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Aus der Stadt Entwarnung: Kein Ebola-Fall im Stadtteil Burg
Hannover Aus der Stadt Entwarnung: Kein Ebola-Fall im Stadtteil Burg
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06:48 13.12.2018
Die Untersuchung der Probe brachte Entwarnung: Kein Ebola-Virus. Quelle: Elsner
Hannover

Entwarnung: Der Ebola-Verdacht bei einer kranken Frau im Stadtteil Burg hat sich am Mittwochabend „nicht bestätigt“, teilte die Regionsverwaltung gegen 18 Uhr mit. Die Patientin hatte am Vormittag den Rettungsdienst alarmiert, aufgrund der Symptome hatten die Helfer Seuchenalarm ausgelöst, das Landesgesundheitsamt bestätigte den Ebola-Verdacht auf HAZ-Anfrage. Die Feuerwehr rückte gegen 12 Uhr mit einem größeren Aufgebot in den Wernigeroder Weg aus. Vor Ort sind mehrere Fahrzeuge, darunter der ABC-Trupp der Retter.

Nach HAZ-Informationen lebt in der Wohnung eine fünfköpfige Familie mit drei kleinen Kindern. Unter anderem aufgrund der Symptome und der Tatsache, dass die kranke Mutter kurz zuvor in Kamerun Urlaub gemacht hatte, veranlasste eine Ärztin daraufhin einen Blut-Schnelltest auf Ebola. Die Analyse im Hochsicherheitslabor des Landesgesundheitsamtes nahm anschließend rund vier Stunden in Anspruch. „Das Verfahren ist der normale Reaktionsablauf bei solch einer Vermutung“, sagt Regionssprecherin Sonja Wendt. Die Wahrscheinlichkeit auf die hochansteckende Seuche Ebola bezeichnete die Sprecherin allerdings bereits am Nachmittag als gering.

Die Feuerwehr Hannover ist mit ihrem ABC-Trupp und einem Gerätewagen mit Dekontaminationsmitteln im Stadtteil Burg im Einsatz. Auch eine Ärztin der Region ist vor Ort, die Kräfte untersuchen eine Wohnung am Wenigeroder Weg.

Experten prüfen Verdacht auf Ebola

Ein Notarzt und zwei Sanitäter in Schutzanzügen kümmerten sich bis 18 Uhr um die Frau in der Wohnung im dritten Stock des Hauses. Auch ein Gerätewagen der Feuerwehr mit Dekontaminationsmaterial war vorsorglich alarmiert worden, konnte aber nach kurzer Zeit wieder abrücken. Der Rettungsdienst entschied sich mittags gegen einen aufwändigen Transport der Frau in ein Krankenhaus, da ihr Gesundheitszustand stabil ist. „Sie konnte deshalb vorerst in ihrer Wohnung bleiben“, sagt Sprecherin Wendt. Am Abend wurde die Frau wegen des Infekts aber dennoch in ein Krankenhaus zur weiteren Behandlung gebracht.

Die beiden Rettungskräfte, die am Morgen in den Wernigeroder Weg gerufen wurden, mussten nicht in Quarantäne. Laut Feuerwehr gehöre zum Standardprozedere bei jedem Einsatz, einen ausreichenden Abstand zum Patienten zu halten. Ebola wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Derzeit ist die Seuche Ebola im Kongo verbreitet: Dort sind mit Stand vom Mittwoch 500 Fälle des oft tödlichen Virus registriert. Für Kamerun gibt es laut Auswärtigem Amt zurzeit keine Ebola-Warnung.

Die übrigen Mieter waren nicht vom Einsatz betroffen, sie konnten ihre Wohnungen problemlos betreten und verlassen. Allerdings übte ein Familienvater auch Kritik am Verhalten der Einsatzkräfte. „Wir waren absolut in Sorge“, sagte Hasan Karagöz mit Blick auf seine zweieinhalb Jahre alte Tochter. Er wohnt direkt unter der betroffenen Wohnung und erfuhr aus den Medien vom Verdachtsfall. „Niemand hat uns etwas gesagt.“ Dass um ihn zahlreiche Personen in gefährlich aussehenden Schutzanzügen zu sehen waren, habe die Ängste zusätzlich verstärkt. Anwohnerin Sigrid Schur wiederum ist erleichtert, dass sich der Ebola-Verdacht nicht bestätigte: „So etwas kennt man sonst nur aus dem Fernsehen“, sagte die 56-Jährige. Daher sei es umso besser, dass die Feuerwehr zwar erst groß auffahre, dann aber Entwarnung geben könne.

In Burgwedel wird am weltweit einzigen wirksamen Impfstoff gegen Ebola geforscht und dieser auch produziert.

So gefährlich ist das Ebola-Virus

Das lebensbedrohliche Ebolavirus ist nach Informationen des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) bisher ausschließlich auf dem afrikanischen Kontinent aufgetreten, dort wiederum in Ländern südlich der Sahara. In Deutschland tritt das Ebolafieber „natürlicherweise“ nicht auf, heißt es beim RKI. Die Gefahr, dass Infizierte mit dem Virus einreisen, sei selbst dann sehr gering, „wenn afrikanische Großstädte mit internationalen Flugverbindungen von einem Ausbruch betroffen sind“. Dies ist eine Erfahrung aus einem Ausbruch in Westafrika in den Jahren 2014/2015. Prinzipiell sei aber nicht auszuschließen, dass einzelne infizierte Personen zwischen Ansteckung und dem ersten Auftreten von Krankheitszeichen auch nach Deutschland einreisen könnten, und „dass eine geringe Anzahl von Sekundärinfektionen im engen Umfeld solcher Personen auftreten könnte“. Eine Weiterverbreitung unter der Bevölkerung ist nach Ansicht des RKI dennoch praktisch auszuschließen, „da in Deutschland alle Voraussetzungen zur stringenten Unterbrechung von Infektionsketten und zur sicheren Versorgung Betroffener gegeben sind“.

Die Krankheit beginnt oft mit Symptomen wie Fieber und Gliederschmerzen, später begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Glieder-, Gelenk- und Muskelschmerzen. Es kann zu inneren Blutungen kommen, Infizierte leiden unter Atemnot und Delirium. Gegen das Ebolavirus gibt es keinen Impfstoff. Laut RKI verläuft die Infektion bei 30 bis 90 Prozent der Erkrankten tödlich, je nach Art des Virus. Heilungschancen steigen mit dem Niveau der medizinischen Versorgung.

Das Virus wird von Mensch zu Mensch übertragen, etwa durch ungeschützten direkten Kontakt von Blut, Speichel, Schweiß, Urin oder Stuhl, einige Zeit ist auch eine Ansteckung über Gegenstände möglich, mit denen Infizierte in Kontakt gewesen sind. Die durchschnittliche Inkubationszeit gibt das Institut mit acht bis neun Tagen an. Infizierte Menschen sind jedoch erst dann ansteckend, wenn sie Symptome der Krankheit zeigen. Bessern sich die Krankheitsanzeichen, gelten Patienten als nicht mehr ansteckend. Mit der Ausnahme indes, dass das Virus durch Sperma beim Geschlechtsverkehr noch mehrere Monate lang übertragen werden kann.

Eine besondere Therapie gegen das Ebolafieber existiert nicht. Patienten müssen jedoch streng isoliert werden, im Falle einer tatsächlichen Erkrankung werden sie in einem spezialisierten Krankenhaus behandelt, etwa im Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Dabei geht es zunächst darum, „den Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Glukosehaushalt der Patienten stabil“ zu halten. gum

Von Peer Hellerling und Marco Seng

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