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Aus der Stadt Hannover hat eine neue Freilichtbühne
Hannover Aus der Stadt Hannover hat eine neue Freilichtbühne
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00:16 20.09.2018
Aus alten Begrenzungssteinen aufgemauert: Bisher war hier eine Wiese, jetzt ist eine Freilichtbühne entstanden. Dahinter steht der alte Wasserturm. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Jetzt kommt Leben auf das verwunschene Areal des alten Eisenbahnausbesserungswerks Leinhausen. Immobilienentwickler Axel Stelter, der es 2010 bei einer Versteigerung erworben hat, hat auf einer Wiese neben dem Wasserturm Erde anschütten und aus alten Steinen vom Gelände eine Treppe mit Einfassung anlegen lassen. Das etwa 100 Quadratmeter große Podest ist Hannovers neueste Freilichtbühne. Am Sonnabend wird sie mit einem kostenlosen Konzert eröffnet, schon bald soll es dort öfter Musik und vielleicht auch Theater geben.

„Wer hier Konzerte veranstalten will oder die Bühne anders nutzen will, der kann sich gerne an uns wenden“, sagt Stelter. Denkbar sei, dass gemeinnützige Vereine wie Jazzclub oder Rockbüro den Ort für regelmäßige Openair-Abende nutzen, oder auch dass jemand eine ganz neue Musikreihe aufbauen will. „Das Gelände eignet sich hervorragend für Live-Musik“, sagt Stelter.

Ein verwunschenes Areal: Wir zeigen die Bilder vom alten Eisenbahnausbesserungswerk Leinhausen und wie die Freilichtbühne aufgebaut wurde.

Etwas Bitterkeit allerdings schwingt mit. Ursprünglich wollte er in einigen der fast verfallenen Häusern Wohnungen einrichten. Die Dächer sind ausgebessert, der Verfall ist gestoppt, Haus für Haus nimmt Stelter sich vor und bringt es wieder zu alter Blüte – ein Jahre dauerndes Millionenprojekt. Doch Wohnungen will die Stadt nicht genehmigen. Das Areal ist als Industriegebiet eingetragen, und weil nebenan das S-Bahn-Ausbesserungswerk und der Üstra-Betriebshof mit Werkstätten Lärmrechte haben, verbietet die Stadt die Einrichtung von Wohnungen. „Im Gegenzug allerdings“, folgert Stelter, „gibt es für uns auch kaum Lärmauflagen.“ Was Konzerte erleichtert.

Das Auftaktkonzert wird am Sonnabend, 22. September, ab 19 Uhr vom Feuerwehr-Blasorchester Opus 112 gespielt. Es soll unter anderem Filmmusik von Star Wars geben. Der Eintritt ist frei, „ich freue mich über viele Besucher zum Auftakt“, sagt Stelter. Ein paar Toilettenhäuschen wird er aufstellen, für Getränke und vielleicht einen Bratwurststand sorgen, „und dann sehen wir mal“, sagt er.

Der Immobilienunternehmer hat Erfahrungen mit Musikveranstaltungen. 1999 hat er den nahen Bahnhof Leinhausen gekauft und betreibt ihn als Event-Location. Über die Verwaltung dort soll auch die Koordination möglicher weiterer Konzerte laufen. Eine echte Konkurrenz für kommerzielle Anlagen wie die Parkbühne von Hannover Concerts will Stelter nicht sein. „Aber ich glaube, dass hier im Nordwesten Hannovers ein guter Ort für Kulturangebote ist“, sagt er.

Stelter kümmert sich seit 2010 um das gut 26 000 Quadratmeter große Areal. Gerade hat er die Fassade des mächtigen alten Verwaltungsgebäudes der Bahn saniert. 2012 hat er Hannovers wohl possierlichstem Wasserturm, der neben der Bühne steht, von Schweißern eine neue Kuppel fertigen lassen – sie war komplett durchgerostet. Die alten Magazinbauten warten noch auf neue Nutzungen, aber die alte Eisenbahnerkantine hat bereits neue Dächer mit liebevollen Details an den Giebeln, auch Fenster und Fugen sind neu. Eigentümer Stelter will das Gebäude künftig als Eventocation nutzen.

Und immer wieder gibt es auch Kultur. 2011 gab Stelter das Areal mit dem maroden Charme für den Zeichner Ulli Stein frei, der dort Fotoserien fertigte. Im Jahr 2012 drehte der NDR einige Tatort-Szenen für den Beitrag „Wegwerfmädchen“. Und nicht zuletzt war das Gelände 2015 Schauplatz beim Tag des offenen Denkmals. Hunderte lauschten den Vorträgen von Bauhistoriker Sid Auffarth. „Und alle haben gesagt: Es wäre schön, wenn auf dem Gelände wieder mehr Leben wäre“, sagt Stelter. Die Freiluftbühne ist ein erster Schritt.

Wer Kontakt sucht, kann den Bahnhof leinhausen unter Telefon (05 11)9 79 27 17 erreichen.

Von Conrad von Meding

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