Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Haus & Grund: Stadt macht Wohnungsbau unattraktiv
Hannover Aus der Stadt

Haus & Grund Hannover: Stadt macht Wohnungsbau unattraktiv

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 24.05.2019
„Privateigentum ist die Grundlage des Wohlstands“: Haus & Grund-Chef Rainer Beckmann (r.) Als Festredner kam der Europaabgeordnete David McAllister in den Kuppelsaal. Quelle: Conrad von Meding
Hannover

Mit immer neuen Auflagen wie der jetzt diskutierten Pflicht zu Photovoltaikanlagen auf Neubauten machten Hannovers Ratsmehrheit und Stadtverwaltung den Bau neuer Wohnungen immer unattraktiver. Mit dieser Kritik heimste Rainer Beckmann, Vorsitzender des Eigentümervereins Haus & Grund, kräftigen Applaus von mehr als 1200 Gästen bei der Jahresversammlung im Kuppelsaal ein. Das Klima für Hauseigentümer werde zunehmend „unangenehmer, frostiger“, sagte Beckmann, es herrsche ein „regelrechter Kreuzzug“, bei dem auf der einen Seite die Guten, die Mieter, auf der anderen Seite die Bösen, die Eigentümer zu stehen schienen. Privateigentümer, immerhin die größte Vermietergruppe in Deutschland, würden so zu „Prügelknaben der Nation“.

Haus & Grund Hannover kritisiert hohe Brandschutzauflagen

Der Verein vertritt die Interessen von etwa 12.000 Immobilieneigentümern in Hannover. Durch die hohen Brandschutzauflagen aber würden etwa „Dachausbauten praktisch bei uns nicht mehr stattfinden“, kritisierte Beckmann. Und wenn der Eigentümer der Wasserstadt auch nach fast 20 Jahren noch keinen einzigen Neubau fertig habe und stattdessen mit den Behörden um den Abriss eines vergifteten Fabrikgebäudes streiten müsse, sei klar, „wer für zu wenig Neubau und hochpreisige Neubaukosten die Verantwortung trägt“.

Beckmann feierte die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung in Hannover als Erfolg der Wähler und forderte eine Abkehr von der autofeindlichen Politik, die dem Handel und den Dienstleistern in der Innenstadt große Probleme bereite.

David McAllister wirbt für ein stärkeres Europa

Festredner des Abends war der CDU-Europaabgeordnete David McAllister, der für eine Modernisierung der Europäischen Union warb. „Europa ist nicht fehlerfrei“, sagte McAllister. Der Verbund aber sei zu wertvoll, um ihn Nationalisten und Populisten zu überlassen. Er plädierte für mehr Zusammenarbeit in der Außen- und Sicherheitspolitik, zugleich aber dürften die einzelnen Staaten nicht aus der Verantwortung für stabile eigene Finanzen entlassen werden. An die Immobilienbesitzer gerichtet bekräftigte McAllister: „Privateigentum ist die Grundlage des Wohlstands.“ Auch das gab Applaus.

Dem Verein Haus & Grund selbst geht es augenscheinlich gut. Die Zahl der Beratungen habe im vergangenen Jahr, als der Verein 125 Jahre alt wurde, erneut zugenommen, sagte Beckmann. Zugleich konnte seine Stellvertreterin Mady Beißner verkünden, dass das Vereinsvermögen, das unter anderem in zwei Innenstadtimmobilien angelegt ist, im vergangenen Jahr auf mehr als 2 Millionen Euro gewachsen sei. In der Versammlung wurde der Kreishandwerksmeister Kai-Uwe Henneberg neu in den Vorstand gewählt. Er löst den ehemaligen Handwerkskammerpräsidenten Walter Heitmüller ab, der 25 Jahre lang im Vorstand saß.

Lesen Sie auch diese Texte:

Mehrheit will Pflicht zu Photovoltaikanlagen in Hannover

Bauexperten kitisieren hohe Auflagen für Brandschutz

Haus & Grund und Wirtschaftsverbände kritisieren Verkehrswende

Kommentar: Wohnungsbau nicht bremsen

Von Conrad von Meding

So bemerkenswert kann das Leben in Hannover sein: In der täglichen Kult-Glosse „Lüttje Lage“ erzählen HAZ-Autoren von den skurrilen, absurden und lustigen Erlebnissen des Alltags. Heute: Ein Wochenende lang konnte sich unser Autor mangels Stimme praktisch nicht äußern. Und – war das schlimm?

21.05.2019

Ponytrecks, Rad- und Paddeltouren, Museen und Konzerte: Die Region und ihre Tourismusgesellschaft werben für „Urlaub nebenan“. Hannovers Pfund sei die exzellente Work-Life-Balance.

21.05.2019

Mindestens vier Anzeigen gegen ein israelfeindliches Wahlplakat der Partei „Die Rechte“ liegen bereits bei der Staatsanwaltschaft, jetzt schließt sich die Stadt dem an. Doch die Staatsanwaltschaft tut sich schwer, ein Ermittlungsverfahren zu eröffnen. Der Rat der Religionen Hannover fordert mehr Entschlossenheit.

24.05.2019