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Aus der Stadt Hannover soll homosexuelle Ampelmännchen bekommen
Hannover Aus der Stadt

Hannover soll zum Christopher Street Day homosexuelle Ampelmännchen bekommen

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19:01 02.12.2019
Auch in Köln und Frankfurt wurden die klassischen Ampelmännchen schon zeitweilig durch Schablonen mit Frauen- und Männerpaaren ersetzt. Quelle: picture alliance/dpa
Hannover

Hannover soll jetzt tatsächlich zum nächsten Christopher-Street-Day (CSD) Ampeln mit schwul-lesbischen Ampelmenschen bekommen. Sie sollen zunächst zeitlich begrenzt an zentral gelegenen, stark frequentierten Orten installiert werden. In einem gemeinsamen Antrag der Ratsmehrheit, der am Montag auf der Tagesordnung im Gleichstellungsausschuss war, werden Aegidientorplatz, Ecke Ernst-August-Platz/Kurt-Schumacher-Straße, ZOB Hannover, Steintorplatz, Marktstraße/Ecke Karmarschstraße, Friederikenplatz und Königsworther Platz genannt.

Die Verwaltung konnte am Montag keine Angaben dazu machen, wie teuer es ist, die Streuscheiben der Ampelanlagen mit Piktogrammen von gleichgeschlechtlichen Paaren umzurüsten. In der Politik kursiert die Zahl von insgesamt 7000 Euro.

Hannover als Queer-City des Nordens

Vor allem SPD und Grüne können sich aber auch vorstellen, dass die derart umgerüsteten Ampeln dauerhafte Einrichtungen werden. „Wir haben ein Interesse daran, einige Ampeln langfristig bis dauerhaft umzurüsten“, sagt die gleichstellungspolitische Sprecherin der Grünen, Renee Steinhoff. Wünschenswert sei es sogar, noch diverser zu werden und etwa Menschen mit einem Blindenstock zu zeigen.

Auch Maxi Carl, gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD, wünscht sich, dass von der Aktion am CSD ein positives Signal ausgeht, das in einer dauerhaften Einrichtung möglichst vielfältiger Ampelmenschen mündet. Hannover werbe mit dem Logo „Vielfalt ist unsere Stärke“ für sich. Warum solle die Stadt nicht eine Art Queercity des Nordens werden, eine Stadt also, in der Schwule und Lesben offen leben können? Öffentlich diskutiert wurde der Antrag am Montag noch nicht. Die CDU hatte noch internen Beratungsbedarf und zog ihn in die Fraktion.

Fußgängerüberwege in Regenbogenfarben

Im Wahlkampf für den Posten des Oberbürgermeisters hatte der Kandidat der SPD, Marc Hansmann, Hannover zur „Gay City des Nordens“ machen wollen und sich für „schwule Ampelmännchen“ vor dem Rathaus und Zebrastreifen in Regenbogenfarben ausgesprochen. Auch Carl hält Zebrastreifen in Regenbogenfarben für eine weitere Möglichkeit, die Vielfältigkeit Hannovers zu symbolisieren. Auch verschiedene Kulturen könnten auf den Ampeln künftig für ein vielfältiges, tolerantes Hannover werben.

In anderen deutschen Städten wie Hamburg, Flensburg, Köln und Frankfurt am Main wurde die aus Wien stammende Idee mit gleichgeschlechtlichen Fußgängerpärchen bereits umgesetzt. In Hannover gibt es überdies derzeit eine Rentier-Ampel an der provisorischen Anlage auf der Höhe der Marktkirche. Sie ist dort aber nur während des Weihnachtsmarktes zu finden.

Ministerium kann Ampelmenschen verbieten

Einen Strich durch die Rechnung könnte der hannoverschen Politik das niedersächsische Verkehrsministerium machen. Generell sei in der Straßenverkehrsordnung festgelegt, dass es nur die beiden bekannten roten oder grünen Ampelmännchen sowie in Berlin die sogenannten Ostampelmännchen gebe dürfe, sagte ein Sprecher.

Die Kommunen könnten eigenverantwortlich entscheiden, wie sie ihre Ampeln gestalten. Gebe es Beschwerden, müsse das Land allerdings die bundesweit geltenden Regeln der Straßenverkehrsordnung in Bezug auf Ampeln durchsetzen.

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Von Jutta Rinas

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