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Aus der Stadt Wie geht es weiter mit der Galerie Luise?
Hannover Aus der Stadt Wie geht es weiter mit der Galerie Luise?
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06:00 18.09.2018
Galerie Luise
Galerie Luise Quelle: Foto: Heidrich
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Hannover

Die wenigen Geschäfte sind kaum besucht, in der Mitte gibt es Geländewagen statt Gastronomie, der Trakt zur Joachimstraße ist komplett gesperrt, und den Weg zur Theaterstraße nutzt vornehmlich der Durchgangsverkehr: In der einst strahlenden Galerie Luise sieht es ziemlich trostlos aus. Doch der aktuelle Besitzer will um die Edel-Passage kämpfen.

Vor vier Jahren ist das Münchener Familienunternehmen Accom zur Galerie-Eigentümerin geworden, dem Investor gehört auch der Podbi-Park in der List. Passiert ist im Inneren der einst attraktiven Mall in der City allerdings nicht viel. Vor allem das Herzstück, die Gastronomie in der sogenannten Rotunde, lässt seit Jahren auf sich warten.

Nun die nächste Hiobsbotschaft: Der italienische Marktplatz, der die Galerie Luise gas­tronomisch wiederbeleben sollte, wird nicht einziehen. „Wir haben uns getrennt, der Italiener kommt nicht in die Rotunde“, erklärt Claus Angerer, bei Accom zuständig für das Objekt in Hannover.

Die Piazza Italiana über zwei Etagen in der Galerie sollte eine gastronomische Bereicherung werden. Für die Einkaufspassage selbst, aber auch für die gesamte Innenstadt. Das Problem: Die Eröffnung dieses Millionenprojektes hat sich bereits viermal verschoben – vom ersten Quartal 2017 bis Mitte 2018. Ein Ankermieter, das Möbelgeschäft Who’s Perfect, verlässt zudem Ende des Jahres die Passage und konzentriert sich auf das größere Geschäft im Podbi-Park. „Die Händler machen sich Sorgen, dass hier dauerhaft Stillstand eintritt“, sagt einer der Ladeninhaber, der ungenannt bleiben möchte.

Claus Angerer ist da zuversichtlicher. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Alternative für den gastronomischen Bereich, wir hoffen, dass es im kommenden Jahr hier losgehen kann mit dem entsprechenden Umbau.“ Diesmal hat Accom ein Unternehmen an der Hand, das bereits ein halbes Dutzend Filialen erfolgreich betreibt. „Das könnte noch schöner werden als der Marktplatz.“ Gerüchten, dass Accom die Galerie verkaufen will, tritt Angerer entgegen. „Es gehört zwar zu unserem Kerngeschäft, derartige Immobilien zu kaufen, zu projektieren und dann zu verkaufen.“ Derzeit sei das allerdings nicht geplant. „Die Galerie ist momentan gewissermaßen unverkäuflich, sie muss erst entsprechend fertig gemacht werden“, sagt Angerer. Er weist zudem darauf hin, dass die Galerie schwarze Zahlen schreibe, „da die rund 18 000 Quadratmeter Büroflächen voll vermietet sind“. Auch Ladenleerstände gebe es nicht. Finde sich bei einem Wechsel nicht unmittelbar ein Nachmieter, würden Pop-up-Stores zur Überbrückung eingerichtet.

Wenn das neue Gastro-Konzept steht, soll auch der Weg zur Joachimstraße wieder frei werden. „Die Stadt kommt uns da sehr entgegen, da sie die Straße umfangreich aufwertet“, betont Angerer. Auch die angrenzende Luisenstraße ist im Wandel. Luxusläden wie Hermes und Armani werden die Straße verlassen, das Geschäft Comptoir des Cotonniers steht bereits seit Wochen leer. „So schade das ist, so sicher bin ich, dass hier schnell adäquate Nachmieter gefunden werden“, sagt Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft. Die Luisenstraße sei im Umbruch, aber nach wie vor eine attraktive Shop-Lage. Leerstände würden sich in Hannover derzeit schnell füllen, neue Handlungskonzepte im Herzen der Stadt seien stets willkommen. „Außerdem liegt Hannover im Spitzenfeld, was die Attraktivität des Einkaufens betrifft“, sagt Prenzler. Wenn es um Handelskonzepte mit fünf bis acht Filialen gehe, spiele Hannover immer eine Rolle. Prenzler ist daher auch zuversichtlich, dass in der Luisenstraße problemlos hochwertige Nachmieter gefunden werden. 

Von Susanna Bauch