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Aus der Stadt Weihnachtsmarkt: Polizeikonzept genießt Vertrauen
Hannover Aus der Stadt Weihnachtsmarkt: Polizeikonzept genießt Vertrauen
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00:20 15.12.2018
Erhöhte Polizeipräsenz ist eine feste Säule im Sicherheitskonzept für den derzeitigen Weihnachtsmarkt. Quelle: Ingo Rodriguez
Hannover

Polizisten mit Maschinenpistolen, Patrouillen in Warnwesten und Zivilstreifen, dazu eine mobile Polizeiwache: Vertreter aus der Politik, der Stadtverwaltung und die Polizei sind sich weitgehend einig. Auch nach dem Anschlag am Rande des Weihnachtsmarkts in Straßburg soll das von der Stadt und der Polizei gemeinsam erarbeite Sicherheitskonzept für die Innenstadt in der Adventszeit nicht verschärft werden.

Ist die Polizei gut genug vorbereitet?

„Wir beziehen auch solche Szenarien wie mögliche Terroranschläge in unsere Planungen mit ein und haben unser Einsatzkonzept daran ausgerichtet“, sagt Polizeisprecher André Puiu. Seit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Jahr 2016 gehören erhöhte Sicherheitsvorkehrungen bei den Weihnachtsmärkten in der Stadt dazu. Die Polizei Hannover sieht derzeit keine Veranlassung, ihr Konzept zu verändern. Es gebe allerdings auch keine konkreten Hinweise auf terroristische Bedrohungen in Hannover, heißt es. Daher seien alle geplanten Maßnahmen rein präventiv.

Was sind die wichtigsten Säulen im Einsatzkonzept?

Das Konzept soll laut Polizei nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt rund um die Marktkirche, sondern in der gesamten Innenstadt höchstmögliche Sicherheit garantieren. Zum Bild gehören wie schon im Vorjahr sehr viele uniformierte, aber auch zivile Polizisten sowie Sicherheitskräfte und ein Ordnungsdienst. Außerdem sind Einsatzkräfte mit Maschinenpistolen an neuralgischen Punkten wie Eingängen und Zufahrtsstraßen in der City zu sehen. An der Schmiedestraße sind Polizisten in einer Containerwache im Dienst. „Ziel ist es, immer ansprechbar und präsent zu sein“, sagt Polizeisprecher Puiu.

Warum keine Betonpoller als Schutz vor LKW-Attentaten?

Nach dem Terroranschlag mit einem Lastwagen auf den Berliner Weihnachtsmarkt wird seitens der Polizei in Hannover trotzdem auf Absperreinrichtungen gegen mögliche Attentate mit Lastwagen verzichtet. Dafür sei der Einsatzraum bis zu den Bereichen hinter der Oper und dem Ernst-August-Platz viel zu groß, hieß es kürzlich. Immerhin gelte das Sicherheitskonzept für die gesamte Innenstadt – also auch für den Standort der Weihnachtspyramide am Kröpcke sowie für den Markt auf dem Ernst-August-Platz und sogar für den Markt auf der Lister Meile. Allerdings ist der Lieferverkehr in den Fußgängerzonen nur in den frühen Vormittagsstunden gestattet – um große Fahrzeuge aus dem Marktgeschehen zu verbannen. Das Sicherheitskonzept beinhaltet auch Vorkehrungen gegen Stürme, Stromausfälle sowie Bombendrohungen.

Wie beurteilen Politik und Verwaltung die Einschätzung der Polizei?

„Der Anschlag von Straßburg ist schrecklich und besorgt. Ich denke aber, dass die Polizei die Sicherheit in Hannover aufmerksam im Blick hat“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt, Christine Kastning. Stadtsprecher Dennis Dix sieht dies ähnlich: „Das Sicherheitskonzept wurde in enger Kooperation mit der Polizei erstellt und umfasst alle möglichen Risiken. Bei der Lagebeurteilung verlässt sich die Stadtverwaltung voll auf die Polizei“, teilt er mit. Nur dem CDU-Fraktionschef Jens Seidel gehen die Vorkehrungen nach dem Anschlag von Straßburg nicht weit genug: „Man sollte dies zum Anlass nehmen, das Konzept noch einmal zu überprüfen“, sagt er. Es dürfe sich keine Verunsicherung ausbreiten. Deshalb müsse die Polizeipräsenz noch einmal erhöht werden. Dagegen sieht das niedersächsische Innenministerium derzeit keinen Anlass, die Maßnahmen landesweit zu verschärfen.

Beobachten die Aussteller weniger Besucherandrang nach dem Anschlag?

Der Betreiber einer Pizzabude meint, schon Auswirkungen bemerkt zu haben. „Eigentlich ist mittwochs ein Tag mit sehr viel Publikum, aber heute ist viel weniger los, als es noch gestern und in der vergangenen Woche der Fall war“, sagt der Mann. Kartoffelpufferverkäuferin Carry Oppenborn aus Lehrte-Ahlten hat das nicht festgestellt. „Mir fällt kein Unterschied zu den Tagen vor dem Anschlag auf“, sagt sie. Oppenborn sieht auch keinen Grund zur Sorge. „Es ist genug Polizei unterwegs. Ich fühle mich sicher.“

Von Ingo Rodriguez

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