Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hannover ist jetzt als 3-D-Scan verfügbar
Hannover Aus der Stadt Hannover ist jetzt als 3-D-Scan verfügbar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 20.03.2019
Der Telemaxx in Groß-Buchholz als digitales Geländemodell: Je röter die Farbe, desto höher liegen die gescannten Geländepunkte. Quelle: LGLN
Hannover

Einige Jahre Vorbereitungszeit und 3 Millionen Euro Landesförderung sind in dieses Projekt geflossen – jetzt liegt die Raumstruktur des Landes Niedersachsen im Punktform vor. Multimilliarden Pünktchen dürften es sein: Das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) hat aus Flugzeugen heraus mit Laseranlagen die Oberflächen jedes Quadratzentimeters scannen lassen. Aus den Pünktchen lassen sich jetzt dreidimensionale Bilder erstellen, die präzise auf die vorhandenen Katasterkarten passen. Die Daten sind gegen Bezahlung für Jedermann abrufbar, allerdings benötigt man ein Computerprogramm, das die Daten aufbereitet. Einfache Versionen davon gibt es gratis im Internet.

3-D-Scans für Computersimulationen, Mobilfunkausbau oder Hochwasserschutz

Auch wenn sich jetzt jeder ein 3-D-Laserbild seines Wohnquartiers über Sofa hängen kann: Das Ziel der Geoinformatiker war in erster Linie ein anderes, sagt Andreas Wichmann, Teamchef des Projekts beim LGLN. Die Daten könnten für realistische Computersimulationen genutzt werden, etwa für den Hochwasserschutz, um beim Ausbau von Mobilfunknetzen die Platzierung der Masten zu optimieren oder für Solarpotenzialanalysen. Auch Schadstoff- oder Lämschutzanalysen könnten so präziser gefertigt werden, sagt Wichmann. Und noch mehr.

Wir zeigen eine Auswahl der bearbeiteten Laserscans des Landesamts für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN).

Tourismusorganisationen könnten anhand der Raumdaten virtuelle Rundgänge erstellen lassen, Rettungsdienste Einsätze an realistisch dargestellten Orten simulieren, auch die Immobilienbranche könnte digitale Exposées verfeinern, um ihre Häuser besser zu verkaufen. Der Datensatz lässt es auch zu, Digitale Geländemodelle (DGM) zu errechnen, bei denen Häuser, Bäume und anderes störendes Material weggefiltert sind – so erhalten Archäologen und Kampfmittelbeseitiger fotorealistische topografische Ansichten vom Gelände. „Darauf lassen sich zum Beispiel Krater erkennen, die bei Bombenabwürfen entstanden sind“, sagt Wichmann.

Telemaxx erhebt sich glutrot über Hannover

Jeder kann selbst entscheiden, wie er den Datensatz aufbereitet. Auf Schaubildern präsentiert das LGLN zum Beispiel den Stadtteil Groß-Buchholz, wobei die Farben sich ins Rote entwickeln, je höher sich Gebäude oder Bäume über dem Grund erheben. Kein Wunder, dass der Telemaxx fast durchgehend rot leuchtet. Rund ums Stadion wurden alle Erhebungen grau belassen, nur Gewässer wurden grün, die Erdoberfläche gelb gefärbt. Schön sind Bildmodulationen vom Hildesheimer Dom und der Umgebung, die wie Thermografien aussehen. Für die Techniker sind all das nur Spielereien. Der Wert der Daten liegt schließlich darin, dass sie aus jedem Winkel genutzt und dabei mit realen Höhenangaben hinterlegt sind.

Hier gibt es die Daten

Wer die Daten abrufen will, kann sich an die Regionaldirektion der LGLN füpr Hannover und Hameln wenden per Mail unter geo-h@lgln.niedersachsen.de oder per Telefon unter (05 11) 30 24 54 42. Informationen im Internet gibt es unter www.lgln.niedersachen.de. Datensätze kosten je nach Auflösung und Anwendung 20 bis 40 Euro.

So funktionieren die Laserscans

Für das sogenannte Airborne-Laserscanning (ALS) tatstet ein Laser aus einem Flugzeug die Oberflächen ab. Dabei wird gemessen, wie lange die Signale bei einer exakt definierten Flughöhe von 600 Metern zum Boden und zurück benötigen. Das Ergebnis liegt als sogenannte Punktwolke vor, die Dichte der Punkte beträgt nach Angaben der LGLN mindestens vier Punkte pro Quadratmeter – in der Regel sind es mehr. Das Ergebnis soll eine Lagegenauigkeit von mindestens 30 Zentimetern in der Vertikalen, eine Höhengenauigkeit von mindestens 15 Zentimetern haben.

Die Daten werden in Einheiten von einem Quadratkilometer abgegeben und liegen im LAZ-Standard vor. Das System unterscheidet Bodenpunkte (Geländeoberfläche), Gewässerpunkte (Flüsse, Seen), Unterbodenpunkte (zum Beispiel Schwimmbäder oder Tiefgarageneinfahrten) oder Nicht-Bodenpunkte – das sind dann Gebäude, Bäume oder andere Erhebungen. Eine Besonderheit stellen die Sonstigen Punkte dar: Es können Stromleitungen, Vögel, Autos oder Container sein – oder auch Flugzeuge, wie sich beim Bild des Flughafens zeigt.

Von Conrad von Meding

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Masernfall an der Grundschule Suthwiesenstraße schreckt das Gesundheitsamt, Eltern und Lehrer auf. Ungeimpfte Kinder dürfen zwei Wochen nicht zur Schule gehen.

22.03.2019

Bei der zählebigen Planung von Radschnellwegen in der Region rückt eine Verbindung zwischen Hannovers Innenstadt und Langenhagen in den Fokus. Die 13 Kilometer lange Piste könnte 2021 gebaut werden.

19.03.2019

Die Grundschule Ahlem wartet seit sieben Jahren darauf, Ganztagsschule zu werden. Immerhin ist sie auf dem Weg dorthin. Seit diesem Halbjahr gibt es ein neues Nachmittagsangebot an fünf Tagen in der Woche.

22.03.2019