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Aus der Stadt Südschnellweg: Auf der Brücke vorerst nur noch Tempo 10
Hannover Aus der Stadt Südschnellweg: Auf der Brücke vorerst nur noch Tempo 10
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16:47 18.12.2018
Vor und neben der Südschnellwegbrücke über der Hildesheimer Straße wird es in Fahrtrichtung Peine bis zur zweiten Januarwoche zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen – wegen Schäden an der Brückenauffahrt. Quelle: Christian Elsner
Hannover

Neue Schäden an der provisorisch ertüchtigten Südschnellwegbrücke: Autofahrer müssen sich dort vor der Brücke und im Bereich der Abfahrt zur Hildesheimerstraße bis voraussichtlich zur zweiten Januarwoche in Fahrtrichtung Kirchrode und Sehnde vor allem im Berufsverkehr auf erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen einstellen. Vorerst gilt dort wegen eines Schadens im westlichen Auffahrtsbereich der Brücke auf einem etwa 200 Meter langen Streckenabschnitt nur noch Tempo 10. Grund für das sicherheitshalber angeordnete Tempolimit sind nach Angaben der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr beschädigte Teile einer Übergangskonstruktion zwischen dem Fahrbahndamm und einem Anschlussstück zum Brückenbauwerk. Bis zum nächstmöglichen Termin für die notwendige Instandsetzung im Januar wird der Verkehr mit Tempo 10 unmittelbar an dem gefährlichen Schlagloch über den rechten Fahrbahnrand der Brücke vorbeigeführt.

Vor der Südschnellwegbrücke über der Hildesheimer Straße wird es in Fahrtrichtung Peine bis zur zweiten Januarwoche zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen –wegen Schäden an der Brückenauffahrt.

Laut Geschäftsbereichsleiter Friedhelm Fischer von der Landesbehörde ist zwar in keiner Weise die Standfestigkeit der Brücke gefährdet. Es sei jedoch durch den Abbruch einer von mehreren Lamellen in einem sogenannten Ausdehnungsschlitz ein Schlagloch entstanden. Das sei am Dienstag festgestellt worden. Die beschädigte Fuge soll temperaturbedingte Ausdehungen der Brückenkonstruktion auffangen. Das Überfahren der betroffenen Bruchplatte könne aber nicht nur an Fahrzeugen Schäden verursachen. Vielmehr könnten durch das Gewicht schwerer Fahrzeuge auf der Schadstelle und dem anschließenden Fahrbahnabschnitt Folgeschäden an der Brückenkonstruktion entstehen. Außerdem sei das Schlagloch auf der derzeit einzigen Brückenfahrspur auch ein Sicherheitsrisiko für kleinere Fahrzeuge und Motorräder.

Die Behörde hat deshalb am Dienstagmittag nach einer Begutachtung der Schäden mit dem Hersteller der Übergangskonstruktion eine Verschwenkung mit einem Tempolimit eingerichtet. Der Verkehr wird im Auffahrtsbereich in Richtung Sehnde an der Schadstelle eng vorbei geführt. Bis zum Abschluss der Baustelleneinrichtung staute sich der Verkehr wegen einer notwendigen Vollsperrung der Brücke auf einer Länge von mehr als drei Kilometern zurück bis zum Landwehrkreisel. Zahlreiche Autofahrer berichteten sogar von einem Rückstau bis auf die Frankfurter Allee und zum Ricklinger Kreisel. Auch Rettungsfahrzeuge seien nicht vorangekommen. Jens Hachmeister aus der Oststadt benötigte nach eigenen Angaben rund zwei Stunden für die Strecke vom Ricklinger Kreisel bis zur Weiterfahrt über den Schnellweg hinter der Auffahrt an der Hildesheimer Straße in Richtung Osten.

