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Aus der Stadt Das sind Hannovers teuerste Wohnungen
Hannover Aus der Stadt Das sind Hannovers teuerste Wohnungen
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00:15 19.02.2019
Penthouse mit Wasserblick: Die oberste Etage des Neubaus nahe der Podbi soll 1,02 Millionen Euro kosten. Quelle: Gundlach
Hannover

Eine Eigentumswohnung für mehr als 7000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche? Noch vor wenigen Jahren hätten Makler den Kopf geschüttelt: So etwas schien in einer Stadt wie Hannover nicht denkbar. Der Markt aber hat sich gewandelt – nicht nur wegen steigender Grundstücks- und Baupreise. In Hannover ist eine Lust am Luxuswohnen entstanden, auch wenn sich die meisten Käufer diese Preise nicht leisten können.

Etagenwohnungen zu Millionenpreisen (oder knapp darunter): Wir zeigen Bilder von vier aktuellen Projekten in Hannover.

Penthouse in der Direktorenvilla von „Carlottes Garten“ für 1,03 Millionen Euro

Mit bunten Bildern preist der Hamburger Projektentwickler BPD seine Etagenwohnungen in der denkmalgeschützten ehemaligen Landesfrauenklinik am Herrenhäuser Kirchweg an, „Charlottes Garten“ heißt das Projekt. 1,03 Millionen Euro kostet ein Penthouse mit Dachterrasse und Loggia in der ehemaligen Direktorenvilla auf dem Gelände. Relativ gesehen noch teuerer ist eine Dreizimmerwohnung im dritten Stock der Villa: Für knapp 99 Quadratmeter muss der Käufer 727 000 Euro hinblättern, das sind 7358,30 Euro pro Quadratmeter und damit aktuell wahrscheinlich Spitzenreiter in Hannover. BPD-Sprecherin Carolin Höfner, deren Vater selbst 1936 hinter den alten Mauern geboren wurde, verweist darauf, dass Käufer steuerlich von der hohen Denkmalabschreibung profitierten – und später in einer einmaligen Lage wohnen dürfen. Und es gibt Nachfrage: Mehrere Wohnungen sind schon verkauft, etliche reserviert.

Loft im Hanomag-Quartier für 1,375 Millionen Euro

Auf dem Hanomag-Gelände am Deisterkreisel steht derzeit eine Loftwohnung zum Verkauf: 1,375 Millionen Euro ruft der Makler dafür auf. Wer den Betrag zahlen kann, erhält dafür 235 Quadratmeter Wohnraum, davon misst allein der Wohn-, Koch- und Essbereich rund 100 Quadratmeter. Der Industriecharme von 1936 (saniert 2017) mit extrem hohen Decken und bodentiefen Fenstern ist dabei ebenso inbegriffen wie eine große Terrasse zum Hof und Aufzug, zusätzlich soll es eine Ausbaureserve geben. Trotz des hohen Gesamtpreises: Mit 5851,06 Euro pro Quadratmeter ist diese Wohnung aktuell nicht einmal die teuerste am Markt.

Dachterrasse mit Wasserblick an der Podbi für 1,02 Millionen Euro

Nahe der Noltemeyerbrücke der Podbi über den Mittellandkanal hat das Bauunternehmen Gundlach zwei Mehrfamilienhäuser fertiggestellt – mit exklusiven Penthousewohnungen im dritten Stock. Von ihrer Dachterrasse aus haben die Bewohner freien Blick über den Mittellandkanal. 1,02 Millionen Euro kostet die 151 Quadratmeter große Wohnung, das sind stolze 6745,22 Euro pro Quadratmeter. Gundlach ist bekannt dafür, zahlreiche Sozialprojekte in der Stadt zu unterstützen. „Wir bauen alles: von der geförderten Wohnung für Menschen mit geringem Einkommen bis zum Penthouse mit Wasserblick“, sagt Sprecher Frank Scharnowski. Diese Bandbreite mache das Unternehmen seit mehr als 125 Jahren aus. Tatsächlich hatte Gundlach beim 2018 fertiggestellten Neubau am Altenbekener Damm eine Dachwohnung mit (etwas) Blick auf den Maschsee im Angebot – zum Preis von mehr als 7000 Euro pro Quadratmeter. Das Appartement ist längst verkauft – für mehrere Wohnungen im Haus mussten die Käufer ausgelost werden, so groß war die Nachfrage.

