Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Zehn Jahre Stillstand im Ihme-Zentrum
Hannover Aus der Stadt Zehn Jahre Stillstand im Ihme-Zentrum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 22.07.2018
In Teilen eher eine Ruine: Das Ihme-Zentrum. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Es war ein regnerischer Tag, heute vor zehn Jahren, am 19. Juli 2008. Aber für das Ihme-Zentrum war es trotzdem ein besonderer Tag. Großinvestor Carlyle hatte zum Sommerfest eingeladen, das eher ein Bergfest war: Die Abrissarbeiten waren beendet, der Neubau sollte starten, von dem Tag sollte es schöner werden im Ihme-Zentrum. „Eigentlich war das der letzte Tag, an dem man hier Arbeiter gesehen hat“, sagt Bewohner Helmut Bruns. Heute seit zehn Tagen herrscht Stillstand.

Die für das Ihme-Zentrum zuständige Tochterfirma von Carlyle ging damals pleite, seitdem ähneln die unteren Etagen eher Ruinen. „Es ist ein Trauerspiel, wie es hier aussieht“, sagt Bruns. Er wohnt im mittleren Gebäudebereich, mit Balkon über der Ihme – eigentlich eine der schönsten Wohnlagen der Stadt. Doch wenn der 76-Jährige in seine Wohnung kommen will, dann muss er durchs Basement, wo nackter Beton löchrig ist und sich nur noch Tauben wohl fühlen. „Ich wohne im Grunde gerne hier“, sagt Bruns, „aber die äußeren Umstände sind nicht schön.“

Dass gar nichts passiert sei, ist nicht ganz richtig: Die Parkgarage wurde später von den Insolvenzverwaltern weiter saniert, der Eingang zur Spinnereistraße ist erneuert, und ohnehin halten die Wohneigentümer ihre Immobilien ganz gut in Schuss. Nur: Der gesamte Sockel ist seit der Carlyle-Pleite doch sehr trostlos – seit Sanierungsbeginn vor 14 Jahren, genau genommen.

Im Ihme-Zentrum wissen sie längst: Kurzfristig wird gar nichts gut. Immerhin liegt die Baugenehmigung für den ersten Umbauschritt nun vor, der neue Mehrheitseigentümer Intown hat mit den Vorbereitungen zur Fassadensanierung an der Blumenauer Straße begonnen. Gerüste sind dort aufgestellt, man untersucht die Tragfähigkeit des Betons. Bruns aber hat noch so seine Zweifel. Über Jahrzehnte hat er vollmundige Versprechen gehört und Investoren kommen und gehen gesehen. „Ich glaube erst, dass es vorangeht, wenn ich wirklich etwas sehe“, sagt er. Und so ist der heutige zehnte Geburtstag des angeblichen Neuaufbau-Beginns für ihn auch kein Festtag. „Aber man sollte sich zumindest daran erinnern“, sagt er.

.

Von Conrad von Meding

Koro Boni stammt aus der Elfenbeinküste. Er hat es in Deutschland mit einem Asylantrag versucht – und ist schnell gescheitert. Nun muss er gehen. Eigentlich. Sein Fall spiegelt viele der aktuellen Fragen im Streit um die Zuwanderung.

22.07.2018

Zwischen Kiez und Langer Laube übernehmen Unternehmer wie Faruk Mermertas und Güven Öküzbogan die Läden ihrer Eltern und setzen deren Pionierleistung fort – mit Burgern und Social-Media-Strategien.

18.07.2018

Der Kindergartenbesuch in Niedersachsen wird kostenfrei. Die CDU-Ratsfraktion in Hannover will nun erreichen, dass die Stadt auf das Essensgeld in Kindertagesstätten verzichtet.

18.07.2018