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Aus der Stadt Nach zweieinhalb Jahren: Vater von Shilan H. ist „erleichtert und froh“
Hannover Aus der Stadt Nach zweieinhalb Jahren: Vater von Shilan H. ist „erleichtert und froh“
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00:19 18.10.2018
Die Jesidin Shilan H. ist Mitte März bei einer Schießerei am Alten Flughafen in Vahrenheide gezielt getötet worden. Quelle: Uwe Dillenberg
Dohuk/Hannover

Kurdische und irakische Polizeieinheiten haben den mutmaßlichen Mörder von Shilan H. festgenommen. Der 24-jährige Sefin Nahmann P. war seit mehr als zweieinhalb Jahren untergetaucht, nachdem er im März 2016 seine 21-jährige Cousine in Hannover-Vahrenheide erschossen haben soll. Die Polizei der kurdischen Provinz Dohuk im Irak hatte die Festnahme am Sonntag verkündet, Shilan H.s Vater bestätigt die Meldung gegenüber der HAZ. „Wir sind erleichtert und froh darüber“, sagt Ghazi H. Er selbst befindet sich zurzeit in Bagdad und begleitete die Festnahme von dort aus.

In Hannover allerdings sind die Ermittlungsbehörden überrascht von der Nachricht. „Bislang haben wir keine gesicherten Erkenntnisse, dass sie stimmt“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge auf Anfrage. „Die offizielle Bestätigung steht noch aus.“ Die deutschen Ermittlungsbehörden und Interpol hatten Sefin Nahmann P. direkt nach den tödlichen Schüssen international zur Fahndung ausgeschrieben, allerdings konnte der damals 22-Jährige sich ins Ausland absetzen und untertauchen.

Versteck im türkisch-irakischen Grenzgebiet

Sefin Nahmann P. soll sich im ehemaligen Elternhaus seiner Familie versteckt haben, die inzwischen in Deutschland lebt. Es befindet sich in einem Dorf rund 45 Kilometer westlich von Dohuk im türkisch-irakischen Grenzgebiet. Lokale Medien berichten, dass der 24-Jährige von Peschmerga-Truppen festgenommen wurde und etwa eineinhalb Jahre im Irak lebte. Laut Ghazi H. habe es sich bei dem Zugriff am Freitag um eine gezielte Aktion gehandelt. „Unser Dank gilt den kurdischen Streitkräften und der irakischen Zentralregierung“, sagt Shilans Vater. Türkische Medienberichte, wonach sich P. mehreren Schönheitsoperationen unterzog, um sein Aussehen zu verändern, bezeichnet Ghazi H. als „Quatsch“. Der 24-Jährige habe jetzt lediglich einen Vollbart.

Sefin Nahmann P. steht im Verdacht, am Abend des 13. März 2016 seine Cousine Shilan H. ermordet zu haben. Beide waren zu Gast auf einer jesidischen Hochzeitsfeier in Vahrenheide, als der Verdächtige plötzlich die tödlichen Schüsse abfeuerte. Die 21-Jährige soll sich geweigert haben, mit ihm zwangsverheiratet zu werden. Fünf weitere Menschen wurden bei der Schießerei verletzt. Ein Cousin soll dem Todesschützen bei seiner Flucht geholfen haben, der Wagen wurde kurz nach der Tat auf der Vahrenwalder Straße geblitzt. Vom zweiten Gesuchten fehlt allerdings auch jetzt noch jede Spur, nach ihm wird weiter international gefahndet. „Wir werden nicht eher ruhen, bis wir auch ihn finden“, sagt Shilans Vater. „Er soll ebenfalls seine gerechte Strafe bekommen.“

Auslieferung ungewiss

Wie es nun mit dem Festgenommenen weitergeht, ist noch offen. Der 24-Jährige befindet sich momentan in einem Gefängnis in der 500.000-Einwohner-Stadt Dohuk. „Eine Auslieferung könnte womöglich nicht so einfach sein“, sagt Oberstaatsanwalt Klinge. Das müssten die weiteren Gespräche mit den lokalen Behörden zeigen. Erschwerend komme laut Ghazi H. hinzu, dass P. irakischer Staatsbürger ist. Auch Shilan besaß neben dem deutschen einen irakischen Pass. Möglicherweise könnte dem 24-Jährigen daher auch im Mittleren Osten der Prozess gemacht werden.

Von Peer Hellerling

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