Hannover: Unbekannte beschmieren queeres Jugendzentrum mit homophoben Parolen
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Hannover: Unbekannte beschmieren queeres Jugendzentrum mit homophoben Parolen

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19:09 22.06.2020
Die Betreiber des Jugendzentrums kommentieren die Schmierereien mit Plakaten in den Fenstern. Quelle: privat/HAZ
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Hannover

Die Polizei ermittelt seit Sonnabend in einem Fall von politisch motivierter Sachbeschädigung. Unbekannte hatten in der Nacht zum 20. Juni die Fassade des queeren Jugendzentrums in Hannovers Calenberger Neustadt mit homophoben Parolen beschmiert. An den Mauern entdeckten die Betreiber der Einrichtung in der Königsworther Straße unter anderem die Worte „Fags“ (engl. für „Schwuchtel“), „Homos“ und die Abkürzung „PKK“ (gemeint ist die in Deutschland verbotene kurdische Arbeiterpartei). Zudem wurde das Haus des Queerbeauftragten der SPD im Stadtrat, Florian Kusche, mit den Worten „Homos raus“ beschmiert.

Die Betreiber des Jugendzentrums haben auf den Anschlag reagiert und Plakate ins Fenster gehängt. „Dieser Hass ist unser Alltag“, ist auf einem zu lesen. Yascha Hieronimus vom queeren Jugendzentrum sagte in einer Stellungnahme: „Queerfeindlichkeit ist in Hannover Alltag. Die Beschmierungen zeigen einmal mehr, warum wir Schutzräume für queere Jugendliche brauchen.“ Auch Kusche ist entsetzt über den Vorfall: „Ich nehme die Beschimpfungen ernst, werde mich aber niemals einschüchtern lassen, sondern umso vehementer für queere Rechte kämpfen.“

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Das Jugendzentrum Queer Unity ist, eigenen Angaben zufolge, Niedersachsens erstes Jugendzentrum für schwule, lesbische, bisexuelle, transsexuelle und queere Jugendliche. Es wurde im August 2019 eröffnet. Träger des Projekts ist der Verein Andersraum, der auch den jährlichen Christopher Street Day organisiert.

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Von Tobias Morchner

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