Südstadt: Penthouse in den „Neuen Südhöfen“ für 1,2 Millionen Euro

Auch in der Südstadt lässt sich derzeit eine Neubauwohnung für mehr als eine Million Euro kaufen – in einem Innenhof zwischen Tieste- und Großer Düwelstraße, mit großer Dachterrasse und Tiefgarage, von der aus der Aufzug direkt ins Penthouse fährt. Ganz verschiedene Interessentengruppen gebe es dafür, sagt Bauherr Jan-Michael Schmid: „Ältere Ehepaare, die ihr Haus im Umland aufgeben und jetzt barrierefrei in der Stadt leben wollen, aber auch Mittvierziger, die mit ihren Kindern urban und trotzdem ruhig wohnen wollen.“ Insgesamt 54 Wohnungen umfasst sein Neubauprojekt „Neue Südhöfe“ auf dem Grundstück, auf dem sein Vater 50 Jahre lang einen Bosch-Autoservice betrieben hat. Ganz frisch ist der Notarvertrag für eine Dachgeschosswohnung an der Tiestestraße unterschrieben. „Von dort aus hat man einen freien Blick über die Alte Bult bis nach Anderten“, schwärmt Schmid.

„Ich habe nicht immer ruhig schlafen können“

Dreiviertel der Wohnungen seien verkauft, sagt Schmid. Aber auch wenn die hohen Baupreise bei manchem Neid hervorrufen mögen: „Ich habe nicht immer ruhig schlafen können. Als Bauherr haftet man letztlich mit seinem Vermögen für das Risiko solch einer Investition.“ Als die Baugrube ausgehoben wurde, bekamen zwei Nachbarhäuser Risse, es gab einen mehrmonatigen Baustopp, noch heute hängt das Projekt hinter dem Zeitplan hinterher. Im Mai aber soll alles soweit fertig sein, dass die Wohnungen an die neuen Eigentümer übergeben werden können.

Käufer gibt es eigentlich immer

Und wenn das schicke Penthouse (1,19 Millionen Euro, 215 Quadratmeter) dann noch nicht verkauft ist? Bauherr Schmid ist sich sicher: „Für diese ganz besondere Wohnung gibt es einen Käufer. Er wird sich finden – auch wenn wir bei diesem Preis vielleicht etwas länger warten müssen.“

Es geht auch billiger – mehr geförderte Wohnungen in Hannover

Nicht nur am oberen Ende der Preisskala tut sich etwas. Hannovers Rat hat Ende 2018 beschlossen, dass die Quote geförderter Mietwohnungen im Neubau erhöht werden soll, damit sich auch Mittelschichtfamilien mit normalem Einkommen eine Mietwohnung leisten können. Immer dann, wenn die Stadt einen Bebauungsplan ändern muss für größere Neubaugebiete, wurden bisher 25 Prozent Wohnungen mit Mietpreisbindungen eingeplant, künftig werden es 30 Prozent sein. Für Gebiete wie Kronsberg-Süd oder die Wasserstadt, wo bereits Verträge geschlossen sind, wird die neue Regelung noch nicht gelten. Aber etwa beim Umbau der Freiherr-von-Fritsch-Kaserne in Bothfeld etwa, wo an diesem Wochenende die Rodungen für das Neubaugebiet starten, sollen 30 Prozent preiswerte Wohnungen erstmals Pflichtauflage werden.

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Und hier sind die Links zu den vier beschriebenen Projekten:

Charlottes Garten“ in der Nordstadt

Hanomag-Loft“ in Linden-Süd (mit vielen Bildern aus dem Innenraum)

Läuferweg“ in Groß-Buchholz direkt am Mittellandkanal

Neue Südhöfe“ in der Südstadt

Von Conrad von Meding

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