Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Steintor: Urbaner Platz oder Central-Park?
Hannover Aus der Stadt Steintor: Urbaner Platz oder Central-Park?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 18.08.2018
Wie weiter am Steintor? Der Doppeldeckerbus hält zum Themenabend "Standortbestimmung" am Steintor, am Mikrofon Moderator Prof. Klaus Overmeyer. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Die Bürgerbeteiligung zur Zukunft des Steintorplatzes ist gerade erst angelaufen, aber schon jetzt ist klar: Es wird nicht einfach. Beim Termin am Mittwochabend forderten die einen eine parkähnliche Begrünung, die nächsten setzen auf Gastronomie zur Belebung, wieder andere wollen dauerhaft große Veranstaltungen, noch andere können sich Buden wie beim Münchener Viktualienmarkt vorstellen. Nur in einem waren sich die gut 70 Teilnehmer einig: Auf keine Fall dürfe der Platz so bleiben, wie er ist.

Nach jahrelangem Streit und Plänen für eine Bebauung wagt die Stadt jetzt den Neustart und lässt bis September eine ungewöhnliche Bürgerbeteiligung laufen mit mehreren Aktionen direkt auf dem Platz. Mittwochabend ging es eigentlich noch nicht um konkrete Zukunftsideen, sondern eher um eine Beschreibung des Platzes und seiner Funktionen. Während etwa Opern- und Ballhofplatz als repräsentativ und schön wahrgenommen werden und Kröpcke sowie Ernst-August-Platz als wichtige Treffpunkte, gilt das Steintor irgendwie als gesichts- und funktionslos. „Eigentlich wird er nur genutzt, um schnell drüber wegzukommen“, sagte ein Besucher.

Eva Holtz aus der Nordstadt kann sich „eine grüne Oase“ vorstellen, sie träumt von dem „hannoverschen Central-Park“ mit Grün und Wasserspielen, die Herrenhäuser Gärten könnten als Vorbild dienen. Angesichts des Klimas sei mehr Frische nötig. Ein anderer stellt das infrage. „Hannover gilt vielen im Umland als zugige Stadt“, sagt er: Es gebe zu viele Schneisen und offene Plätze.

Mehrere Teilnehmer beklagen, dass die Platzränder unschön sind: An der Nordmannpassage und gegenüber sehen zweigeschossige Bauten seit der Nachkriegszeit trostlos aus. Moderator Klaus Overmeyer spricht vom „Kariesplatz, der überall Löcher hat und dem Kronen fehlen“. Andere finden, dass die Baum-Doppelreihe im Halbrund dringend an der Kopf-Platzseite zur lauten Münzstraße fortgesetzt werden muss, um den Platz grün einzufassen. Ein Mann fordert, die Fläche für politische Demonstrationen freizuhalten, andere finden Demonstrationen störend. Eine Frau findet, junge Skater müssten sich Rampen und Pipes aufstellen können. Jugendliche aber sind dem Treffen ferngeblieben.

Was auch nicht funktioniert trotz des ambitionierten Beteiligungsprojekts: Menschen aus anderen Kulturen zum Mitmachen zu bewegen, die das Steintor sonst so prägen. Der Kurde Yassar Ince von der Efendi Bey ist einer der wenigen, die teilnehmen. „Die Stärke des Platzes ist seine Offenheit“, sagt er, „die muss man weiter stärken.“ Mauern und Hochbeete müssten weg, die Stufen auch, die Platzfläche bis zu Bratwurst Glöckle optisch verlängert werden, sodass Gastronomie und vielleicht eine kleine Budenstadt möglich seien und zugleich Raum für Veranstaltungen bleibe.

Das kommt Tobi Tiedtke entgegen. Der Gründer von X-Zone veranstaltet seit 1995 Beachvolleyball und andere Events auf dem Platz. Er wünscht sich, dass das abschüssige Steintor nicht bei jeder Veranstaltung neu ausgerichtet werden muss. Die Fläche müsse ebenerdig angelegt werden, so könne sie häufiger genutzt und damit zum urbanen Magneten werden. Denkbar sei auch, Spielgeräte und mobile Möbel aufzustellen. „Dann müsste sich aber jemand kümmern und alles abends wegräumen – in anderen Metropolen funktioniert sowas auch.“

Am 5. September gibt es abends noch einmal eine Platzdebatte vor Ort, vom 12. bis 16. September dann eine Aktionswoche. Anschließend sollen die Ideen in Foren vertieft und von Planern im Wettbewerb umgesetzt werden.

Von Conrad von Meding

Hannovers CDU bereitet sich mit einem Parteitag inhaltlich auf Kommunalwahlen vor. Die Christdemokraten geben sich selbstbewusst und kritisieren die Rathausführung um OB Stefan Schostok.

18.08.2018

Die Region Hannover befürchtete, dass das Land Sprachkurse für Flüchtlinge nicht mehr finanziert. Die Landesregierung sichert die Finanzierung jedoch zu. Sie will Haushaltsreste aus 2018 verwenden.

15.08.2018

Auch nach dem Umbau wird das Unternehmen eine Filiale an dem zentralen Standort betreiben – und ein Nahversorger zieht ein. Zudem plant der Gebäudeeigentümer zwölf neue Wohnungen.

18.08.2018