Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Grundwasserabsenkung lässt Teich trockenfallen
Hannover Aus der Stadt

Hannover-Waldheim: Grundwasserabsenkung am Senator-Eggers-Weg lässt Teich trockenfallen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 21.05.2019
Eine Grundwasserabsenkung am Senator-Eggers-Weg sorgte bei einigen Anliegern für helle Aufregung. Quelle: MIchael Zgoll
Waldheim

Eine Grundwasserabsenkung hat in der ersten Maihälfte im Waldheimer Senator-Eggers-Weg für einige Aufregung gesorgt. Im Teich eines Anliegers sackte der Wasserstand derart stark ab, dass die Fische in dem kleinen Gewässer verendeten. Die Grünen-Fraktion im Bezirksrat Döhren-Wülfel wollte deshalb in der jüngsten Sitzung des Gremiums einen Dringlichkeitsantrag einbringen: Die für das Abpumpen verantwortliche Wohnungsgenossenschaft Heimkehr solle das Abpumpen unverzüglich einstellen und ein Beweissicherungsverfahren einleiten. Doch nachdem ein Experte vom Grundwasser-Messdienst des städtischen Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün den Politikern ausführlich Rede und Antwort gestanden hatte, zogen die Grünen ihren Antrag zurück. Die Pumpen waren eh am 14. Mai wieder abgeschaltet worden.

Die Heimkehr will zwischen Senator-Eggers-Weg und Roßkampstraße sechs in die Jahre gekommene Häuser abreißen und dort 55 neue Wohnungen – statt bisher 36 – errichten. Etliche Anwohner mochten den drohenden Auszug nicht hinnehmen und hatten im vergangenen Jahr heftige Kritik an der Informationspolitik des Unternehmens geäußert; die Genossenschaft hatte sich daraufhin viel Mühe gegeben, die Versäumnisse wettzumachen.

Pumpversuch dauerte fünf Tage

Laut Ralf Hiller vom Fachbereich Umwelt handelte es sich bei der Grundwasserabsenkung um einen „Pumpversuch“, um Erkenntnisse über den Grundwasserstand in diesem Gebiet zu gewinnen. Normalerweise dauere ein derartiger Test drei Tage, in diesem Fall habe man aufgrund unerwarteter Schwierigkeiten fünf Tage gebraucht. Zuständig für das Abpumpen war als Untere Wasserbehörde die Region Hannover, durchgeführt wurde es von einer privaten Firma. Es seien 4270 Kubikmeter Wasser – eine relativ kleine Menge – aus dem sandigen Boden entnommen und in die Kanalisation abgeleitet worden, so Hiller. Seiner Kenntnis nach sollten die Anwohner von der Heimkehr oder einem Architektenbüro über den Pumpversuch informiert werden; in welchem Umfang dies geschehen sei, wisse er aber nicht.

Generell sei der Grundwasserstand im Frühjahr am höchsten und im Herbst am niedrigsten, führte der Mann vom Umweltamt aus. Aufgrund der langanhaltenden Trockenheit in 2018 stehe das Tiefenwasser aber schon jetzt außergewöhnlich niedrig, dies dürfte das Trockenfallen des Teichs während des Pumpversuchs begünstigt haben. Hiller bezweifelte allerdings, dass der niedrige Wasserstand im nahen Lenzberggraben etwas mit dem Abpumpen zu tun hat.

Wasserbehörde gibt Empfehlungen

Bezirksratsfrau Stefanie Matz (CDU) wollte wissen, ob man eine spätere, wesentlich umfangreichere Grundwasserabsenkung vor Baubeginn verbieten könne, um die umliegenden Häuser vor Beschädigungen zu bewahren und die Natur zu schützen. Ihm sei ein solches Verbot noch nicht untergekommen, entgegnete Hiller. Selbstredend spreche die Untere Wasserbehörde Empfehlungen aus, wie ein Bauherr Schäden ausschließen oder auf das kleinstmögliche Maß reduzieren könne – etwa mit einer Betonschutzwand rund um die Baugrube. Daran halten müsse sich das Unternehmen zwar nicht, aber es habe natürlich ein Eigeninteresse, solch eine Absenkung so schonend wie möglich zu gestalten.

Sie empfehle der Heimkehr dringend, sagte Grünen-Bezirksratsfrau Claudia Meier, vorab ein Beweissicherungsverfahren durchzuführen. Damit wird vor der Grundwasserabsenkung festgehalten, welche Altschäden die Immobilien in der Umgebung aufweisen – um später Anhaltspunkte zu haben, welche Beschädigungen neueren Datums sind. „Es gibt praktisch keine Häuser ohne Risse, das muss man wissen“, warb auch Ralf Hiller für solch ein Verfahren.

Von Michael Zgoll

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Stadt Hannover geht strenger gegen Tabakkonsum vor und nimmt alle Automaten von öffentlichen Gebäuden ab. Laatzen geht noch einen Schritt weiter und verbietet auch Tabakwerbung auf ihren Flächen.

21.05.2019

Das 18. Gymnasium ist ein ungeliebtes Kind in der Stadt Hannover. Nötig ist es aber dennoch, denn die Rechtslage erfordert, genügend Gymnasialplätze vorzuhalten, wenn Eltern dies wünschen. Nötig ist aber noch eine weitere Schule. Saskia Döhner beschreibt, warum ein Gymnasium nicht reicht.

21.05.2019

In der Tui-Arena geigt sich David Garrett durch die Pop-und Rockgeschichte – und ein wenig Klassik.

20.05.2019