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Aus der Stadt Lindens Kult-Kiosk ist wieder da
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Wie Frau Türk mit Erfolg um ihren Kult-Kiosk in Linden kämfpte

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13:33 20.07.2019
„Ich bin wirklich glücklich“: Esengül Türk am Tag der Neueröffnung. Quelle: Samantha Franson
Linden

Pünktlich um 6 Uhr schloss sie die Ladentür am Sonnabendmorgen zum ersten Mal auf – und nach wenigen Minuten kamen die ersten Kunden. Viele gratulierten ihr, eine Frau brachte einen Blumenstrauß mit. „Ich war schon ein bisschen aufgeregt“, sagt Esengül Türk, die jetzt wieder hinter dem Tresen ihres Kiosks steht.

Schmuck sieht ihr Geschäft gleich neben dem Apollo-Kino in der Limmerstraße aus, und die Kunden geben sich am Tag der Neueröffnung die Klinke in die Hand. Esengül Türk verschenkt Süßigkeiten, türkisches Gebäck und Feuerzeuge. „Ich bin wirklich glücklich“, sagt die 39-Jährige, „das ist für uns ein Happy End.“

Neustart nach zwei Jahren

Vor zwei Jahren hatte es nicht gut ausgesehen: Damals musste Esengül Türk ihren Kiosk nach sechs Jahren an der Limmerstraße 4 schließen. Der Vermieter hatte ihr gekündigt. Die Inhaberin wehrte sich vergeblich dagegen, Kunden unterstützten sie, es gab Protestaktionen und Solidaritätskundgebungen. Vergebens. Ende Oktober 2017 musste sie ausziehen. Die Fläche des früheren Kiosks gehört jetzt ebenso wie die Fläche einer früheren Rossmann-Filiale zum erweiterten Rewe-Markt – dem Unbekannte kurz nach der Eröffnung im Februar 2018 die Scheiben einschlugen.

„Gül’s Kiosk“ ist wieder da

„Ganz Linden hat für diesen Kiosk gekämpft“, sagt Damian Nitecki am Tag der Wiedereröffnung. Der 35-jährige gehörte zu denen, die vor zwei Jahren Solidaritätsplakate malten. „Der kleine Laden gehört einfach zur Limmerstraße“, sagt der 35-Jährige. Der Einsatz für den Familienbetrieb – zum Team gehören auch Ehemann Erol und die Söhne Taner und Cemil – trug fast Züge eines Kulturkampfes, in dem es auch um die Identität Lindens ging. Lange suchte Esengül Türk nach einem geeigneten Standort für einen Neuanfang. Ein Angebot, bei Rewe zu arbeiten, lehnte sie ab.

„Solidarität tat gut“

Die Geschichte ihres kleinen Kult-Kiosks ist auch eine Geschichte von Hartnäckigkeit und Hoffnung und davon, dass es sich lohnt, an den eigenen Träumen trotz aller Widrigkeiten festzuhalten. Sie erzählt auch davon, wie Kunden kraft ihrer Marktmacht einem betriebswirtschaftlichen David zum Sieg gegenüber einem scheinbar übermächtigen Goliath verhelfen können. „Auf der Straße wurde ich oft gefragt, wann es endlich weitergeht“, sagt Esengül Türk, „Die Solidarität hat mir gut getan.“

Nach langer Suche wurde sie fündig. „Die Vermieterinnen hier sind perfekt“, sagt sie. Am alten Standort hatte ihr Geschäft nur 37 Quadratmeter, hier ist es rund 100 Quadratmeter groß. Und trotzdem ist die Atmosphäre zwischen Bonbons, Bifi und Bier vom Faß familiär geblieben.

Günter aus Empelde ist zur Eröffnung mit dem Fahrrad gekommen. Er hat vor zwei Jahren am letzten Öffnungstag bei ihr eingekauft, jetzt ist er am Tag der Wiedereröffnung einer der ersten. „So viel Freundlichkeit findet man in keinem Supermarkt“, sagt der 61-jährige. Frau Türk weiß schon, welche Zigaretten er haben möchte. „Paß auf dich auf und denk an dein Herz“, ermahnt ihn die ebenso resolute wie herzliche Frau, als Günter seine Bierflasche wie immer mit den Zähnen öffnet. Es ist jener Ton der Vertrautheit, für den die Fans des Kult-Kiosks gekämpft haben.

Von Simon Benne

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