bis April ist unbekannt, allerdings verzeichnete die Polizei allein bis Mitte Januar 516 Anrufe in der Region – aber nicht alle hatten Erfolg. Die Beute betrug bis dahin dennoch schon 230.000 Euro.

Um richtige Polizisten zu erkennen, zeigt die Polizeidirektion das Foto eines echten Dienstausweises. Quelle: Polizei

Immer Ausweis zeigen lassen

„Grundsätzlich sollte man keine Unbekannten in die Wohnung lassen“, rät Isabel Christian. Außerdem sollte man sich stets den Polizei- oder Mitarbeiterausweis zeigen lassen – im Zweifel könne man bei der zuständigen Dienststelle oder der jeweiligen Firma nachfragen. Wichtig: „Der Besucher soll währenddessen vor der Tür warten“, sagt die Polizeisprecherin. Echte Polizisten fragen zudem niemals nach der finanziellen Lage des Opfers oder wo Wertsachen aufbewahrt werden. „Schon gar nicht am Telefon“, sagt Christian. Selbst die 110 im Telefondisplay sei vorgegaukelt. Genauso wenig würden Beamte jemanden auffordern, Geld vom Konto abzuheben, um es dann sicher aufzubewahren. Menschen, die Trickbetrügern begegnen, sollten umgehend die echte Polizei rufen.

Von Peer Hellerling

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