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Aus der Stadt Üstra offen für Zusammenarbeit mit Moia
Hannover Aus der Stadt Üstra offen für Zusammenarbeit mit Moia
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00:18 01.09.2018
Moia hat die Testphase in Hannover beendet, seit einem Monat läuft der reguläre Betrieb.
Moia hat die Testphase in Hannover beendet, seit einem Monat läuft der reguläre Betrieb. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Das kommunale Verkehrsunternehmen Üstra reagiert gelassen auf das Angebot des Sammeltaxi-Betreibers Moia. „Wir sollten Neues nicht gleich verdammen“, sagt Üstra-Vorstand Volkhardt Klöppner am Mittwoch bei einer von den Grünen beantragten Expertenanhörung im Rathaus. „Ob sich Moia als Unternehmen durchsetzt, werden wir sehen“, sagt er. Letztlich gehe es um die Frage, wie die Mobilität von morgen zu organisieren sei, und wie es gelinge, die Straßen von Autos zu entlasten. „Wir führen Gespräche mit Moia“, sagt er.

Die Taxibranche sieht in den kostengünstigen Shuttles dagegen eine harte Konkurrenz und spart nicht mit Kritik. „VW setzt in Hannover T-6-Bullis mit Benzinmotor ein, die ständig umherfahren. Nachhaltig geht anders“, sagt Gunther Zimmermann vom Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN). Er habe beobachtet, dass etliche Moia-Transporter kaum besetzt seien. Ein Moia-Vertreter meint, dass es noch zu früh sei, um gesicherte Erkenntnisse über die Auslastung zu bekommen.

Erfindet Volkswagens Sammeltaxi wirklich die Mobilität neu? Die HAZ hat den neuen Moia-Dienst ausprobiert.

Ende Juli hatte Moia seinen regulären Betrieb aufgenommen und erhöhte die Preise im Vergleich zur Testphase deutlich.

So funktioniert Moia

Moia ist eine moderne Form des Sammeltaxis. Man bestellt es nicht telefonisch, sondern per Smartphone-App. Mit der App wählt man Einstiegsort und Ziel auf einer Karte aus. Sekunden später erfährt man, wann man abgeholt werden kann. Danach kann man die Anfahrt des Vans in Echtzeit verfolgen.

Wollen zufällig mehrere Fahrgäste zur gleichen Zeit in ungefähr in dieselbe Richtung, berechnet Moia eine Route, auf der alle Fahrgäste der Reihe nach eingesammelt werden und in der Nähe ihres Ziels wieder abgesetzt werden. Dadurch soll Moia „die Nische zwischen Taxi und öffentlichem Personennahverkehr besetzen“, erklärt Sprecher Michael Fischer.

Hannover war die weltweit erste Stadt, in der Volkswagen dieses Angebot testete. Anfangs waren hier 20 Moia-Vans unterwegs, und 1500 ausgewählte Tester konnten mit ihnen fahren. Später wurde der Test beendet, der Dienst für mehr Interessenten verfügbar gemacht und die Zahl der Transporter erhöht.

Bei Moia ist man sich sicher, eine Marktlücke entdeckt zu haben. „Der Test ist auf eine unglaublich hohe Nachfrage gestoßen. Die Hannoveraner scheinen auf einen derartigen Service gewartet zu haben“, sagt Michael Fischer von Moia.

In Hannover startete Moia mit normalen VW-Bussen (T6). In Hamburg sollen allerdings spezielle Busse mit Elektro-Antrieb zum Einsatz kommen. Das neue Modell hat Moia in Berlin vorgestellt: Es bietet Platz für bis zu sechs Passagiere und Handgepäck, bietet WLAN und USB-Schnittstellen. Moia verspricht eine Reichweite von 300 Kilometern. 

Von Andreas Schinkel