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Aus der Stadt Hannover hat Deutschlands bestes Programmkino
Hannover Aus der Stadt Hannover hat Deutschlands bestes Programmkino
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00:19 31.10.2018
Sybille Mollzahn + Johannes Sperber - Theaterleitung Kino am Raschplatz Foto: privat
Sybille Mollzahn + Johannes Sperber - Theaterleitung Kino am Raschplatz Foto: privat Quelle: E-Mail HAZ
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Hannover

Das Kino als Ort der Begegnung und der Kultur zu würdigen und es nicht nur als Abspielstation für Filme zu sehen – das ist das Ziel des jährlich verliehenen Jahresfilmprogrammpreises der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien. Bei der diesjährigen Preisverleihung in Münster wurden insgesamt 222 Programmkinos ausgezeichnet. Den Hauptpreis gewann eine Institution aus Hannover: Das Kino am Raschplatz.

Die Hannoveraner können sich rühmen, das bundesweit „beste Jahresfilmprogramm“ angeboten zu haben. Dafür erhielten sie von Staatsministerin Professor Monika Grütters ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro. Zudem gewann das Raschplatz-Kino Sonderpreise in den Kategorien Kinder- und Jugendfilmprogramm sowie Dokumentarfilmprogramm. Der mit 10.000 Euro dotierte Spitzenpreis für das beste Kurzfilmprogramm ging an die zeise-kinos in Hamburg. Das Casablance-Filmkunsttheater aus Nürnberg wurde für das beste Dokumentarfilmprogramm, das Odeon-Kino & Café aus Bamberg für das beste Kinder- und Jugendfilmprogramm ausgezeichnet. Das Apollo-Kino aus Linden wurde mit 7500 Euro für sein Jahresprogramm ausgezeichnet.

Für Torben Scheller vom Organisationsteam des Kinos am Raschplatz war dieser Erfolg bei der Preisverleihung nicht absehbar. „Wir sehen uns unter den 50 besten Kinos, da wollten wir auch in diesem Jahr wieder hin. Aber dass wir so leuchten werden, das haben wir nicht erwartet.“

Die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, Monika Grütters, würdigte bei dem Festakt in Münster das Engagement der Preisträger. Sie würden mit ihrer Arbeit das Kino zu einem „Seelen-Ort“ machen, der Raum für Begegnung und Austausch jenseits anonymer Abspielplattformen biete. „Sie sorgen dafür, dass Gesellschaft auch als Gemeinschaft erlebt wird“, sagte die Staatsministerin. Das gelte insbesondere, weil Betreiber der Kinos allzu oft auch in einer „Hochrisiko-Zone“ operierten, sagte die Staatsministerin. „Mit ihrem Engagement und ihrem Mut zum Wagnis tragen die Kinobetreiber und Filmkunstverleiher dazu bei, dass Film eine Zukunft als Kulturgut hat –und nicht nur als Ware. Deshalb gelte: „Wer Kino sagt, meint Kultur“, so Grütters.

Weil Scheller und seine Kollegen in diesem Jahr mit ihrer Arbeit die Spitzenauszeichnung gewonnen haben, wird der Jahresfilmprogrammpreis 2019 in den Kinoräumen am Raschplatz verliehen werden. „Da kommt eine Menge Arbeit auf uns zu“, freut sich Scheller.

Von Heiko Randermann