Ungeachtet der nun folgenden Komplikationen liegt die Schadstelle laut Behörde sogar noch an einem strategisch günstigen Punkt: „Weil der Ermüdungsbruch vor dem Beginn des ersten Brückenstützens liegt, ist die notwendige Verschwenkung des Verkehrs in Richtung rechten Fahrbahnrand der Brücke unproblematisch“, sagt Mirko Graen, zuständiger Sachgebietsleiter des regionalen Geschäftsbereichs der Landesbehörde. Hätte der Bruch in der etwa 38 Jahre alten Übergangskonstruktion weiter hinten auf der Brücke gelegen, wären bei einer Verlagerung des Verkehrs auf die gesperrte rechte Fahrspur gefährliche Torsionskräfte ins Spiel gekommen.

Die Straßenverkehr wird auf der Schnellwegbrücke behutsam um den Ermüdungsbruch in der Übergangskonstruktion an den Ausdehnungsfugen mit Tempo 10 vorbei geführt. Quelle: Foto:Christian Elsner

Nun soll der Schaden ab der zweiten Januarwoche voraussichtlich für Kosten in Höhe von bis zu 50.000 Euro notdürftig instand gesetzt werden. „Solange dauert es, bis wir im Januar schweißen können, wenn die notwendigen Ersatzteile besorgt wurden“, sagt Graen. Die Reparatur soll laut Behörde etwa eine Woche dauern. „Sollte jedoch eine genauere Inspektion im Januar ergeben, dass auch das gesamte Innenleben der Übergangskonstruktion erneuert werden muss, wird es länger dauern“, sagt der Behördenmitarbeiter. Dann könnte es notwendig werden, dass beide Übergangsbereiche komplett ausgetauscht werden müssten, sagt Graen. Bislang sei seitens der Behörde ausgegangen worden, dass diese Elemente mit der jüngsten Verstärkung und Ertüchtigung bis zum geplanten Abriss der Brücke im Jahe 2023 halten würden.

Tunnel oder neue Brücke: Entscheidung noch nicht gefallen

Die marode Brücke des Südschnellwegs über die Hildesheimer Straße ist erst bis vor etwa einem Jahr aufwendig verstärkt und provisorisch ertüchtigt worden. Um zu hohe Belastungen zu vermeiden, läuft dort der Verkehr inzwischen auch nur noch einspurig in jede Richtung. Laut Landesbehörde muss im Jahr 2022 mit dem Bau einer provisorischen Brücke begonnen werden, weil die alte Brücke spätestens 2023 abgerissen werden muss. Ob danach der Bund einen erhofften Tunnelbau für den Südschnellweg an diesen neuralgischen Verkehrsstandort finanziert oder nach dem Ersatzprovisorium noch einmal eine ganz neue Brücke gebaut wird, ist laut Landesbehörde derzeit immer noch nicht entschieden. Die Planungen für einen 300 Millionen Euro teuren Tunnel sind weit fortgeschritten. Weil aber eine neue Brücke 80 Millionen Euro billiger wäre, prüft der Bund beide Möglichkeiten.

Der Planungsdialog Südschnellweg, eine von der Landesstraßenbaubehörde eingesetzte Bürgerbeteiligung, hat sich jüngst entschieden gegen die Brückenlösung ausgesprochen. Aus Gründen des Lärmschutzes sei eine Tunnellösung vorzuziehen. Zudem sei zu befürchten, dass es gegen einen neuen Brückenbau Klagen gebe, die das Projekt über Jahre verzögern könnten. Dann müsse möglicherweise der Südschnellweg teilweise oder ganz gesperrt werden, heißt es seitens des Planungsdialoges. Notiz am Rande: Würde eine neue Schnellwegbrücke gebaut, müsste diese aus Lärmschutzgründen einen Deckel haben und so deutlich klobiger wirken. Aktuell gehen die Planungen für einen Tunnel parallel weiter.

Im weiteren Verlauf Richtung Landwehrkreisel müssen auch die Brücken über die Ricklinger Teiche und die Leine ersetzt werden. Insgesamt sind in Hannover rund 40 Brücken so marode, dass sie durch neue Brücken ersetzt werden müssen. Die meisten dieser Brücken liegen im Bereich der Schnellwege.

Von Ingo Rodriguez

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