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Aus der Stadt Günstiger wohnen: Bei Neubauten in Hannover sind künftig weniger Parkplätze nötig
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Weniger Parkplätze nötig beim Wohnungsneubau

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15:15 16.01.2020
Bisher muss in Niedersachsen pro Wohnung ein Autostellplatz errichtet werden. Vor allem in urbanen Lagen, wo das meist in Tiefgaragen geschieht, kann diese Vorgabe schnell teuer werden. Quelle: Foto: Katrin Kutter
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Hannover

Um die Kosten im Wohnungsbau zu senken, reduziert die Stadt die Zahl der erforderlichen Autostellplätze. Künftig ist im Innenstadtbereich je Wohnung rechnerisch nur noch ein halber Stellplatz nötig, in den Randbezirken sind es 0,8. Der Bauausschuss des Rates hat dem Projekt mit den Stimmen von SPD, Grünen, FDP und AfD zugestimmt. Die CDU enthielt sich, weil sie noch Beratungsbedarf hatte und gerne auch eine Fahrradabstellsatzung integriert hätte.

Bisher ein Autoparkplatz pro Wohnung nötig

Bisher muss in Niedersachsen pro Wohnung ein Autostellplatz errichtet werden. Vor allem in urbanen Lagen, wo das meist in Tiefgaragen geschieht, kann diese Vorgabe schnell mehr als 20.000 Euro kosten. Immer öfter weichen Städte deshalb davon ab, wenn Neubauten etwa dicht an Stadtbahnstationen entstehen. In Hannover galt zuletzt häufig der Schlüssel von 0,7.

„Förderprogramm für den Wohnungsbau

SPD-Fraktionschef Lars Kelich nannte die jetzt erneuerte Satzung ein „Förderprogramm für den Wohnungsbau“, es sei „ein guter Tag“ für denselben. Grünen-Baupolitikerin Elisabeth Clausen-Muradian bezeichnete die neue Satzung als „echtes Win-Win-Programm“ – für günstige Wohnungen und zur Reduzierung des Autoverkehrs. Gerhard Wruck von den „Hannoveranern“ allerdings widersprach: Verkehrswende bedeute auch, dass Menschen ihr Auto zwar öfter stehenließen, aber trotzdem eines besäßen – und dann seien ja eigentlich weiterhin Stellplätze nötig.

Hamburg ist längst weiter

FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke wies in der Debatte darauf hin, dass Hannover nicht gerade Vorreiter ist. In Hamburg darf schon längst mit null Parkplätzen pro Wohnung gebaut werden. Die neue Satzung sei aber ein Schritt in die richtige Richtung: „Investoren werden aufatmen.“ Dirk Machentanz (Linke) sagte, er hoffe, dass die geringeren Baukosten an Mieter weitergegeben würden, habe da aber Zweifel. Gut sei, dass bei Wohnungen mit städtischem Belegrecht künftig nur noch der Schlüssel 0,2 gelte: Es sei schließlich kaum anzunehmen, dass viele Menschen in prekären Lagen Autos hätten.

Investoren dürfen mehr bauen

Die Satzung stellt nur die Grundverpflichtung dar, jeder Investor darf mehr Stellplätze bauen, falls er möchte. Sie sieht aber auch vor, dass bei Bauprojekten weniger Plätze möglich sind, wenn es etwa besondere Konzepte wie Radstellanlagen oder Carsharingplätze gibt.

Die Mehrheit im Rat ist der Satzung sicher. Damit wird sie in Kürze geltendes Recht und darf dann auf alle noch nicht beantragten Bauprojekte angewendet werden.

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