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Aus der Stadt Wir brauchen mehr bezahlbare Wohnungen
Hannover Aus der Stadt Wir brauchen mehr bezahlbare Wohnungen
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00:16 04.09.2018
Symbolbild Quelle: Tobias Hase/dpa
Hannover

Längst ist der Wohnraummangel nicht mehr nur ein Thema für die Bedürftigen. Auch Mittelschichtsfamilien, die umziehen wollen oder müssen, spüren den Druck auf dem Wohnungsmarkt, der von Monat zu Monat zunimmt. Die Nachfrage ist riesig, das Angebot zu klein, die Kosten steigen, und auch wenn der Preisauftrieb aktuell etwas an Fahrt verliert: Noch ist kein Ende in Sicht. Das ist gefährlich für das Zusammenleben. Wenn Wohnen für weite Teile der Bevölkerung unfinanzierbar wird, droht soziale Spaltung.

Zwei gute Nachrichten gab es in dieser Woche zum Thema Wohnen. Am Kronsberg hat die Stadt den ersten Spatenstich für Niedersachsens größtes Neubaugebiet gesetzt, in dem schnellstmöglich bis zu 2500 neue Wohnungen entstehen sollen. Und die Region hat ein neues Förderprogramm aufgelegt, das in drei Jahren bis zu 60 Millionen Euro Förderung an Kommunen umfasst, die schnell neuen Wohnraum schaffen. Nein, beide Programme helfen denjenigen überhaupt nicht, die aktuell dringend eine Wohnung brauchen. Aber Wohnungspolitik ist eine langfristige Aufgabe. Im vergangenen Jahrzehnt haben alle Verantwortlichen geschlafen. Wer jetzt nicht vorsorgt, der verlängert den bestehenden Mangel in die Zukunft.

Es mag auf den ersten Blick kurios anmuten, dass die Region ihre Förderung nicht direkt an die Bauherren auszahlt, um deren Kosten zu senken. Die Summen gehen an die Kommunen, die das Geld frei verwenden dürfen. Der Schritt ist aber intelligent: Für die Kommunen sind Neubaugebiete erst einmal teuer, sie müssen Straßen, Kindergärten und Schulen errichten. Wer jetzt die Städte unterstützt, schafft Anreize, den Bau von dringend benötigtem Wohnraum zu beschleunigen. Sinnvoll ist es auch, dass der Bau von Mehrfamilienhäusern deutlich stärker unterstützt wird als der von Einfamilienhausgebieten. Von sich aus wollen insbesondere Umlandkommunen am liebsten freistehende Familienhäuser im Grünen schaffen, weil sie sich so mehr Einkommenssteuer und einen besseren sozialen Status erhoffen. Dem aber wirkt die Region nun mit ihrem Programm entgegen – und begrenzt zugleich den ökologisch fragwürdigen Flächenfraß, den Neubaugebiete ohnehin bedeuten.

Je nachdem, welche Studie man zugrunde legt, fehlen allein in der Stadt Hannover aktuell etwa 10 000 bis 12 000 Wohnungen, um den Markt zu entspannen. Weil die Bevölkerungszahl in Hannover (wie in allen Ballungsräumen) derzeit wächst, und weil bei denen, die genug Geld haben, das Bedürfnis nach mehr Quadratmetern Wohnfläche pro Person steigt, wird der Bedarf an neuen Wohnungen weiter steigen. Hannover allein wird langfristig Probleme haben, die Nachfrage zu befriedigen. Die bisherigen Baulücken sind längst gefüllt, überall entstehen auf Brachflächen Neubauquartiere, etwa an der in Wasserstadt Limmer, am Oststadtkrankenhaus oder jetzt am Kronsberg.

Deshalb ist es gut, wenn jetzt ein Ruck durch die gesamte Region geht und auch im Speckgürtel der Großstadt die Bautätigkeit schnell Fahrt aufnimmt. So kann es gelingen, die Krise am Wohnungsmarkt schnell einzudämmen. Wenn Nachfrage und Angebot wieder besser zusammenpassen, dann gibt es auch wieder eine Chance auf stabile Preise. Damit jeder künftig wieder die Wohnung findet, die er bezahlen kann.

Von Conrad von Meding

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