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Aus der Stadt Hannover testet Bus-Shuttle für Obdachlose
Hannover Aus der Stadt Hannover testet Bus-Shuttle für Obdachlose
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06:00 07.02.2019
Ein DRK-Bus bringt Obdachlose wie den 45-jährigen Marco zur Notschlafstelle Am Alten Flughafen. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

 Die Premierenfahrt ist spärlich besucht. Nur zwei Obdachlose lassen sich am Mittwochabend um 18 Uhr von dem neu eingerichteten Bus-Shuttle des Roten Kreuzes aus der Innenstadt in die Notschlafstelle Alter Flughafen bringen. Das sei zu erwarten gewesen, sagt Sozialarbeiter Markus Harre vom „Kompass“, der extra noch einmal durch den Hauptbahnhof gelaufen ist, um hilfsbedürftige Wohnungslose einzusammeln: Er hoffe, dass das Angebot ein Dauerbrenner werde. Der Bus werde in den nächsten zwei Wochen testweise täglich um 18 und 20 Uhr Obdachlose von der Haltestelle in der Rundestraße in die Notschlafstelle fahren, sagte Ralf Lüdtke, Bereichsleiter Unterbringung der Stadt. Man wolle sehen, wie sich das Angebot bewähre und schauen, ob es für ein Modell tauge.

Die Kälte hatte den Obdachlosen in Hannover in den vergangenen Wochen stark zu schaffen gemacht, sie hatte sogar einen Kältetoten gefordert. Die Notschlafstelle Alter Flughafen, nach Angaben Lüdtkes die größte Hannovers, bietet 150 Menschen Platz. Allerdings liegt sie so weit draußen im Gewerbegebiet, dass es bisher für viele Menschen problematisch war, sie zu erreichen. Daher organisiert der Betreiber nun, in Auftrag der Stadt, zweimal täglich einen Bus-Shuttle. Am Tag vor der Premierenfahrt hatte die Stadt den neuen Shuttle mit Hilfe von Sozialarbeitern und mehrsprachigen Aushängen in den einschlägigen Notunterkünften und Treffpunkten bekannt gemacht. Eine gute Idee sei das, sagte einer der beiden Fahrgäst, ein 45-jähriger Mann namens Marco. Er hätte sonst auf der Straße geschlafen.

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Bislang hätten im Schnitt um die 90 Obdachlose am Alter Flughafen eine geschützte Bleibe gefunden, sagte DRK-Sprecherin Nadine Hunkert. Möglicherweise könne der Shuttle eine Perspektive für ein Problem vor Ort bieten, sagte Lüdtke. In der jüngeren Vergangenheit gab es an der Haltestelle „Papenwinkel“ in der Nähe der Notschlafstelle Probleme mit zum Teil stark alkoholisierten Obdachlosen. Viele fuhren morgens von der Haltestelle Richtung City,kamen abends zurück. Vahrenheider fühlten sich durch ihr Verhalten belästigt. Die CDU-Fraktion forderte in der vergangenen Bezirksratssitzung, dass geprüft wird, ob in der Notschlafstelle auch ein Tagesaufenthalt eingerichtet werden kann. Der Prüfauftrag wurde einstimmig beschlossen.

Von Jutta Rinas

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