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Aus der Stadt Stadt verbietet Betteln mit Kindern
Hannover Aus der Stadt Stadt verbietet Betteln mit Kindern
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00:25 19.07.2018
Verboten: Kinder dürfen Erwachsenen nicht mehr beim Betteln unterstützen. Quelle: Villegas
Hannover

Die Stadt greift härter gegen Bettler in Hannovers Innenstadt durch: Fortan ist in der City aggressive oder bandenmäßig organisierte Bettelei verboten. Auch Kinder bis zum Alter von 18 Jahren dürfen Passanten nicht mehr um Geld anbetteln, ob allein oder in Begleitung Erwachsener. Der städtische Ordnungsdienst überwacht, ob die Vorschriften eingehalten werden. Bei Verstößen drohen Strafen – von Bußgeldern bis zu Platzverweisen.

Seit mehreren Jahren beklagen Einzelhändler in der City die Zunahme von Bettlern, die Einkaufsbummler teilweise hartnäckig angehen, sich ihnen in den Weg stellen, sie berühren oder mit ihren Pappbechern bedrängen. Immer wieder gibt es auch Klagen darüber, dass Gruppen vermeintlich Hilfsbedürftiger quasi gewerbsmäßig zu Werke gehen, um sich Einnahmen zu verschaffen. Die Verbote beziehen sich denn auch nicht auf das Betteln an sich, sondern auf die besonderen Auswüchse dieser Form des Geldsammelns.

Vertreter des Einzelhandels begrüßen das Vorgehen der Stadt. „Es ist gut, dass es nun klare Regeln gibt“, sagt Monika Dürrer, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes Hannover. Vor allem Bettler, die Kinder für ihre Zwecke missbrauchten, seien ein „No Go“. Allerdings hätte sich Dürrer gewünscht, dass auch andere Methoden, die auf spezifische Weise Mitleid erregen sollen, auf den Index gesetzt werden. Dazu gehöre das Betteln mit Tieren; immer wieder sei auch zu beobachten, dass Behinderungen vorgetäuscht und Krücken demonstrativ in die Höhe gehalten würden.

Nun müsse nachhaltig kontrolliert werden, sagt Dürrer. Dass die Stadt ihre uniformierten Mitarbeiter auf die Straße schickt, sei der richtige Weg. Die Verbandsvertreterin möchte nicht missverstanden werden: „Es gibt definitiv sozial Bedürftige, die auf das Geld angewiesen sind.“ Auch Martin Prenzler, Chef der City-Gemeinschaft, hat bei den Verboten eine besondere Klientel im Blick: „Wir hoffen, dass der Belästigung durch organisierte Bettelbanden etwas Einhalt geboten werden kann.“ Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes warnt vor einem grundsätzlichen Bettelverbot in der City. „Wir müssen den Anblick von Armut ertagen“, sagt er. Gleichwohl müsse verhindert werden, dass das Betteln von bestimmten Gruppen instrumentalisiert werde.

Grundlage der Verbote ist die aktualisierte Fassung der städtischen Verordnung für öffentliche Sicherheit und Ordnung. Diese gilt grundsätzlich für alle öffentlichen Straßen und Anlagen, wird in der Praxis aber vor allem in der City relevant werden. Nach Auskunft der Verwaltung sollen mehrere Mitarbeiter des derzeit 28-köpfigen städtischen Ordnungsdienstes fortan gezielt auf Kontrollgängen in der Innenstadt unterwegs sein, um Verstöße zu ahnden. Sie sind befugt, die Identität von Personen festzustellen, deren Kleidung oder Taschen zu durchsuchen. Falle auf, dass Kinder beteiligt sind, werde gegebenenfalls das Jugendamt eingeschaltet, erklärt Stadtsprecherin Ulrike Serbent. Geahndet werden können verbotene Bettelmethoden mit Platzverweisen, Ordnungswidrigkeitenanzeigen und Bußgeldern – über deren Höhe machte die Stadt noch keine Angaben. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei und zweimal wöchentlich gemeinsame Streifengänge.

Von Juliane Kaune

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