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Aus der Stadt Am Alten Rathaus bröckeln die Türmchen
Hannover Aus der Stadt Am Alten Rathaus bröckeln die Türmchen
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00:20 21.02.2019
Rund ein Dutzend der 70 Türmchen sind mit Schutznetzen überzogen. Quelle: Rainer Droese
Hannover

Am Alten Rathaus in der Altstadt kündigen sich umfangreiche Sanierungsarbeiten an. Derzeit sind rund ein Dutzend der insgesamt 70 Türmchen des historischen Backstein-Bauwerks mit roten Schutznetzen überzogen, damit bröckelndes Material nicht herunterfallen kann. Längerfristig ist nach Einschätzung von Thomas Heinemann, Geschäftsführer der Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG), eine größere Fassadensanierung fällig. Über Aufwand und Kosten könne derzeit noch nichts gesagt werden. In ähnlichen Fällen sind in Hannover Millionenbeträge zusammengekommen – etwa beim Neuen Rathaus oder beim Hauptbahnhof.

Nach Angaben von Heinemann sind die Backsteine des historischen Gebäudes in den achtziger Jahren mit einem Konservierungsmittel behandelt worden, was ihnen nicht gut getan hat. „Durch Erschütterungen des Bauwerks durch die Stadtbahnen im Untergrund und durch den Busverkehr sind Haarrisse entstanden. In die wiederum dringt Wasser ein und verursacht bei Frost die Abplatzungen“, schildert der Geschäftsführer. Bisher seien lediglich winzige Stücke gebröckelt, aber die HRG als zuständiger Immobilienverwalter wolle auf Nummer sicher gehen.

Experten sehen sich die Sache genauer an

In der kommenden Woche lässt die Immobilienverwaltung Gerüste aufstellen und den genauen Schaden an den Türmchen, in der Fachsprache Fialen genannt, durch Experten begutachten. Dort, wo es notwendig ist, sollen Schadstellen auch gleich ausgebessert werden. Wegen des Denkmalschutzes müssen die dazu verwendeten Steine originalgetreu nachgebrannt werden; auch das Fugenmaterial soll der historischen Zusammensetzung entsprechen. „Bisher sind Kosten im fünfstelligen Bereich aufgelaufen“, sagt Heinemann.

Ungleich teurer dürfte es werden, wenn die eigentliche Fassade an die Reihe kommt – laut Heinemann wird das frühestens im Jahr 2022 soweit sein. Aufwand und Kosten ließen sich derzeit noch nicht beziffern, aber es gibt Beispiele in Hannover, die wenig Gutes erwarten lassen. Sowohl am Hauptbahnhof als auch am Neuen Rathaus sind die ursprünglich kalkulierten Sanierungszeiträume erheblich überschritten worden und die Kosten in die Höhe geschossen. Auch beim Verwaltungsgebäude am Trammplatz war eine unsachgemäße Konservierung eine der Wurzeln des Übels; allerdings besteht das Material dort vor allem aus Sandstein.

Das Gebäude ist 600 Jahre alt

Das Alte Rathaus, erbaut zu Beginn des 15. Jahrhunderts und seitdem häufiger umgestaltet, gilt zusammen mit der Marktkirche als eines der am südlichsten gelegenen Gebäude im Baustil der norddeutschen Backsteingotik. 1844 sollte es eigentlich abgerissen werden, aber eine Bürgerinitiative verhinderte dies. Stattdessen durfte es der renommierte Architekt und Baumeister Conrad Wilhelm Hase im ursprünglichen Stil wieder herstellen. Heute beherbergt das Alte Rathaus Gastronomie, Geschäfte, Tagungsräume und als einzige verbliebene städtische Einrichtung das Standesamt.

Von Bernd Haase

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